Verbraucherschützer warnen vor Amazons Vine-Club
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat davor gewarnt, den Rezensionen des so genannten Vine-Clubs bei Amazon zu vertrauen. Diese fielen nach einer Überprüfung nicht gerade objektiv aus.
Und dies ist letztlich auch wenig verwunderlich. Denn es handelt sich hier zwar nicht um Bewertungen im Auftrag der Hersteller, doch immerhin um eine vom Online-Händler handverlesene Gruppe, die exklusive Vorteile genießt. Kaum jemand wird wohl riskieren wollen, aus diesem erlesenen Kreis wieder herauszufliegen.
Denn die im Club versammelten angeblich "besten Rezensenten" des Branchenführers sacken für Besprechungen kostenlos Marken-Produkte im Wert von mehreren tausend Euro ein. "Das Paradies öffnet jeden ersten Donnerstag im Monat kurz nach 10 Uhr. Dann dürfen sich hunderte Mitglieder des Amazon Vine-Clubs per Internet aus einer reichhaltigen Produktliste namhafter Hersteller kostenlos bedienen", berichtet die Verbraucherzentrale.
Einlass in den Kreis finden allein von Amazon Berufene: Kritiker, die fleißig Beiträge liefern, die obendrein von vielen als "hilfreich" eingestuft werden. Ihr Schreib-Geschäft soll vor allem Vertrauen schaffen. Denn verschiedene Studien haben inzwischen gezeigt, dass die Bewertungen anderer Kunden letztlich für viele Nutzer ein sehr wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung sind.
Wer einen genaueren Blick auf das Schaffen des Kreises wirft, mag allerdings kaum glauben, die "ehrlichen und unbeeinflussten Rückmeldungen von einigen der vertrauenswürdigsten Rezensenten bei Amazon" zu lesen, so die Einschätzung der Verbraucherzentrale. Auf Anhieb fanden die Düsseldorfer Verbraucherschützer bei einer Stichprobe 30 Produkte, denen allein der Vine-Club einen immensen Bewertungs-Boost verschafft hatte. Alle waren am Ende mit mindestens vier von fünf möglichen Sternen (Gesamturteil) dekoriert.
Das Perfide dabei sei, dass der Club seine Sterne meist exklusiv verteilen kann. Will ein echter Kunde ein negatives Urteil über ein solches Produkt fällen, wird er auf die Phalanx lobender Ergüsse treffen. Nicht jeder wird den Mumm aufbringen, den "besten Rezensenten" des größten Einkaufsportals die Meinungs-Stirn zu bieten.
Bisweilen passiere dies aber dann doch, wie etwa bei einem 2.000-Euro-Notebook, das von drei Vinern knapp unter die 5-Sterne-Schwelle gehievt wurde. Ganz anders lautete das Urteil zweier Nicht-Viner, die reichlich Macken entdeckt hatten: Ein und zwei Sterne gab es hier.
Auch innerhalb der Gruppe soll es ein Hauen und Stechen um die Gunst des Handelskonzerns geben. So hätten einige neue Mitglieder den Verdacht geäußert, dass andere Vine-Mitglieder ihre Beiträge negativ bewerten, um möglichst nicht noch mehr Konkurrenz um die exklusiven Angebote zu erhalten, die sich regelmäßig abstauben lassen.
Denn die im Club versammelten angeblich "besten Rezensenten" des Branchenführers sacken für Besprechungen kostenlos Marken-Produkte im Wert von mehreren tausend Euro ein. "Das Paradies öffnet jeden ersten Donnerstag im Monat kurz nach 10 Uhr. Dann dürfen sich hunderte Mitglieder des Amazon Vine-Clubs per Internet aus einer reichhaltigen Produktliste namhafter Hersteller kostenlos bedienen", berichtet die Verbraucherzentrale.
Einlass in den Kreis finden allein von Amazon Berufene: Kritiker, die fleißig Beiträge liefern, die obendrein von vielen als "hilfreich" eingestuft werden. Ihr Schreib-Geschäft soll vor allem Vertrauen schaffen. Denn verschiedene Studien haben inzwischen gezeigt, dass die Bewertungen anderer Kunden letztlich für viele Nutzer ein sehr wichtiges Kriterium bei der Kaufentscheidung sind.
Wer einen genaueren Blick auf das Schaffen des Kreises wirft, mag allerdings kaum glauben, die "ehrlichen und unbeeinflussten Rückmeldungen von einigen der vertrauenswürdigsten Rezensenten bei Amazon" zu lesen, so die Einschätzung der Verbraucherzentrale. Auf Anhieb fanden die Düsseldorfer Verbraucherschützer bei einer Stichprobe 30 Produkte, denen allein der Vine-Club einen immensen Bewertungs-Boost verschafft hatte. Alle waren am Ende mit mindestens vier von fünf möglichen Sternen (Gesamturteil) dekoriert.
Das Perfide dabei sei, dass der Club seine Sterne meist exklusiv verteilen kann. Will ein echter Kunde ein negatives Urteil über ein solches Produkt fällen, wird er auf die Phalanx lobender Ergüsse treffen. Nicht jeder wird den Mumm aufbringen, den "besten Rezensenten" des größten Einkaufsportals die Meinungs-Stirn zu bieten.
Bisweilen passiere dies aber dann doch, wie etwa bei einem 2.000-Euro-Notebook, das von drei Vinern knapp unter die 5-Sterne-Schwelle gehievt wurde. Ganz anders lautete das Urteil zweier Nicht-Viner, die reichlich Macken entdeckt hatten: Ein und zwei Sterne gab es hier.
Auch innerhalb der Gruppe soll es ein Hauen und Stechen um die Gunst des Handelskonzerns geben. So hätten einige neue Mitglieder den Verdacht geäußert, dass andere Vine-Mitglieder ihre Beiträge negativ bewerten, um möglichst nicht noch mehr Konkurrenz um die exklusiven Angebote zu erhalten, die sich regelmäßig abstauben lassen.
Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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