ASML schlägt Alarm: Keine Verkäufe von Chipmaschinen in Europa

Der Anlagenbauer ASML hat im letzten Quartal keine einzige neue Maschine zur Chipherstellung in Europa verkauft. Trotz des EU-Chips-Acts fehlt es schlicht an Investitionen und Halbleiterfabriken. Der Heimatmarkt stagniert deshalb völlig.
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WinFuture/KI-generiert

    Europas Chip-Dilemma

    Der niederländische Anlagenbauer ASML liefert weltweit begehrte Spezialmaschinen zur Chipherstellung aus. Weltweit? Nicht ganz, denn ausgerechnet auf seinem Heimatkontinent ist die Nachfrage nicht existent. Denn im vergangenen Quartal hat ASML auf dem europäischen Markt keine einzige Maschine zur Chipherstellung abgesetzt.

    Frank Heemskerk, Vizepräsident des Unternehmens, erklärte kürzlich in Amsterdam, dass es in Europa schlichtweg an Investitionen und neuen Halbleiterfabriken fehle. Während das Unternehmen global wächst, stagniert der Heimatmarkt komplett.


    ASML ist der weltweit einzige Hersteller von sogenannten EUV-Lithografie-Systemen. Die Maschinen nutzen extrem ultraviolettes Licht, um feinste Schaltkreise auf Silizium-Wafer zu drucken. Unternehmen wie TSMC und Samsung benötigen das Equipment zwingend, um moderne Prozessoren für künstliche Intelligenz herzustellen. Ohne lokale Abnehmer wandert die wichtigste Hardware für neue Technologien direkt nach Asien und Nordamerika ab.

    Laut einem Bericht von Bloomberg umwerben Länder wie die USA, China und Indien den Konzern derzeit massiv. Sie bieten attraktive Konditionen an, um die Produktionskapazitäten und Forschungszentren von ASML in ihre Regionen zu locken. Die USA fordern beispielsweise, den Anteil der dortigen Forschung von einem Viertel auf die Hälfte zu erhöhen.


    Subventionen allein reichen nicht

    Die Europäische Union versuchte bereits 2023, mit dem EU-Chips-Act gegenzusteuern. Das Gesetz sollte den Bau neuer Fabriken fördern und den europäischen Anteil an der weltweiten Produktion verdoppeln. Bisher verfehlt das Vorhaben jedoch sein Ziel, da kaum neue Anlagen entstehen. Der europäische Rechnungshof stuft den Erfolg bis 2030 als unwahrscheinlich ein.

    Anstatt sich auf direkte Subventionen zu verlassen, schlägt Heemskerk vor, die europäische Nachfrage besser zu bündeln. Regierungen und die Industrie könnten ihren Bedarf an Cloud-Diensten und Rechenzentren gemeinsam organisieren. Das würde einen natürlichen Markt für Chipentwickler und letztlich auch für Fabriken schaffen. ASML selbst benötigt keine staatlichen Gelder, sondern vor allem verlässliche Infrastruktur.

    Wartungsgeschäft bleibt bestehen

    Trotz der fehlenden Neubestellungen generiert ASML weiterhin Einnahmen in Europa. Das Geschäft mit der Wartung und Aufrüstung bestehender Anlagen brachte im zweiten Quartal rund 2,76 Milliarden Euro ein. Das zeigt, dass eine grundlegende Infrastruktur vorhanden ist, sie aber nicht für die nächste Generation der Technologie skaliert wird.

    Der fehlende Absatz von Neugeräten in Europa hat weitreichende Folgen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Maschinenbauern und Produzenten von Chips treibt die Entwicklung voran. Wenn die modernen Fabriken ausschließlich in Asien oder den USA stehen, verlagert sich auch die Innovationskraft dorthin. Europa muss seine Rahmenbedingungen anpassen, um im globalen Wettbewerb der Halbleiterindustrie nicht endgültig zurückzufallen, fordert Heemskerk.

    Wie seht ihr die Zukunft der europäischen Chipindustrie und was muss sich ändern? Teilt eure Gedanken gerne unten in den Kommentaren mit uns!

    Zusammenfassung
    • ASML verkaufte im Quartal keine Chipmaschine auf dem europäischen Markt
    • In Europa fehlt es an Investitionen und neuen modernen Halbleiterfabriken
    • Wichtige Hardware für modernste Chips geht nach Asien und Nordamerika
    • Staaten wie die USA und China locken ASML mit sehr lukrativen Angeboten
    • Der europäische Chips Act verfehlt laut Experten bisher seine Ziele
    • Das Wartungsgeschäft bringt dem Konzern in Europa weiterhin Einnahmen
    • ASML fordert eine gezielte Bündelung der europäischen Chip-Nachfrage

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