Merkur schrumpfte wesentlich stärker als bisher gedacht
Unser sonnennächster Planet, der Merkur, ist seit seiner Entstehung wohl deutlich kleiner geworden, als bisher vermutet. Das geht aus neuen Berechnungen von Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervor.
Mit dem Kern ziehen sich auch der darüberliegende Mantel und die Kruste zusammen. An der Oberfläche entstehen dadurch tektonische Störungen und Falten, die Hinweise auf die Kontraktion des Planeten liefern.
Allerdings könnten bisherige Messungen einen Teil dieses geologischen Zeugnisses übersehen haben. Für ihre Untersuchung verglichen die Wissenschaftler Karten der Verwerfungen auf Merkur mit detaillierteren Daten zur Oberflächenbeschaffenheit. Dabei stellten sie fest, dass besonders zerklüftete und raue Regionen weniger typische Schrumpfungsstrukturen aufweisen. Nach Ansicht des Teams liegt das nicht unbedingt daran, dass dort weniger Kontraktion stattgefunden hat. Vielmehr könnten Trümmer von Einschlagskratern die entsprechenden Strukturen verdecken.
Durch die Berücksichtigung dieser verdeckten Bereiche kommen die Forscher auf einen größeren Schrumpfungswert. Merkur ist mit einem Durchmesser von knapp 4900 Kilometern ohnehin der kleinste Planet des Sonnensystems. Die neue Schätzung verdeutlicht damit, wie erheblich die Veränderungen im Inneren des Planeten über seine rund 4,5 Milliarden Jahre andauernde Geschichte gewesen sein könnten.
Besonders interessant für die aktuelle Studie ist ein Laserinstrument an Bord von BepiColombo. Es könnte präzisere Daten liefern und damit überprüfen, wie stark Merkur tatsächlich geschrumpft ist. Studienleiter Gaku Nishiyama geht sogar davon aus, dass der tatsächliche Wert noch über der neuen Schätzung liegen könnte. Neben einem besseren Verständnis der Merkur-Entwicklung könnten die Ergebnisse auch Hinweise darauf liefern, wie sich andere Himmelskörper durch die Abkühlung ihres Inneren verändern.
Siehe auch:
Kleiner durch Abkühlung
Demnach ist der Durchmesser des kleinsten Planeten im Sonnensystem seit seiner Entstehung um bis zu 23 Kilometer geringer geworden. Damit wäre der Schwund rund 30 Prozent größer als bisher geschätzt. Der Grund für die Schrumpfung liegt im Inneren des Planeten: Merkur besitzt einen ungewöhnlich großen Eisenkern, der beim Abkühlen langsam an Volumen verliert. Daran ändert auch die starke Erhitzung der sonnenzugewandten Seite nichts.Mit dem Kern ziehen sich auch der darüberliegende Mantel und die Kruste zusammen. An der Oberfläche entstehen dadurch tektonische Störungen und Falten, die Hinweise auf die Kontraktion des Planeten liefern.
Allerdings könnten bisherige Messungen einen Teil dieses geologischen Zeugnisses übersehen haben. Für ihre Untersuchung verglichen die Wissenschaftler Karten der Verwerfungen auf Merkur mit detaillierteren Daten zur Oberflächenbeschaffenheit. Dabei stellten sie fest, dass besonders zerklüftete und raue Regionen weniger typische Schrumpfungsstrukturen aufweisen. Nach Ansicht des Teams liegt das nicht unbedingt daran, dass dort weniger Kontraktion stattgefunden hat. Vielmehr könnten Trümmer von Einschlagskratern die entsprechenden Strukturen verdecken.
Durch die Berücksichtigung dieser verdeckten Bereiche kommen die Forscher auf einen größeren Schrumpfungswert. Merkur ist mit einem Durchmesser von knapp 4900 Kilometern ohnehin der kleinste Planet des Sonnensystems. Die neue Schätzung verdeutlicht damit, wie erheblich die Veränderungen im Inneren des Planeten über seine rund 4,5 Milliarden Jahre andauernde Geschichte gewesen sein könnten.
Warten auf BepiColombo
Weitere Klarheit soll die europäisch-japanische Merkurmission BepiColombo bringen. Die beiden dabei eingesetzten Raumfahrzeuge haben sich zuletzt ihrem Ziel weiter angenähert und sollen im November gemeinsam in eine Umlaufbahn um Merkur einschwenken. Anschließend werden sie getrennt und untersuchen den Planeten mit unterschiedlichen Instrumenten.Besonders interessant für die aktuelle Studie ist ein Laserinstrument an Bord von BepiColombo. Es könnte präzisere Daten liefern und damit überprüfen, wie stark Merkur tatsächlich geschrumpft ist. Studienleiter Gaku Nishiyama geht sogar davon aus, dass der tatsächliche Wert noch über der neuen Schätzung liegen könnte. Neben einem besseren Verständnis der Merkur-Entwicklung könnten die Ergebnisse auch Hinweise darauf liefern, wie sich andere Himmelskörper durch die Abkühlung ihres Inneren verändern.
Zusammenfassung
- Der Durchmesser von Merkur schrumpfte um bis zu 23 Kilometer
- Der Schwund ist rund 30 Prozent größer als bisher angenommen
- Die Abkühlung des großen Eisenkerns sorgt für die Schrumpfung
- Trümmer von Einschlagskratern verdecken tektonische Falten
- Die Raumsonde BepiColombo soll bald noch genauere Daten liefern
- Ein Laser an Bord überprüft den tatsächlichen Schwund genauer
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