Windows 11: Parallel laufende Antiviren-Tools können Probleme machen

Wer seinen Windows-Rechner doppelt absichern möchte und mehrere Antiviren-Programme installiert, riskiert ernste Probleme. Wie ein langjähriger Windows-Entwickler jetzt erklärt, drohen nicht nur Leistungseinbußen, sondern auch komplexe Systemfehler.
Sicherheit, Security, Schadsoftware, Cybersecurity, Antivirus, Windows Logo, Anti-Virus, Windows Defender, Defender, anti-malware, Microsoft Defender, Antivirensoftware, Anti-Viren-Software, Windows Defender Advanced Threat Protection, Windows Antivirus, Windows Defender Security Center, Windows Schild
  • Microsofts Defender schützt Windows umfassend vor Malware
  • Mehrere parallel aktive Antiviren-Tools können zu Konflikten führen
  • Schutzsoftware greift tief ins System ein und leitet Prozesse um
  • Ein Windows-Entwickler berichtet von gegenseitigen Blockaden der Tools
  • Kollidierende Programme stufen sich mitunter gegenseitig als Gefahr ein
  • Leistungseinbußen und abstürzende Prozesse sind mögliche Folgen

Die Tücken doppelter Absicherung

Der Microsoft Defender ist die eingebaute Sicherheitslösung von Windows, die das Betriebssystem vor allerlei Gefahren wie Viren und anderer Malware schützt. Doch obwohl das Tool weitere Antiviren-Software überflüssig macht, nutzen viele Anwender dennoch zusätzliche Lösungen von Drittanbietern. Manche Nutzer installieren sogar mehrere Programme parallel auf ihrem Rechner. Das kann jedoch zu erheblichen Problemen führen, wie ein langjähriger Windows-Entwickler jetzt verrät.

Die Ursache für solche Fehler liegt in der Funktionsweise der Schutzprogramme. Antiviren-Programme greifen weitreichend in ein System ein und leiten grundlegende Systemfunktionen um. Arbeiten zwei solche Anwendungen gleichzeitig, überwachen sie nicht nur den Rechner, sondern greifen auf dieselben Prozesse zu.


Gegenseitige Blockaden und Fehler

Wie Microsofts Raymond Chen in einem Blogbeitrag erklärt, führt das zu Konflikten. Chen arbeitet seit mehr als drei Jahrzehnten bei Microsoft. Er bloggte bereits über 'versteckte' Windows-Tastenkombinationen, Geheimnisse des Microsoft Entertainment Pack und Probleme mit Windows-95-Hologrammen. Nun schildert er einen Fall aus dem Support, bei dem mehrere Antiviren-Programme ernste Schwierigkeiten verursachten.

So analysierte ein Kollege einen Systemfehler eines Kunden, bei dem zwei entsprechende Programme kollidierten. Die erste Software stufte Systemaufrufe der zweiten als verdächtig ein und versuchte, deren Prozesse in Quarantäne zu verschieben. Da das zweite Programm ebenfalls eine Funktion umgeleitet hatte, die die erste Software nutzte, rief sie am Ende genau das auf, was sie in Quarantäne schieben wollte. Das Ergebnis war ein großes Durcheinander.

Chen vergleicht die Situation mit zwei Sicherheitsdiensten, die dasselbe Gebäude bewachen. Wenn sie nichts voneinander wissen, hält jeder den anderen für einen Eindringling. In der realen Welt könnte man die Teams einander vorstellen. Bei Software ist das schwieriger.

Komplizierte Fehlersuche

Wenn Antiviren-Programme auf nicht offiziell unterstützte Methoden wie das Umleiten von Systemfunktionen zurückgreifen, kann das zu unbeabsichtigtem Verhalten führen. Ein Programm erwartet eine Standardantwort, erhält stattdessen aber eine Rückmeldung der anderen Schutzsoftware. In der Folge kommt es zu abstürzenden Prozessen oder deutlichen Leistungseinbußen.

Für Endanwender ist die Fehlersuche in solchen Fällen schwierig. Ohne tiefergehende Kenntnisse lassen sich die Ursachen kaum identifizieren, sodass Nutzer womöglich Betriebssystem-Updates für die Probleme verantwortlich machen. Bei der Historie der Updates, die immer wieder ernste Schwierigkeiten verursachen, wäre das allerdings eine durchaus plausible Annahme. Die Botschaft bleibt jedoch die gleiche: Manchmal ist weniger mehr - auch bei Antivirenschutz unter Windows.

Habt ihr schon einmal Probleme durch sich gegenseitig blockierende Sicherheitsprogramme erlebt? Teilt eure Erfahrungen gerne in den Kommentaren.

FAQ - Windows vor Gefahren schützen Warum teure Antiviren-Abos überflüssig sind Siehe auch:
Felix Krauth

Redakteur für Windows & Hardware

War Game Designer, bevor er Journalist wurde, und testet Spiele bis heute selbst. Sein Spektrum reicht von der FritzBox über Windows 11 und Apple bis zu Gaming.

WinFuture bei Google bevorzugenJetzt hinzufügen
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!