Chavez: Mit Twitter gegen Währungs-Spekulanten
Während seines wöchentlichen Auftritts in den Medien rief er dazu auf, Spekulanten zu melden. "Mein Twitter-Account steht euch zur Verfügung, um sie zu brandmarken", so Chavez. Die Informationen würden dabei helfen, den illegalen Geldumtausch zu verfolgen.
In der letzten Zeit gab es bereits mehrfach Razzien, mit denen gegen den Umtausch von Geld zu Schwarzmarkt-Kursen vorgegangen wurde. Die Spekulanten werden von der Regierung dafür verantwortlich gemacht, die Inflation in die Höhe zu treiben und damit wichtige Güter zur Grundversorgung der Bevölkerung zu verteuern.
Auf dem Schwarzmarkt werden beim Umtausch der Landeswährung Bolivar in US-Dollar fast doppelt so hohe Kurse aufgerufen, wie in staatlichen Wechselstuben. Dieser Handel ist zwar illegal, wurde aber von den Behörden lange Zeit faktisch nicht verfolgt. Dadurch agierten die Täter nicht einmal mehr im Verborgenen, sondern boten ihre Dienste in herkömmlichen Ladenbüros und auf Online-Plattformen an.
Die Regierung Venezuelas reguliert allerdings den Zustrom von US-Dollar ins Land und legte im Gegenzug Wechselkurse fest, die vergleichsweise gering ausfallen, wenn die Devisen benötigt werden, um wichtige Güter für die Grundversorgung der Bevölkerung zu importieren.
Chavez hatte vor einiger Zeit einen eigenen Twitter-Account eingerichtet. Dieser erfreut sich hoher Beliebtheit und inzwischen kümmern sich rund 200 Regierungsmitarbeiter um die Beantwortung der zahlreichen Anfragen. Immerhin folgen dem Präsidenten bereits über 350.000 Follower.
Den Einstieg in den Dienst begründete Chaves damit, dass die rechte Opposition ebenfalls massiv Twitter einsetzt, um gegen die Regierung Venezuelas zu hetzen. Chavez legt Wert darauf, selbst Meldungen abzusetzen und entschuldigte sich bereits im Vorfeld dafür, dass schon einmal ein paar Stunden keine neuen Meldungen von ihm kommen, weil er gerade in einer wichtigen Sitzung ist.
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