Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im Test:
Mähen ohne Draht oder Antenne

Kein Begrenzungsdraht, kein RTK-Mast, dafür ein Doppel-Mähwerk und ein ausfahrbarer Fadentrimmer für die Rasenkante: Der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro will die lästigsten Mähroboter-Probleme lösen. Wir haben ihn mehrere Wochen mähen lassen.
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Mähroboter haben in den vergangenen Jahren viel dazugelernt - nur eines eben nicht: sauber an der Rasenkante schneiden. Wer Mauern, Zäune oder Randsteine im Garten hat, greift nach dem automatischen Durchgang trotzdem noch zum Handtrimmer. Genau dort setzt der Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro an.

Der Name ist ein kleiner Doppelscherz: "Goat" heißt schlicht Ziege, steht in der Netz- und Sportkultur aber für "Greatest Of All Time". Ecovacs, hierzulande vor allem für die Deebot-Saugroboter bekannt, klebt diesen Anspruch also direkt aufs Gehäuse. Bei einer UVP von 1499 Euro wäre Höchstleistung in jedem Fall zu erwarten, aktuell verlangt der Händler 999 Euro - schauen wir uns den Mäher genauer an.

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Start ohne Begrenzungsdraht

Der Aufbau ist erfreulich kurz: Ladestation aufstellen, Netzteil anschließen, Bodenanker eindrücken. Kein Kabel vergraben, keine RTK-Referenzstation (Real Time Kinematic, satellitengestützte Korrekturdaten) und keine Navigationsbaken im Beet. Einzig das seitliche Trimmermodul will vorab verschraubt werden. Tipp: Für die obere Schraube empfiehlt sich ein langer, dünner Schraubendreher, der nicht im Lieferumfang liegt.

Danach übernimmt die Ecovacs-Home-App: Bluetooth-Kopplung, WLAN, Firmware-Update, Sicherheits-PIN. Wer schon einen Saugroboter des Herstellers eingerichtet hat, erkennt die Menüführung sofort wieder. Auch wenn die WLAN-Verbindung in unserem Garten nicht perfekt ist, verliefen die Einrichtung und die Updates zügig und ohne Probleme. Ein Upgrade mit Outdoor-WLAN-Repeatern ist also nicht nötig gewesen.
Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im TestEinrichtung über die Ecovacs-App ... Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im Test... simple Kartierung und Steuerung
Die Kartierung läuft wahlweise automatisch oder manuell per Fernsteuerung. Wir empfehlen den manuellen Weg - rund 20 bis 30 Minuten Aufwand. Dafür entsteht eine deutlich präzisere Grenzlinie, von der später der Kantenschnitt profitiert. Nachbessern lässt sich die Karte in der App, ohne alles neu abzufahren. Sperrzonen, Zeitpläne und getrennte Mähzonen sind schnell angelegt.

Für die Orientierung sorgt das "HoloScope 360"-System: ein rotierender 360-Grad-LiDAR auf dem Dach plus ein Solid-State-3D-ToF-Sensor an der Front. LiDAR steht für "Light Detection and Ranging", ToF für "Time of Flight" - beide tasten die Umgebung mit Laserlicht ab und errechnen aus den Laufzeiten Entfernungen. Ecovacs nennt eine Messreichweite von 60 m und eine Positionsgenauigkeit von 2 cm.
Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im Test360-Grad-LiDAR Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im TestSolid-State-3D-ToF-Sensor
Der Vorteil gegenüber RTK-Modellen zeigt sich in der Praxis: Der Mäher braucht keinen freien Blick zum Himmel und arbeitet auch unter Bäumen, dicht an Hauswänden und bei Dunkelheit stabil.

Mähwerk und Kantentrimmer

Auf der Rasenfläche arbeitet unser Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro mit zwei versetzten Messertellern zu je 165 mm, macht zusammen 330 mm Schnittbreite. Die 32-Volt-Plattform dreht die Scheiben mit rund 3000 Umdrehungen pro Minute. Im Test ergab das ein gleichmäßiges, lineares Schnittbild - auch dann, wenn das Gras (oder auch gern der Unkrautwald) zwischenzeitlich etwas länger geworden war.

