Zusammenbruch großer Digitalbank stürzt Paraguay in schwere Krise
Der Zusammenbruch der Digitalbank Ueno Bank hat das südamerikanische Land Paraguay in eine schwere Finanz- und Regierungskrise gestürzt. Millionen Kunden können nicht mehr auf ihr Geld zugreifen, Beschäftigte warten auf ausstehende Gehälter.
Ueno war innerhalb weniger Jahre von einem weitgehend unbekannten Finanzunternehmen zu einer der bedeutendsten Banken des Landes aufgestiegen. Nach eigenen Angaben zählte das Institut rund drei Millionen Kunden und damit mehr als 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Auch der Staat vertraute der Bank erhebliche Mittel an: Zuletzt lagen dort umgerechnet etwa 715 Millionen Euro an öffentlichen Einlagen, darunter Gelder des staatlichen Renten- und Gesundheitsfonds.
Am Montag brach die Krise offen aus. Mitarbeiter der Zentralbank hatten bei der Prüfung von Krediten an Unternehmen aus dem Umfeld der Ueno-Eigentümer erhebliche Unregelmäßigkeiten entdeckt. Zudem waren Ausgaben fälschlicherweise als Vermögenswerte verbucht worden. Nach der Korrektur der Bilanz sank das Eigenkapital auf weniger als die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwerts. Die Zentralbank übernahm daraufhin das Institut und leitete dessen Abwicklung ein.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar: Banking-App, Karten und Überweisungen funktionierten nicht mehr, Filialen blieben geschlossen. Verzweifelte Kunden standen vor den Banken Schlange. Die Zentralbank will Einlagen und verwertbare Vermögenswerte auf andere Institute übertragen. Ein staatlicher Garantiefonds soll betroffene Sparer entschädigen. Für rund 97 Prozent der Kunden sollen die abgesicherten Beträge sämtliche Einlagen abdecken. Bis diese an ihr Geld kommen, dauert es allerdings.
Am Donnerstag bot der Präsident seinen Rücktritt an. Das Parlament lehnte diesen jedoch ab, damit er nicht einen lebenslangen Senatorenposten erhält, und leitete ein Amtsenthebungsverfahren ein. Peña kündigte an, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Unterdessen protestieren Kunden und Beschäftigte gegen den Verlust ihrer Ersparnisse und Arbeitsplätze. Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind rund 7000 Jobs direkt oder indirekt betroffen.
Siehe auch:
- Die Ueno Bank in Paraguay betreute über 60 Prozent aller erwachsenen Bürger
- Zentralbank deckte Bilanzfälschungen auf und leitete die Abwicklung ein
- Nach der Schließung des Instituts fiel der Zugriff auf Konten komplett aus
- Ein Garantiefonds soll die Einlagen für 97 Prozent der Kunden entschädigen
- Präsident Peña droht nach Verflechtungen ein Amtsenthebungsverfahren
- Rund 7000 Arbeitsplätze sind durch die Krise direkt oder indirekt bedroht
60 Prozent der Bürger ohne Geld
Der Staat muss jetzt eilig die Rückzahlung eingefrorener Einlagen organisieren. Gleichzeitig gerät Präsident Santiago Peña wegen seiner Verbindungen zu dem Finanzinstitut unter strafrechtlichen Verdacht und sieht sich mit einem Amtsenthebungsverfahren konfrontiert, berichtete die Nachrichtenagentur AP.Ueno war innerhalb weniger Jahre von einem weitgehend unbekannten Finanzunternehmen zu einer der bedeutendsten Banken des Landes aufgestiegen. Nach eigenen Angaben zählte das Institut rund drei Millionen Kunden und damit mehr als 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Auch der Staat vertraute der Bank erhebliche Mittel an: Zuletzt lagen dort umgerechnet etwa 715 Millionen Euro an öffentlichen Einlagen, darunter Gelder des staatlichen Renten- und Gesundheitsfonds.
Am Montag brach die Krise offen aus. Mitarbeiter der Zentralbank hatten bei der Prüfung von Krediten an Unternehmen aus dem Umfeld der Ueno-Eigentümer erhebliche Unregelmäßigkeiten entdeckt. Zudem waren Ausgaben fälschlicherweise als Vermögenswerte verbucht worden. Nach der Korrektur der Bilanz sank das Eigenkapital auf weniger als die Hälfte des gesetzlich vorgeschriebenen Mindestwerts. Die Zentralbank übernahm daraufhin das Institut und leitete dessen Abwicklung ein.
Die Folgen waren unmittelbar spürbar: Banking-App, Karten und Überweisungen funktionierten nicht mehr, Filialen blieben geschlossen. Verzweifelte Kunden standen vor den Banken Schlange. Die Zentralbank will Einlagen und verwertbare Vermögenswerte auf andere Institute übertragen. Ein staatlicher Garantiefonds soll betroffene Sparer entschädigen. Für rund 97 Prozent der Kunden sollen die abgesicherten Beträge sämtliche Einlagen abdecken. Bis diese an ihr Geld kommen, dauert es allerdings.
Präsident unter Beschuss
Die Krise hat inzwischen auch die politische Führung erfasst. Die Staatsanwaltschaft eröffnete drei Strafverfahren, die unter anderem die Bankenaufsicht, staatliche Einlagen und mögliche Verfehlungen von Regierungsvertretern untersuchen. Auch Peña ist betroffen: Er hatte bis 2025 Anteile an einem Unternehmen gehalten, das mit Ueno verbunden war.Am Donnerstag bot der Präsident seinen Rücktritt an. Das Parlament lehnte diesen jedoch ab, damit er nicht einen lebenslangen Senatorenposten erhält, und leitete ein Amtsenthebungsverfahren ein. Peña kündigte an, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. Unterdessen protestieren Kunden und Beschäftigte gegen den Verlust ihrer Ersparnisse und Arbeitsplätze. Nach Angaben des Arbeitsministeriums sind rund 7000 Jobs direkt oder indirekt betroffen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.