Infineon erwirkt Verkaufsverbot im Halbleiter-Streit um Chips

Die juristische Schlacht zwischen Infineon und dem chinesischen Konkurrenten Innoscience um Chips auf Basis von Galliumnitrid erreicht einen neuen Höhepunkt. Ein Gericht verhängt nun ein weitreichendes Verkaufsverbot in Deutschland.
Cpu, Prozessor, Chip, Hardware, SoC, Gpu, Prozessoren, Chips, Mainboard, Nanometer, System On Chip, Motherboard, Platine, Leiterplatte

Verkaufsverbot in Deutschland

Das Landgericht München I hat ein Verkaufsverbot gegen den Halbleiterhersteller Innoscience verhängt. Der chinesische Konzern darf bestimmte Produkte auf Basis der GaN-Technologie nicht mehr nach Deutschland importieren oder hierzulande vermarkten. Zudem ordneten die Richter eine noch nicht bezifferte Schadensersatzzahlung an.

Hintergrund des Streits ist ein Patentkonflikt um Galliumnitrid, kurz GaN. Die Bauteile verringern Schaltverluste im Vergleich zu herkömmlichem Silizium deutlich und gelten als wichtiger Bestandteil von Hochleistungsnetzteilen in Rechenzentren, Industrieanlagen und Elektroautos.


Erfolge in den USA und Europa

Innoscience hatte den Markt zuletzt mit niedrigen Preisen und hohen Produktionskapazitäten bei acht Zoll großen Wafern unter Druck gesetzt.

Wie Infineon mitteilte, handelt es sich um den dritten und vierten juristischen Erfolg gegen den Konkurrenten. Das Gericht stellte eine unautorisierte Nutzung patentierter Technologien fest. Auch die US-Handelsbehörde ITC kam im Mai zu dem Schluss, dass Innoscience amerikanische Patente des deutschen Unternehmens verletzt hat.

Der deutsche Konzern hat sein Patentportfolio in den vergangenen Jahren durch Zukäufe ausgebaut. Dazu gehörte die Übernahme von International Rectifier im Jahr 2015 für rund drei Milliarden Dollar (etwa 2,6 Milliarden Euro). Später folgte der Kauf von GaN Systems für 830 Millionen Dollar (etwa 726 Millionen Euro).

Innoscience hatte mit seinem Preisdruck bei kompakten Netzteilen für Smartphones den Wettbewerb verschärft. Infineon bündelt seine Produkte unter dem Namen CoolGaN und richtet sie vor allem auf industrielle Anwendungen aus.


Gegenschlag auf dem Heimatmarkt

Der Konflikt wird auf beiden Seiten mit harten Bandagen geführt. Bereits Ende 2024 reichte Innoscience in Suzhou eine Gegenklage ein. Im Mai 2026 verhängte ein chinesisches Gericht daraufhin ein Vertriebsverbot gegen GaN-Produkte von Infineon in der Volksrepublik. Der oberste Gerichtshof des Landes bestätigte das Urteil bereits.

Der Vorfall führte zu einem Eklat auf der Fachmesse Electronica China in Shanghai Anfang Juli. Weil der deutsche Hersteller betroffene Chips weiter an seinem Stand präsentierte, schaltete die Gegenseite die lokale Schiedsstelle für geistiges Eigentum ein. Daraufhin mussten die beanstandeten Bauteile direkt vor Ort vom Messestand entfernt werden.

Der globale Kampf um Patente bei Computerchips wird immer härter. Wie bewertet ihr solche weitreichenden Verkaufsverbote? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Landgericht München verhängt Verkaufsverbot gegen Hersteller Innoscience
  • Infineon setzte sich in Patentstreit um GaN-Technologie erfolgreich durch
  • Die Patente sind wichtig für effiziente Bauteile in modernen Netzteilen
  • Innoscience verletzte laut dem Gericht unautorisiert geschützte Patente
  • Infineon erweiterte Portfolio durch Zukäufe wie etwa GaN Systems massiv
  • Chinesische Gerichte verhängten bereits ein Vertriebsverbot für Infineon

Siehe auch:


Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!