Gegen Kritik-Trolle: Metacritic sperrt 36 Std. nach Launch die Nutzer

Wie schnell kann man sich von einem gerade gestarteten Spiel ein Bild machen? Die bekannte Review-Seite Metacritic sperrt in seinen Gaming-Bereich ab sofort für 36 Stunden nach Launch die Möglichkeit, Nutzer-Kritiken zu verfassen. mehr... Sicherheit, Sicherheitslücke, Security, Angriff, Exploit, Bombe Bildquelle: Pixabay Sicherheit, Sicherheitslücke, Security, Angriff, Exploit, Bombe Sicherheit, Sicherheitslücke, Security, Angriff, Exploit, Bombe Pixabay

Diese Nachricht vollständig anzeigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben
 
Mein Kumpel hat "The last of us 2" vorbestellt und hat es zwei Tage vor offiziellem Relase bekommen. Ich denke da war er nicht der einzige. Das Spiel hat eine Dauer von ca. 36 Stunden, daher wäre es bei diesem Spiel zumindest theoretisch möglich am Release-Tag eine valide Rezession zu verfassen, vor allem auch weil die am häufigsten kritisierten Punkte relativ früh im Spiel stattfinden.

Dennoch sind die meisten Rezessionen des Spiels sicherlich nicht von Nutzern, die das Spiel gespielt haben, sondern einfach nur Ausdruck von Frust und Verärgerung.
Man muss aber auch ehrlich sagen dass es direkt bei Release schon sehr viele 10/10 User Wertungen gab, wodurch deutlich wird, dass auch diese sehr oft nicht valide sind.

Daher sicherlich ein guter Schritt eine 36-Stunden Sperre einzuführen.
 
Man könnte ja auch den Entsprechenden Launcher bzw. das Konsolenkonto mit Metacritic verbinden & dann zu den Reviews schreiben, wie lange die Person das Spiel gespielt hat. Geht bei Steam z.B. ja auch.
Und wer kein Konto verknüpft, dem sein Review wird halt anders angezeigt. Bzw. es steht dabei.

Sollte den Publishern ja Recht sein & umsetzbar sein. Schließlich wollen die ja verkaufen.
 
Das alles nur weil manchen nicht gefallen hat wie dieses eine rotz schlechtes spiel von den Käufern bewertet wurde.

Ich dachte es geht darum ehrliche Nutzer Kritik zu ermöglichen, schade von Metacritic.
 
@Alexmitter:

Es ist also ehrliche Kritik, wenn ein Spiel wegen einigen Punkten negativ bewertet wird, die aber zum größten Teils nichts mit dem Spiel zu tun haben, sondern mit dem Studio bzw. deren Mitarbeiter?

"(...) Es gibt jedoch auch nachvollziehbare Kritikpunkte, die mit dem Spiel direkt nichts zu tun haben. Nach der Veröffentlichung von Leaks hat eine unklare Aussage von Neil Druckman dazu geführt, dass Spieler die Leaks für unwahr hielten. Dies halten sie ihm nun vor. Außerdem missfiel es der Community, dass das Studio bzw. Sony mit Youtube-Strikes gegen die Leaks vorging. Ein weiterer Kritikpunkt sind die Arbeitsbedingungen bei Naughty Dog, die Mitarbeitern zur Einhaltung von Terminen extrem viele Überstunden abverlangen. (...)."
Quelle: https://www.pcgameshardware.de/The-Last-of-Us-Part-2-Spiel-60085/News/Negative-User-Bewertungen-Naughty-Dog-1352674/

Oder Leute die das Spiel eigentlich nicht interessieren oder noch nie spielten, wegen der Homosexuellen Beziehung zweier Charaktere niederzumachen.
 
@Hideko1994: Das große Problem mit dem spiel ist story writing und character development, dafür wurde es von unabhängigen Journalisten zu recht unterirdisch bewertet.

Auch von der eigendlichen Zielgruppe wurde das spiel schlecht angenommen, manche Läden haben angefangen es kostenlos zu anderen Produkten dazu zugeben, das ist das letzte mal Fallout 76 passiert und das ist kein gutes Zeichen.

