Anycubic Kobra Neo: Starker 3D-Drucker für Hobby-Nutzer

Beim Anycubic Kobra Neo handelt es sich um einen 3D-Drucker mit Auto-Leveling-Funktion. Der 3D-Drucker kann PLA, ABS sowie PETG und TPU verarbeiten. Der Druckbereich des Anycubic Kobra Neo misst 22 x 22 x 25 Zentimeter. Standardmäßig ist eine 0,4 mm Düse verbaut. Diese lässt sich gegen eine andere austauschen. Die Nozzle kann auf bis zu 260 Grad erhitzt werden. Das Druckbett lässt sich auf bis zu 110 Grad erhitzen. Der Anycubic Kobra Neo druckt mit einer maximalen Geschwindigkeit von 100 Millimeter pro Sekunde. Langsamere Druckgeschwindigkeiten, wie etwa 40 mm pro Sekunde, sind auch möglich. Der Kobra Neo wird über einen 2,4-Zoll-Bildschirm mit Dreh- und Druckknopf bedient. Der 3D-Drucker ist mit 49 x 44,5 x 44,3 cm erfreulich kompakt.

Das 400-Watt-Netzteil ist im Inneren des Kobra Neo verbaut. Für die Stromversorgung muss nur ein Kaltgerätestecker angeschlossen werden. Der Verzicht auf ein externes Netzteil hilft dabei, Platz auf der Werkbank zu sparen. Der 3D-Drucker bringt etwa 7,2 Kilo auf die Waage. Anycubic setzt beim Kobra Neo auf ein 32-Bit-Board. Im Betrieb fallen die leisen Stepper-Motoren positiv auf. Auch die Lüfter arbeiten angenehm leise. Wer bereits mit einem Touchscreen gearbeitet hat, dürfte mit dem mehrfarbigen Bildschirm an die frühe 3D-Drucker-Zeit erinnert werden. Die Verwendung wird durch den Bildschirm nicht beeinträchtigt. Die Menüs sind einfach zu navigieren und die Icons verständlich gestaltet.
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Bei Lieferung ist der Kobra Neo bereits zu 90 Prozent aufgebaut. Im Lieferumfang befindet sich eine auf Papier gedruckte Anleitung für den 3D-Drucker. Der Aufbau des Kobra Neo ist recht einfach: Es sind nur wenige Handgriffe nötig, bis der 3D-Drucker vollständig aufgebaut ist. Kontrolliert man im Anschluss alle Schrauben und Räder, liegt die gesamte Vorbereitungszeit bei etwa 30 Minuten. Anschließend ist der Anycubic Kobra Nero bereit für den ersten Druck. Anycubic legt hierfür eine kleine Probe PLA sowie eine Ersatz-Nozzle bei. Die PLA-Probe reicht gerade aus, um die Test-Eule zu drucken. Der frühzeitige Einkauf von weiteren PLA-Rollen ist folglich ratsam. Druckdateien können über MicroSD-Karte auf den Drucker übertragen werden. Wer keinen passenden SD-Karten-Leser am PC hat, kann den beiliegenden Adapter verwenden. Auf der SD-Karte sind die Cura-Dateien hinterlegt, um neue Bauteile zu slicen. Anycubic hat Profile für PLA, TPU und ABS erstellt.

Durch die Auto-Leveling-Funktion ist es nicht notwendig, den Drucker mühsam zu leveln. Anycubic selbst nennt die verwendete Technik "Anycubic LeviQ auto bed leveling". Der Sensor selbst berührt das Druckbett nicht direkt. Dieselbe Technik ist auch im Kobra sowie Kobra Go verbaut. Vom magnetischen Sensor werden 25 Punkte angefahren und ausgemessen. Dieser Prozess dient dazu, eventuelle Unebenheiten im Heizbett auszugleichen. Der Sensor fährt wenige Millimeter über dem Bett, sodass die Nozzle nicht das Druckbett berührt. Mit den gesammelten Daten im Hinterkopf druckt der Anycubic Kobra Neo, ohne dass die Nozzle beim eigentlichen Druck ins Druckbett fährt. Ein präzises Leveling ermöglicht außerdem eine gute Bodenhaftung.

