Netzwelten: Fairplay um Millionen
Die deutsche Fernsehlandschaft hat Harald Schmidt wieder. Und sollte er anderes machen als genau die Late Night, die ihn zu einer Kultfigur machte oder viel mehr seine Ankündigung 2003, aufzuhören. Nun gibt es also mittwochs und donnerstags einen guten Grund noch länger wach zu bleiben.
Zusammen mit Sidekick Manuel Andrack wiederholt Schmidt die Themen des Tages. Sein Konzept: Provokante Ideen, Lästereien und immer wieder kongeniale Vernetzungen verschiedener Aspekte. Die alte Band ist auch wieder mit von der Partie und wie gewohnt kann sie nicht unbedingt begeistern.
Das einzig störende im Vorfeld waren die Meldungen über die Bezahlung Schmidts. Er kassiert Millionen für eine Show, die 60 Minuten pro Woche ausmacht, aufwendigere Produktionen gibt es allemal. Ein Mann, der genug hat, will noch mehr und in der von uns allen finanzierten ARD scheint mir das irgendwie unpassend. Die allwöchentliche Kurzweil ist nach nun zwei Wochen aber irgendwie versöhnlich.
Ein Thema, dass auch Schmidt in voller epischer Breite behandelt hat, ist der Skandal um die Bestechlichkeit im deutschen Fußball-Schiedsrichterwesen. Zentrale Figur in der Affäre: Ein junger Berliner, der bisher vor allem in der Zweiten Liga aktiv war. Da ich selber im Schiedsrichterbereich tätig bin, wenn auch in einer anderen Sportart, ist das für mich schon eine Überraschung. Schiedsrichter werden ist mit gewissen Werten verbunden, sportliche Fairness und Uneigennützigkeit sind dabei an der obersten Stelle. Dass genauso diese Dinge durch den neuerlichen Skandal verletzt wurden, wird dem Image der Sportart oder speziell der Referees schaden.
Die Aus- und Fortbildung der Schiedsrichter für solch hohe Ligen sollte meiner Meinung nach eigentlich gewährleisten, dass gewisse Wertefragen erst gar nicht gestellt werden müssten. Aber so ist das nun mal mit dem Geld und den Menschen....
In der nächsten Ausgabe von Netzwelten in zwei Wochen wird es um Computerspiele gehen. Speziell zur Thematik Zensur und Gewalt in Spielen möchten wir Sie bitten, ihre persönliche Meinung per Mail an SB@winfuture.de zu schicken. Falls Sie Glück haben, werden Sie im Artikel erwähnt!
Bis zum nächsten Mal,
Ihr Simon Bauer
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