Homophobie halte Ich, als Homosexueller, für eine miese ausrede. Das Spiel hat das Thema einfach sehr schlecht angefasst. Fast niemand hat Heute ein Problem mit einer ehrlichen homosexuellen Romanze, viele spiele, filme und serien behandeln das Thema deutlich besser und vor allem nicht rein aus dem Zweck Homosexualität zu zeigen.
 
@Alexmitter: ehrliche kritik kann man auch noch nach 1,5 tagen wartezeit aeussern. und warum dieses spiel "rotz schlecht" sein soll... naja.
 
@laforma: Der Trick mit den 36 Stunden ist halt, gerade die wirklich schlechten Spiele machen in den ersten beiden Tagen den grossen Umsatz, danach bricht er steil ab, weil es jeder mitbekommen hat dass das Spiel schlecht oder verbugged ist. Bisher war Metacritic eine der Quellen wo man diese Info sehr schnell bekommen hat, jetzt ist es als Infoquelle für die Schnellkäufer einigermassen wertlos geworden und schützt damit die Umsätze der schlechten Releases. Letzten Endes ist es aber in der Regel sowieso sinnvoller Spiele erst beim ersten Sale oder noch besser der Goty-Version zu kaufen, zum Release kaufe ich selbst nur ganz wenige ausgewählte Titel.
 
@wunidso: tjo, wer sich nicht 36h gedulden kann, bis die kritiken eintrudeln ist am ende selbst schuld, wenn das spiel mist ist.
 
Kann man so sehen, in meinem Umfeld auch kein Problem, und wenn ich ehrlich bin, mich würde das auch nicht hart treffen wenn ich mal auf die Nase fallen würde, ich bin halt nur geizig. Bei Jugendlichen gibt es da halt manchmal einen ziemlichen Gruppendruck, und die trifft es dann besonders hart wenn sie den Vollpreis für Müll verballert haben.
 
Die Trolle werden sich jetzt aber ärgern, dass sie eine Wartezeit von 36h in ihre Skripte integrieren müssen!
 
@DRMfan^^: Und Metacritic wird sich ärgern, dass sie mittelfristig weiter an Relevanz verlieren werden. Let's play auf YT oder twitch läuft ihnen sowieso immer weiter den Rang ab, und hat für den Käufer auch mehr Aussagekraft, wenn man sich gleich ein Bild machen kann, ob das Spiel vom Inhalt her oder der Mechanik auch das abbildet, was man sich vorgestellt oder gewünscht hat.
 
@wunidso: Metacritic ist für nen schnellen ersten Eindruck - ein Let's Play taugt für einen kurzen Eindruck nicht mehr als ein Trailer. Let's Play ist eigentlich eher für faule oder unfähige Spieler, wobei Spiele ja heute mehr und mehr an letztere angepasst werden.
 
Ich bin der Meinung, das gerade das review bombing und die shitstorms bessere Kritik am Produkt darstellen, als jeder Kritiker oder Journalist in Worte fassen kann. Denn diese Worte dienen letztendlich nur zum drumherumreden oder rechtfertigen. Aber sie ändern nichts daran das es das review bombing und den shitstorm gab. Und den gibt es nie ohne Grund. Der mag trivial sein, und aus den Augen der Entwickler unangemessen.

Ich sehe es aber so: Wenn die Kundschaft oder Szene der Meinung ist einen Entwickler als Ganzes abstrafen zu müssen, weil er ein heiß ersehntes Spiel verbockt hat, dann hat er das verdient. Je mehr Hype, desto mehr Umsatzmöglichkeit, desto größer aber auch das Risiko. Im Zweifelsfall fürs ganze Unternehmen.

Es ist völlig richtig gewesen jedes EA spiel in Grund und Boden zu werten, während der Lootbox geschichte. Unabhängig von welchem Studio, oder ob es da Lootboxen gab oder nicht. Das Ziel ist es doch EA derart zu diskreditieren, das die Studios Geschäfte mit diesem Publisher in Zukunft ablehnen. Und genau dafür ist öffentliche Kritik im Internet da.

