Hinweise auf Alien-Zivilisationen werden auf dem Mond vermutet

Hinweise auf außerirdische Zivilisationen könnten nicht nur in mysteriösen Funksignalen zu finden sein, sondern auch im Mondstaub. Das Vorgehen erinnert an die Kriminalforensik, die an Tatorten kaum wahrnehmbare Spuren sichert.
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    Forensische Suche im Staub

    Forscher haben eine ungewöhnliche Methode bei der Suche nach außerirdischem Leben vorgeschlagen: Statt nur nach Radiosignalen oder anderen direkten Hinweisen auf intelligente Zivilisationen zu suchen, könnten Wissenschaftler den Mondstaub nach winzigen Überresten fremder Technologien durchsuchen. Mikroskopisch kleine Partikel könnten demnach über lange Zeiträume durch die Milchstraße gereist und schließlich auf der Mondoberfläche gelandet sein.

    Die Idee stammt von einem Team aus Forschern, die sich mit der Suche nach extraterrestrischer Intelligenz (SETI) beschäftigen. In einer derzeit zur Begutachtung vorliegenden Studie für das International Journal of Astrobiology untersuchen sie, wie technische Hinterlassenschaften einer hypothetischen außerirdischen Zivilisation durch natürliche Alterungs- und Erosionsprozesse zerfallen könnten.


    Eine technologisch hochentwickelte Zivilisation könnte demnach große Mengen an Material ins All verlieren. Raumstationen, Solaranlagen, Bergbauanlagen oder Raumschiffe könnten mit der Zeit winzige Partikel abgeben. Würde eine solche Zivilisation untergehen, könnte sich dieser Prozess noch beschleunigen. Die Forscher modellierten, wie sich solche Partikel in der Galaxie ausbreiten und unter welchen Umständen einige davon unser Sonnensystem erreichen könnten.

    Die Wissenschaftler nennen die hypothetischen Überreste "Arkhipov particles", benannt nach dem ukrainischen Forscher Alexey V. Arkhipov, der bereits in den 1990er-Jahren den Mond als möglichen Sammelort für außerirdische Hinterlassenschaften vorgeschlagen hatte. Zusätzlich untersuchten sie sogenannte "Bracewell particles". Dabei handelt es sich um die hypothetische Möglichkeit, dass außerirdische Zivilisationen winzige autonome Sonden für Überwachungs- oder Forschungszwecke einsetzen.

    Problem der Unterscheidbarkeit

    Der Mond könnte für eine solche Suche besonders interessant sein, weil seine Oberfläche im Gegensatz zur Erde kaum durch Erosion, Wetter oder biologische Prozesse verändert wird. Einmal abgelagerte Partikel bleiben dort deshalb über sehr lange Zeiträume erhalten.

    Als ersten praktischen Test schlagen die Forscher vor, etwa einen Kubikmeter Mondboden systematisch zu untersuchen. Spezielle Instrumente könnten darin nach Metallen oder anderen künstlich hergestellten Materialien suchen. Allerdings wäre eine eindeutige Zuordnung schwierig: Auch menschliche Raumfahrzeuge haben den Mond über Jahrzehnte mit Trümmern übersät.

    Ein tatsächlich außerirdisches Partikel müsste deshalb anhand seiner chemischen Zusammensetzung von menschlichem Material unterschieden werden. Die Wahrscheinlichkeit eines Fundes sei äußerst gering, betonen die Forscher. Sollte jedoch auch nur ein einziges eindeutig außerirdisches technisches Artefakt entdeckt werden, wäre dies ein Hinweis darauf, dass technologische Zivilisationen außerhalb der Erde existiert haben.

    Zusammenfassung
    • SETI-Forscher wollen den Mondstaub nach fremder Technologie absuchen
    • Winzige Partikel fremder Technik könnten durch die Galaxie reisen
    • Mangels Verwitterung bleiben Partikel auf dem Mond lange erhalten
    • Vorgeschlagen wird die genaue Analyse von einem Kubikmeter Mondstaub
    • Fremde Funde müssten chemisch von menschlichem Müll getrennt werden
    • Bereits ein einziger Fund würde fremde Zivilisationen sicher belegen

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