Warhound: Oculus-Gründer plant genmanipulierte Hunde für das Militär

Das texanische Start-up Warhound hat 200 Millionen Dollar eingesammelt, um genmanipulierte Diensthunde für das US-Militär zu züchten. Ziel ist es, die Gesundheit der Tiere zu verbessern und die Abhängigkeit von Züchtern in Europa zu verringern.
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Warhound
  • Das Start-up Warhound plant geklonte Diensthunde für US-Behörden
  • In einer ersten Runde sammelte die Firma 200 Millionen Dollar ein
  • Bislang importiert das US-Militär über 80 Prozent seiner Hunde
  • Gentechnik soll gesundheitliche Schwächen der Tiere minimieren
  • Erste Welpen der Rasse Malinois sollen schon Anfang 2027 kommen
  • Rüstungsfirma Anduril steuert moderne Schutzausrüstung für Hunde bei

Start-up plant optimierte Hunde

Oculus-Gründer Palmer Luckey und Biotech-Unternehmer Ben Lamm haben ein neues Rüstungsprojekt vorgestellt, bei dem sich sicherlich der eine oder andere ironisch fragen wird: Was kann schon schiefgehen?

Das Interesse ist aber da, denn das texanische Start-up Warhound hat in einer ersten Finanzierungsrunde 200 Millionen Dollar (etwa 178 Millionen Euro) eingesammelt, um speziell angepasste Diensthunde für das US-Militär, für Behörden und Rettungskräfte zu züchten. Ziel ist es, die Qualität der Tiere durch Genmanipulation und Klonen zu steigern und gleichzeitig die heimische Versorgung der USA zu sichern.

Bislang bezieht das US-Militär über 80 Prozent seiner Hunde aus Europa. Viele der Tiere scheiden jedoch während der teuren Ausbildung aus. Um die Abhängigkeit und hohe Ausfallquoten zu reduzieren, setzt das Unternehmen auf die Expertise von Colossal Biosciences. Das Biotech-Unternehmen ist für Versuche zur Wiederbelebung ausgestorbener Tierarten bekannt. Warhound sammelt bereits Zelllinien von besonders leistungsstarken Diensthunden, um sie in weiterer Folge zu klonen.


Fokus auf Gesundheit und Sensorik

Wie TechCrunch berichtet, sollen gesundheitliche Schwachstellen der Rassen beseitigt werden. Das Unternehmen will gezielt Gene anpassen, um die Anfälligkeit für Hüftgelenksdysplasie, Krebs oder Muskelschwund zu senken. Die ersten Welpen, hauptsächlich Belgische Schäferhunde (Malinois), dazu einige Deutsche Schäferhunde und Labradore, sollen Anfang 2027 geboren werden. Später seien auch weitreichendere Eingriffe geplant, um etwa den Geruchssinn durch Gene von Wölfen zu schärfen.

Zusätzlich zur Genetik wird externe Technik eingesetzt, um die Sicherheit und Leistungsfähigkeit im Feld zu erhöhen. Anduril steuert dafür entsprechende Schutzausrüstung bei. Dazu gehören Schutzwesten, Gehörschutz und Schutzbrillen. Lamm nannte als Beispiel kugelsichere Westen mit Sensoren, die Daten an die Hundeführer übertragen. Laut Lamm handelt es sich dabei um getragene Ausrüstung und nicht um Implantate, die in die Hunde eingesetzt werden.

Ex-Palantir-Manager als neuer Chef

Geführt wird das mit 1,2 Milliarden US-Dollar (etwa 1,07 Milliarden Euro) bewertete Unternehmen von David Spirk, einem ehemaligen Datenoffizier des US-Verteidigungsministeriums, der zuletzt bei Palantir tätig war. Luckey selbst hält laut Lamm keine Unternehmensanteile und ist nicht in das Tagesgeschäft involviert. Zu den Investoren gehören namhafte Firmen wie Sequoia Capital sowie In-Q-Tel, ein Investmentarm der US-Geheimdienste.

Warhound arbeitet nach eigenen Angaben unter Anleitung der American Humane Society. Die Tierschutzorganisation soll die Ausbildungsprogramme des Start-ups zertifizieren und sich später um die Vermittlung ausgemusterter Diensthunde in private Haushalte kümmern.

Wie steht ihr zu der Zucht von genmanipulierten Hunden für militärische Einsätze? Teilt eure Meinung gerne mit uns in den Kommentaren.

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Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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