Meta-Manager räumt ein: Stimmung im Konzern ist auf einem Tiefpunkt

Die Stimmung beim Facebook-Mutterkonzern Meta hat auch nach Angaben der Unternehmensführung einen Tiefpunkt erreicht. Auslöser sind unter anderem jüngste Stellenstreichungen sowie weitreichende Umstrukturierungen.
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Schlimmer war nur Cambridge Analytica

Wie mehrere Teilnehmer eines internen Mitarbeitertreffens berichtetenlaut Business Insider, erklärte Technikchef Andrew 'Boz' Bosworth Anfang Juni, die Moral innerhalb des Konzerns befinde sich auf einem der niedrigsten Niveaus der vergangenen zwei Jahrzehnte. Zwar sei die Situation möglicherweise nicht die schlechteste in der Firmengeschichte, sie gehöre jedoch "definitiv zu den schlimmsten", soll Bosworth in der Gesprächsrunde gesagt haben.

Als noch schlimmeren Moment nannte der Manager demnach nur die Cambridge-Analytica-Affäre. Der Skandal um die Nutzung von Daten Millionen von Facebook-Nutzern zur politischen Beeinflussung im US-Wahlkampf 2016 hatte das Unternehmen stark belastet. Dennoch sei die aktuelle Stimmungslage ebenfalls äußerst kritisch.


Für viele Beschäftigte war das laufende Jahr von einschneidenden Veränderungen geprägt. Im Mai hatte Meta rund zehn Prozent seiner Belegschaft entlassen. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit den hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz. Zusätzlich wurden etwa zehn Prozent der verbleibenden Mitarbeiter in Projekte zur Entwicklung und Schulung von KI-Modellen versetzt.

Nach Berichten von Mitarbeitern wurde diese Versetzung teilweise als unfreiwillig empfunden. Intern sei sogar von einer "Einberufung" die Rede gewesen. Einige Beschäftigte hätten die Aufgaben vor allem als Datenkennzeichnung und weniger als anspruchsvolle Entwicklungsarbeit wahrgenommen.

Konzern kündigt Entgegenkommen an

Bereits im April hatte eine weitere Maßnahme für Unmut gesorgt. Damals stieß ein Vorhaben auf Kritik, bei dem Mausbewegungen und Tastatureingaben von Mitarbeitern erfasst werden sollten. Die gesammelten Daten sollten zur Verbesserung von KI-Systemen beitragen.

Die Unternehmensführung reagiert inzwischen auf die wachsende Unzufriedenheit. In einem internen Schreiben kündigte Bosworth an, Meta müsse wieder "der beste Ort für die besten Menschen" werden, um ihre Arbeit zu leisten. Ziel sei es, positive Elemente der Unternehmenskultur wiederzubeleben und den Beschäftigten langfristig bessere Unterstützung zu bieten.

Darüber hinaus versprach das Management mehr Transparenz sowie stärkere Förderung der beruflichen Entwicklung. Mitarbeiter, die derzeit in den KI-Bereich versetzt wurden, sollen sich auch wieder auf andere Stellen innerhalb des Konzerns bewerben können. Zudem plant Meta, die Budgets für Dienstreisen, Veranstaltungen und Mitarbeiterangebote wie Verpflegung zu erhöhen.

Zusammenfassung
  • Metas Stimmung ist laut CTO Bosworth auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahrzehnten
  • Nur die Cambridge-Analytica-Affäre wurde als noch schlimmer eingestuft
  • Im Mai strich Meta rund zehn Prozent seiner Belegschaft und verlegte weitere zehn Prozent in KI-Projekte
  • Versetzte Mitarbeiter empfanden die Zuweisungen als unfreiwillig und die Aufgaben als wenig anspruchsvoll
  • Im April sorgten Pläne zur Erfassung von Mausbewegungen und Tastatureingaben für Kritik
  • Die Geschäftsführung kündigte mehr Transparenz, Förderung und erhöhte Budgets für Events und Reisen an

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