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Beim Kobra Neo wurden der Extruder, die Lüfter und das Honend miteinander kombiniert. Der integrierte Extruder kann seine Stärken während des Druckes beweisen: Während jenem führt der Extruder das Filament präzise zu. Anycubic gibt die Druckgeschwindigkeit mit 10 cm pro Sekunde an. Die maximale Geschwindigkeit lässt sich in einem Slicer, wie bspw. Cura, bestimmen. Im Kobra Neo können Bauteile entstehen, die bis zu 25 Zentimeter hoch sind. In der Regel fallen die Bauteile unseres Kollegen Timm Mohn allerdings kleiner aus. Ist ein Druck fertig, lässt er sich leicht von der magnetischen PEI-Federstahlplatte entfernen. Anycubic beschreibt die Platte als verschleißfrei. Die Platte hat auf beiden Seiten dieselbe Beschichtung. Sollte man jene dennoch beschädigen, kann man sie einfach umdrehen und die andere Seite verwenden. Um Bauteile zu entfernen, kann die Platte gebogen werden. Dadurch lassen sich Konstruktionen schnell entfernen. In der Praxis lässt sich die magnetische Platte leicht anbringen und abnehmen. Nicht in jedem Fall war es nötig, die magnetische Platte vom Druckbett zu entfernen: Die meisten Modelle ließen sich auch so entfernen. Sollte es beim Drucken zu Stromausfällen kommen, kann, sobald der Stromfluss wiederhergestellt wurde, der Kobra den Druck wieder aufnehmen. Anycubic bietet separat noch einen Sensor an, der erkennen soll, wenn das Filament leer gelaufen ist. Dieser Sensor ist nicht im Standard-Lieferumfang enthalten.

Die Qual der Wahl

Der Anycubic Kobra Neo richtet sich vor allem an Menschen, die nach einem kompakten und günstigen 3D-Drucker suchen. Je nach Ausstattung werden ähnliche Geräte durchaus teuer, während sich der Kobra Neo eher an preisbewusste Interessenten richtet. Die größte Stärke des Druckers ist allerdings das Auto-Leveling. Die Funktion macht den Anycubic Kobra Neo für eine Vielzahl an Benutzern interessant. Auch unerfahrene Neueinsteiger können mit dem 3D-Drucker gute Druckergebnisse erzeugen. Die Druckqualität kann nach dem Aufbau sowie nach einigen Druckaufträgen überzeugen. Der Wechsel sowie die Zuführung von PLA ist durch den Direct Extruder sehr komfortabel. Der Kobra Neo ist bei Anycubic selbst für 249 Euro oder im Anycubic AliExpress-Store verfügbar. Der große Bruder, schlicht Kobra genannt, kostet 299 Euro. Jener kommt mit einem Touchscreen daher. Der Kobra Neo druckt außerdem nur mit 10 cm pro Sekunde, während der Kobra mit 18 cm pro Sekunde drucken kann. Insgesamt tauscht man beim Neo das gesparte Geld gegen eine etwas langsamere Geschwindigkeit, einen anderen Bildschirm und ein etwas weniger stylishes Design ein. Die Kobra Serie beinhaltet einen weiteren 3D-Drucker: den Anycubic Kobra Go. Hierbei handelt es sich um einen DIY-Drucker, der vom Nutzer selbst komplett zusammenbaut wird. Die Bauzeit liegt in diesem Fall bei etwa 1,5 Stunden. Wird die schnellere Druckgeschwindigkeit sowie das größere Display nicht benötigt und der Drucker soll schnell zusammenbaut sein, stellt der Anycubic Kobra Neo eine einwandfreie Option dar.

Vorteile

  • Schneller Aufbau
  • Auto-Leveling-Funktion
  • Magnetische PEI-Federstahlplattform
  • Ausreichend große Druckplatte
  • Hohe Druckgeschwindigkeit
  • Geringe Arbeitslautstärke
  • Ohne viel Feintuning gute Ergebnisse
  • Nützlich im Alltag sowie für Hobby-Drucker

Neutral

  • Kein Touchscreen

Negativ

  • Nur wenig PLA im Lieferumfang

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