Fruitfly: Spionage-Malware für Macs schnüffelte jahrelang unbemerkt
Ein Sicherheitsforscher hat eine schon mindestens fünf Jahre alte Mac-Malware entdeckt, mit der Nutzer ausspioniert werden können. Der Fruitfly genannte Schädling betätigt sich als Tastatur-Keylogger und kann Webcam-Aufnahmen und Screenshots via Internet an einen Überwachungs-Server schicken. Welchem Zweck die Malware diente, ist bislang nicht klar.
Bei der vom Sicherheitsspezialisten Patrick Wardle entdeckten Malware handelt es sich um eine bislang unbekannte Variante der Fruitfly-Schnüffelsoftware. Diese war bereits im Januar von Malwarebytes entdeckt worden. Die von Wardle gefundene Variante solle zum Ausspionieren von Privatpersonen in den USA genutzt worden sein. Über nicht mehr genutzte Domains eines inzwischen abgeschalteten Schnüffel-Servers konnten fast 400 infizierte Mac-Systeme ermittelt werden, die Mehrzahl dabei befand sich in Wohnhäusern in den USA.
Um herauszufinden, wer hinter Fruitfly steckt, nutzte Wardle eine Liste von Backup-Domains für den Steuerserver, von denen mittlerweile keine mehr aktiv ist. Genutzt werde Fruitfly daher wohl nicht mehr. Durch das erneute Anmelden einer der Domains konnte Wardle allerdings die infizierten Rechner aus der Ferne kontrollieren. Auf diesem Weg fand er heraus, dass sich die betroffenen Systeme vorwiegend in Privatanwesen in den USA befanden.
"Perverser" Spion
Fruitfly kann Tastaturaufnahmen mitschneiden, Screenshots anfertigen und die Webcam des Macs aktivieren. Spezielle Funktionen zum Ausspionieren von Bankdaten gebe es aber laut Wardle nicht, weshalb der Sicherheitsforscher eine finanzielle Motivation hinter Fruitfly ausschließt. Er vermutet vielmehr ein "perverses Interesse" am Ausspionieren von Nutzern als Motiv. In Bezug auf die bereits bekannte Fruitfly-Variante war zunächst spekuliert worden, sie diente der Wirtschaftsspionage in biomedizinischen Forschungseinrichtungen. US-Privatanwender als ZielUm herauszufinden, wer hinter Fruitfly steckt, nutzte Wardle eine Liste von Backup-Domains für den Steuerserver, von denen mittlerweile keine mehr aktiv ist. Genutzt werde Fruitfly daher wohl nicht mehr. Durch das erneute Anmelden einer der Domains konnte Wardle allerdings die infizierten Rechner aus der Ferne kontrollieren. Auf diesem Weg fand er heraus, dass sich die betroffenen Systeme vorwiegend in Privatanwesen in den USA befanden.
Ziemlich alte Mac-Malware
Wie viele Systeme von diversen Fruitfly-Varianten infiziert wurden, ist nicht bekannt. Die von Malwarebytes aufgespürte Version nutzt noch Funktionen, die aus Zeiten vor Mac OS X aus dem Jahr 2000 stammten. Eine Anpassung für das im Herbst 2014 erschienene OS X 10.0 Yosemite seien aber ebenfalls nachweisbar. In Apples macOS wird diese Fruitfly-Variante durch die Schutzfunktion XProtect mittlerweile aber blockiert. Mac-Anwender sollten trotzdem auf der Hut sein. Der Mythos, Macs seien gegen Malware gefeit bröckelt schon länger. Auf dem Schwarzmarkt wird mittlerweile immer mehr Mac-Schadsoftware als Malware-as-a-Service angeboten.
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