Es geht nicht unbedingt darum das Produkt fair zu bewerten. Sondern die Rahmenbedingungen zu beurteilen, und das Produkt und seinen Hersteller eben dafür abzustrafen. Notfalls derart geschäftsschädigend, bis zum gewünschten Punkt eingelenkt wird. Jedenfalls solange dafür keine separate, schnell wirksame Möglichkeit besteht.

Aber nein, hier wird einem quasi die eine wirklich wirksame Protestmethode genommen. So groß wie das Angebot der großen Publisher ist, ist es einfach lächerlich jedes Spiel nur bei Besitz (im Falle von Steam) und Zeitversetzt bewerten zu dürfen. Nein, wenn sie einen Skandal anzetteln oder ein gehyptes Spiel in den Sand setzten, dann gehört deren gesamtes Portfolio derart negativ bewertet, bis der Skandal beseitigt, das Spiel gepatcht wird, usw...
Natürlich betrifft das dann auch Studios bei dem Publisher, die mit dem Spiel oder den Entscheidungen des Publishers absolut nichts zu tun hatten. Die gilt es NICHT zu schützen. Die sollten sich einen anderen Publisher suchen!

Edit: Eine einfachere Lösung des Problems wären drei, anstatt einer Zahl. In Zukunft gibt es zu jedem Spiel den Metacritic Wert für das Spiel, für das Studio und für den Publisher.

Das kann dann bei EA, Bethesda und Konsorten gerne 8/5/0 ausfallen. Aber solange es nur eine Zahl ist, und diese neben dem Spiel auch immer dessen Entstehungsprozess und das Drumherum beinhaltet, ist es nur recht, das sie manchmal geschäftsschädigend niedrig ausfällt.
 
@Speggn: Ich sehe das review bombing mit sehr gemischten Gefühlen, die Entwicklung eines Spiels kann für ein Studio ohne weiteres einen Zeitrahmen von 2 oder 3 Jahren dauern, das ist dann schon bitter wenn das Spiel aufgrund der Kritik am Publisher versenkt wird, über den Zeitraum kann man ja nicht unbedingt vorhersehen, dass der Publisher in Ungnade fällt weil er bei einem anderen Titel eine Sauerei betrieben hat.

Auf der anderen Seite sehe ich solche Geschichten wie bei Kerbal Space Program, als das Spiel aufgekauft und nachträgilich eine neue Eula und redshell spyware eingeführt wurde, und der Käufer der Dumme war, da er ja zum Zeitpunkt des Kaufs nicht absehen konnte, dass es zu solchen Praktiken kommen wird. Das war der Moment, wo ich mich auch dazu hinreissen lassen habe, mein Review mit einer entsprechenden Erläuterung auf negativ zu stellen.

Insgesamt also ein schwieriges Thema, die 36 Stunden Verzögerungszeit zielen aus meiner Sicht weniger auf die Gesamtproblematik ab, sondern eher darauf, dass man zum Start des Spiels ohne Störung absahnen kann, da auf diese Weise die z.T. aus meiner Sicher sehr wohlwollenden Reviews der "professionellen" Bewerter mehr Gewicht haben.
 
@wunidso: Eben. Genau da wo Kritik am wirkungsvollsten wäre, wird sie abgewürgt.

Und ja, es ist tragisch für das Studio. Aber genau das sollte es sein. Auf das es die zusammenarbeit mit dem Publisher kündigt, und sich einen anderen sucht, der nicht solche kranken Geschäftspraktiken verfolgt. Und andere Studios die Zusammenarbeit von vornherein verweigern.

So würden die Publisher die sich gegen die Gamer stemmen schnell an Bedeutung verlieren, weil spätestens beim Absprung großer Studios, auch die Aktionäre ihr Geld abziehen.
Und genau das sollte passieren. EA, Actiblizz, Bethesda und co. sollten in der Bedeutungslosigkeit versinken, und von neuen Größen, die das ganze mit etwas weniger Gier und Shareholder-Value angehen, ersetzt werden.
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Video-Empfehlungen