Star Trek lag falsch: Picards berühmtes Manöver ist noch spektakulärer

Ein Physiker hat einen kleinen Fehler in einem berühmten Star-Trek-Manöver entdeckt - und damit zugleich gezeigt, dass Jean-Luc Picards taktischer Trick noch beachtlicher ist als bislang gedacht.
Star Trek, Lego, Jean Luc Picard, Picard
Paramount

    Spiel mit der Lichtgeschwindigkeit

    In der ersten Staffel von "Star Trek: The Next Generation" nutzt Picard eine Besonderheit der Überlichtgeschwindigkeit, um einen angreifenden Gegner zu täuschen. Der Physiker Níckolas de Aguiar Alves hat die Szene mit den Mitteln der Relativitätstheorie analysiert und festgestellt: Das gegnerische Raumschiff müsste sogar drei Bilder der "Stargazer" sehen, nicht zwei.

    Das sogenannte Picard-Manöver wird in der Folge "The Battle" (Die Schlacht von Maxia) aus der ersten Staffel beschrieben. Picard ist damals noch Captain der "Stargazer", deren Schilde unter Beschuss ausgefallen sind. Um dem Angreifer zu entkommen, beschleunigt er das Schiff auf Warp-Geschwindigkeit und bremst anschließend abrupt ab.

    Die Idee: Ein schneller als das Licht fliegendes Raumschiff würde sein eigenes Licht überholen. Für den Beobachter könnten dadurch Bilder der "Stargazer" an unterschiedlichen Positionen gleichzeitig sichtbar werden. Der Gegner könnte somit auf die falsche Position schießen.


    De Aguiar Alves, Physiker an der Federal University of ABC in Brasilien, stieß bereits während seines Masterstudiums auf die Szene. Erst Jahre später beschäftigte er sich erneut damit, als er die Ausbreitung von Teilchen in einem Medium untersuchte, in dem sich Licht langsamer bewegt. Beim Zeichnen von Diagrammen erkannte er die Verbindung zum Star-Trek-Manöver.

    Drei Bilder

    Dabei zeigte sich ein entscheidender Unterschied zur ursprünglichen Darstellung: Picard lässt die "Stargazer" nicht mit konstantem Überlichttempo fliegen, sondern beschleunigt und stoppt. Diese zusätzliche Änderung der Geschwindigkeit verändert die Laufzeiten des Lichts. Das Ergebnis sind zeitweise drei statt zwei sichtbare Bilder des Raumschiffs. Mit einer weiteren Beschleunigung ließe sich die Zahl theoretisch sogar auf fünf erhöhen.

    Überlichtgeschwindigkeit bleibt zwar Science-Fiction. Die zugrunde liegende Mathematik hat aber ein reales Gegenstück: Bewegt sich ein Teilchen in einem Medium schneller als sich Licht darin ausbreitet, entsteht die sogenannte Tscherenkow-Strahlung.

    Das charakteristische blaue Leuchten ist unter anderem aus Kernreaktoren bekannt. De Aguiar Alves beschäftigte sich eigentlich mit einem anderen Phänomen, dem sogenannten Memory-Effekt von Wellen. Seine Zeichnungen halfen ihm jedoch, auch das Star-Trek-Szenario besser zu verstehen.
    Zusammenfassung
    • Ein Physiker analysierte das bekannte Picard-Manöver aus Star Trek
    • Bei Überlichtgeschwindigkeit müsste der Gegner drei statt zwei Bilder sehen
    • Das liegt an den veränderten Laufzeiten des Lichts beim Beschleunigen
    • Die mathematischen Grundlagen ähneln realer Tscherenkow-Strahlung
    • Der Forscher untersuchte eigentlich Welleneffekte in dichten Medien

    Siehe auch:
    Jetzt einen Kommentar schreiben


    Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
    Tipp einsenden
    ❤ WinFuture unterstützen
    Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!