KI-Agent Claude Duet: Anthropics Antwort auf Meta und OpenAI

Anthropic hat mit Claude Duet einen proaktiven KI-Agenten vorgestellt. Die Software arbeitet im Hintergrund, wertet angebundene Apps aus und übernimmt selbstständig Aufgaben. Derzeit läuft der Testbetrieb für Abonnenten in den USA.
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  • Anthropic hat den proaktiven KI-Agenten Claude Duet offiziell vorgestellt
  • Die Neuentwicklung richtet sich primär an Firmen sowie Kleinunternehmer
  • Vorerst können sich zahlende US-Kunden auf eine Warteliste setzen lassen
  • Das System arbeitet proaktiv im Hintergrund auf einer virtuellen Maschine
  • Über sechstausend verschiedene Dienste lassen sich mit der KI verbinden
  • Kritische Aktionen erfordern stets eine ausdrückliche Bestätigung des Nutzers

Anthropic startet proaktiven KI-Agenten

Anthropic hat am Mittwoch den proaktiven KI-Agenten Claude Duet vorgestellt. Die Software richtet sich an professionelle Anwender und Kleinunternehmer, um diese bei täglichen administrativen Aufgaben zu entlasten. Die Neuentwicklung tritt gegen ähnliche Dienste wie Meta Muse oder OpenAI Dots an.

Der Agent ist als eigenständige Anwendung für Mobilgeräte sowie im Web verfügbar. Vorerst können sich allerdings nur US-Nutzer der kostenpflichtigen Pro- und Max-Tarife auf eine Warteliste setzen lassen. Ein Starttermin für Europa wurde nicht genannt.

Anthropic stellt den KI-Agenten Claude Duet in einem Video vor

Im Gegensatz zu herkömmlichen Chatbots agiert Claude Duet proaktiv. Wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag berichtet, erstellt die auf dem Modell Opus 5.5 basierende Software morgens eine Zusammenfassung wichtiger Ereignisse aus angebundenen Konten. Das System prüft die verknüpften Anwendungen im Hintergrund und meldet sich, sobald Entscheidungen anstehen. Da der Agent auf einer virtuellen Maschine samt Browser läuft, arbeitet er unabhängig vom Endgerät des Nutzers weiter.

Sicherheit und Verknüpfungen

Nutzer kommunizieren per Text oder Spracheingabe in einem fortlaufenden Chat mit der Software. Dabei übernimmt der Agent das Gedächtnis, die Skills und die verbundenen Apps aus dem bestehenden Claude-Konto. Anwender können das Programm zudem mit über 6000 Diensten verknüpfen. Zu den Anwendungsfällen zählen etwa die Prüfung unbezahlter Rechnungen oder die Vorbereitung von Gehaltsabrechnungen.


Die KI kann Dashboards erstellen, Verkaufsprognosen anfertigen und bei der Web-Entwicklung helfen. Die Hintergrundaufgaben verbrauchen das reguläre Kontingent des Accounts, weshalb der Agent die Konten nur alle paar Stunden abruft. Obwohl das Programm viele Arbeitsschritte selbstständig vorbereitet, führt es kritische Aktionen nicht ohne menschliche Zustimmung aus.

Vor dem Versenden von Nachrichten, dem Auslösen von Zahlungen, der Vertragsunterzeichnung oder dem Löschen von Dateien fordert die Software eine Bestätigung an. Vorgänge wie Geldtransfers zwischen Konten oder der Wertpapierhandel bleiben selbst mit Zustimmung gesperrt. Eine spezielle Klassifizierung soll zudem das Abfließen von Kreditkartennummern oder Ausweisdokumenten verhindern.

Gesundheitsdaten teilt der Agent nur nach ausdrücklicher Anweisung. Bei Einkäufen über Stripes Bezahldienst Link wird mit einer virtuellen Karte bezahlt, sodass die echte Kartennummer verborgen bleibt. Einen direkten Zugriff auf Passwörter hat die KI nach Angaben des Herstellers nicht.

Würdet ihr einem KI-Agenten die selbstständige Erledigung von Geschäftsaufgaben anvertrauen? Teilt eure Meinung und Bedenken gerne mit uns in den Kommentaren!

Siehe auch:
Witold Pryjda

Senior Redakteur

Seit 1996 im Journalismus, ausgebildet an der Österreichischen Medienakademie. Sein Spektrum reicht von Robotern und KI über E-Autos bis zur Militärtechnik.

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