PCB-Engpässe: Durch KI-Boom werden auch Mainboards rar und teuer
Für die PC-Hersteller werden auch PCBs zum Problem bei der Beschaffung von Komponenten für die Einführung neuer Systeme im nächsten Jahr. Weil die PCB-Hersteller lieber zahlungskräftige Kundschaft aus dem KI-Markt bedienen, steigen die Mainboard-Preise.
Laut einem Bericht des japanischen Wirtschaftsdiensts Nikkei Asia sind "verschiedene Arten von PCBs zu einem entscheidenden Engpass in der Produktplanung für das kommende Jahr geworden". Es sei trotz der voraussichtlich niedrigeren PC-Verkaufszahlen im Jahr 2027 schwierig, die Versorgung mit PCBs zu sichern, hieß es weiter.
Von Managern aus der PCB-Industrie ist zu hören, dass die gesamte Branche begonnen habe, ihre Produktionskapazitäten zu KI-Produkten verlagert, während der Bereich der klassischen Consumer-Electronics, PCs und Notebooks zunehmend unterversorgt sei. Die Lieferanten wollen durch den Wechsel vor allem von den höheren Preisen der für KI-Systeme benötigten Platinen profitieren.
Gleichzeitig würden auch die Lieferzeiten für das rund um die Produktion benötigte Equipment zunehmen, so ein Manager des taiwanischen PCB-Fertigers Unimicron. Unterdessen sind die Kosten für sogenanntes Copper Clad Laminate (CCL), das für die PCB-Produktion unverzichtbar ist, innerhalb weniger Monate um mindestens das Zwölffache gestiegen.
Der Trend beschränkt sich unterdessen nicht auf die PC-Branche außerhalb Chinas in Taiwan, Japan oder auch den USA, Europa und den anderen Ländern Südostasiens, so der Bericht. Selbst in China würden die PCB-Fertiger mittlerweile ihren Fokus auf die KI-Branche, Industrie- und Serverkunden verlagern, wodurch selbst chinesische Gerätehersteller zu kämpfen hätten, wenn es darum geht, ihre Versorgung zu sichern.
PCBs seien mittlerweile deshalb nicht mehr einfache Basisprodukte, die massenhaft und günstig verfügbar seien, sondern viel mehr zu strategisch wichtigen und essenziellen Produkten geworden. Für die Endkunden bedeutet die Entwicklung im PCB-Markt vor allem eines: höhere Preise und weniger Fortschritt bei verbraucherbezogenen Produkten, die sie selbst in den Händen halten können.
Siehe auch:
- Hersteller von Computern kämpfen trotz sinkender Absätze mit Platinenmängeln
- Fertiger von PCBs verlagern ihre Kapazitäten verstärkt auf teurere KI-Systeme
- Platinen für Serverzentren erfordern viel komplexere Fertigungsprozesse
- Preise für unverzichtbares Basismaterial vervielfachten sich extrem schnell
- Zulieferer bauen Kapazitäten aus, können feste Lieferungen kaum garantieren
- Verbraucher müssen mit steigenden Kosten und weniger Innovationen rechnen
PC-Hersteller trotz sinkender Verkäufe mit Problemen
Laut Quellen bei amerikanischen PC-Marken wird es für die Unternehmen immer schwerer, Platinen für die Bestückung mit diversen Komponenten einzukaufen. Zwar sinken die Stückzahlen im PC-Markt derzeit drastisch, doch trotz geringerer Mengen soll es zunehmend ein Problem sein, PCBs einzukaufen.Laut einem Bericht des japanischen Wirtschaftsdiensts Nikkei Asia sind "verschiedene Arten von PCBs zu einem entscheidenden Engpass in der Produktplanung für das kommende Jahr geworden". Es sei trotz der voraussichtlich niedrigeren PC-Verkaufszahlen im Jahr 2027 schwierig, die Versorgung mit PCBs zu sichern, hieß es weiter.
PCB-Fertiger verlagern Fokus auf KI-Anwendungen
Die Printed Circuit Boards (PCBs) und Chip-Substrate, auf denen die Komponenten von PCs, Servern, Grafikkarten, Smartphones, Tablets und im Fall der Substrate die Dies von Prozessoren und anderen Chips aufgebracht werden, werden vermehrt für den Ausbau von KI-Rechenzentren nachgefragt.Von Managern aus der PCB-Industrie ist zu hören, dass die gesamte Branche begonnen habe, ihre Produktionskapazitäten zu KI-Produkten verlagert, während der Bereich der klassischen Consumer-Electronics, PCs und Notebooks zunehmend unterversorgt sei. Die Lieferanten wollen durch den Wechsel vor allem von den höheren Preisen der für KI-Systeme benötigten Platinen profitieren.
Rohstoffe & Equipment ebenfalls schwerer verfügbar
Die PCBs für KI-Anwendungen müssen laut Branchenvertretern oft mit mehr Ebenen, höherer Dichte und hochwertigeren Materialien sowie gestiegenen Qualitätsanforderungen produziert werden. Dadurch würden auch die Anforderungen an die jeweiligen Zulieferer von Rohstoffen und Chemikalien zunehmen, was wiederum zu Engpässen auf ihrer Seite führe, heißt es weiter.Gleichzeitig würden auch die Lieferzeiten für das rund um die Produktion benötigte Equipment zunehmen, so ein Manager des taiwanischen PCB-Fertigers Unimicron. Unterdessen sind die Kosten für sogenanntes Copper Clad Laminate (CCL), das für die PCB-Produktion unverzichtbar ist, innerhalb weniger Monate um mindestens das Zwölffache gestiegen.
Kapazitäten werden stark ausgebaut
Die jeweiligen Zulieferer der PCB-Industrie versuchen aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage ihrerseits die Kapazitäten massiv zu steigern, während man gleichzeitig kaum garantieren kann, dass die jeweiligen Abnehmer ihre Lieferungen auch wirklich erhalten.Der Trend beschränkt sich unterdessen nicht auf die PC-Branche außerhalb Chinas in Taiwan, Japan oder auch den USA, Europa und den anderen Ländern Südostasiens, so der Bericht. Selbst in China würden die PCB-Fertiger mittlerweile ihren Fokus auf die KI-Branche, Industrie- und Serverkunden verlagern, wodurch selbst chinesische Gerätehersteller zu kämpfen hätten, wenn es darum geht, ihre Versorgung zu sichern.
PCBs seien mittlerweile deshalb nicht mehr einfache Basisprodukte, die massenhaft und günstig verfügbar seien, sondern viel mehr zu strategisch wichtigen und essenziellen Produkten geworden. Für die Endkunden bedeutet die Entwicklung im PCB-Markt vor allem eines: höhere Preise und weniger Fortschritt bei verbraucherbezogenen Produkten, die sie selbst in den Händen halten können.
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Roland QuandtRedakteur für Smartphones & Leaks
Seine Vorabberichte zu neuen Smartphones greifen Tech-Medien in aller Welt auf. Schwerpunkte: Samsung Galaxy, Google Pixel, Prozessoren und Windows.
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