Die wichtigsten Eckdaten im Überblick:
  • Empfohlene Rasenfläche: bis 1600 m²
  • Schnittbreite: 330 mm über zwei Messerscheiben
  • Schnitthöhe: 30 bis 90 mm, elektrisch per App und je Zone einstellbar
  • Flächenleistung: bis zu 400 m² pro Stunde, Ladepausen eingerechnet
  • Ladezeit: rund 50 Minuten dank 113,4-W-Schnellladung
  • Steigfähigkeit: 50 Prozent, das entspricht 27 Grad
  • Mindestdurchfahrt: 90 cm laut Hersteller
  • Schutzart: IPX6, also geschützt gegen starkes Strahlwasser

Zwei Details fallen im Alltag positiv auf: Die Mährichtung wechselt automatisch im Wochenrhythmus, was Spurrillen im Rasen vorbeugt. Und das Schnittgut bleibt als feiner Mulch liegen - kein Fangkorb, keine Entsorgung, dafür Stickstoff zurück in den Boden. Aber am Ende des Tages vor allem auch eine Zeitersparnis für uns. Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im TestDer TruEdge-Trimmer des Ecovacs Goat A1600 Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro Für 999 Euro bei Amazon Zum Angebot
Das Alleinstellungsmerkmal bleibt der TruEdge-Trimmer. Das seitliche Modul fährt aus und bearbeitet mit einem Nylonfaden genau den Streifen, den Messerteller bauartbedingt nicht erreichen. An geraden Mauern, Zäunen und Terrassenabschlüssen kommt er bis auf zwei bis drei Zentimeter heran; ohne Trimmermodul bleiben schnell acht bis zehn Zentimeter stehen.

Eine mitlaufende Bürste schützt das Mauerwerk vor Kratzern. In Ecken, wo zwei Wände zusammentreffen, bleibt naturgemäß ein Rest - Physik lässt sich nicht wegprogrammieren. Ganz ohne "manuellen" Trimmer funktioniert es also (noch) nicht. Aber die 5-10 Minuten nehmen wir uns gerne.
Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im TestGeht an Kanten nah ran Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im TestTrimmer mit Nylonfaden
Sicherheitsseitig ist der Trimmer streng geregelt. Er läuft nur, wenn er in der App aktiviert und einer Begrenzung zugewiesen wurde, und schaltet sich ab, sobald sich Mensch oder Tier auf etwa 1,5 Meter nähern. Leise ist er dabei nicht: Messungen liegen oft bei etwa 80 Dezibel. Wer die Kantenfahrt werktags auf die Mittagsstunden legt, umgeht das Thema Ruhezeiten und schont nebenbei nachtaktive Igel.

Die Hinderniserkennung firmiert unter "AIVI 3D" und kombiniert den 3D-ToF-Sensor mit einer KI-Kamera. Rechenarbeit leistet ein Horizon-X5-Chip mit 8-Kern-CPU. Über 200 Objekttypen seien trainiert, so Ecovacs - von Gartenstühlen über Schläuche bis zum Igel. Größere Hindernisse ab etwa 15 cm Höhe umfuhr der Roboter im Test zuverlässig und ohne übertriebenen Sicherheitsabstand, sodass kaum ungemähte Inseln zurückblieben. Die Ausweichhöhe lässt sich zwischen 10, 15 und 20 cm wählen. Sehr flache, dunkle Gegenstände bleiben anspruchsvoll - ein kurzer Blick über den Rasen vor dem Start schadet also nicht. Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro im TestWir können die Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro empfehlen

Unser Fazit zum Ecovacs Goat A1600 LiDAR Pro

Der Goat A1600 LiDAR Pro ist kein Gerät zum Auspacken und Vergessen: Die halbe Stunde für eine sorgfältige Kartierung sollte man investieren. Danach arbeitet er allerdings weitgehend eigenständig. Navigation ohne Draht und ohne Antenne, ein sauberes Schnittbild auf bis zu 1600 m², hohe Flächenleistung, kurze Ladepausen - und mit dem TruEdge-Trimmer eine Antwort auf das Kantenproblem, die andernorts entweder Aufpreis kostet oder ganz fehlt.

Kleinere Einschränkungen gibt es: Ecken bleiben stehen, sehr flache Objekte erkennt die Kamera nicht immer, und der Trimmer arbeitet hörbar. Gemessen am Zugewinn an Komfort wiegt das wenig. Zum aktuellen Händlerpreis von 999 Euro statt der einstigen UVP von 1499 Euro ergibt sich für mittlere bis große Gärten mit vielen Kanten ein rundes Paket, das wir wärmstens empfehlen können.

Wie haltet ihr es mit der Rasenkante - akzeptiert ihr den grünen Streifen an der Mauer, oder greift ihr nach jedem Mähdurchgang doch zum Trimmer? Erzählt es uns in den Kommentaren.

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Zusammenfassung
  • Der Mähroboter navigiert drahtlos per LiDAR- und ToF-Sensortechnik
  • Ein ausfahrbarer Trimmer schneidet die Rasenkanten besonders gründlich
  • Das Modell eignet sich für Rasenflächen von bis zu 1600 Quadratmetern
  • Die Einrichtung gelingt schnell und unkompliziert per Smartphone-App
  • Hindernisse werden dank einer KI-Kamera meist zuverlässig umfahren
  • Der aktuelle Preis von rund 999 Euro macht das Gerät sehr attraktiv

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