Microsoft-Manager rudert zurück:
KI killt doch nicht bald alle Jobs

Microsofts KI-Chef Mustafa Suleyman hat frühere Aussagen relativiert, wonach Künstliche Intelligenz Büroangestellte schon in naher Zukunft weitgehend ersetzen könnte. Dies will er nicht auf komplette Arbeitsplätze bezogen haben.
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Es geht nur um einige Tätigkeiten

In einem aktuellen Podcast-Interview betonte er, dass sich seine damaligen Prognosen auf einzelne Tätigkeiten und nicht auf ganze Stellen bezogen hätten. Suleyman, der seit März 2024 die KI-Sparte von Microsoft leitet, reagierte damit auf Aussagen aus einem Interview mit der Financial Times vom Februar. Damals hatte er erklärt, dass KI-Systeme innerhalb von zwölf bis 18 Monaten zahlreiche Aufgaben von Büroangestellten übernehmen würden. Die Äußerungen hatten Diskussionen über mögliche Arbeitsplatzverluste ausgelöst.

In der jüngsten Folge des Podcasts Decoder des US-Technologiemagazins The Verge stellte Suleyman klar, dass zwischen einzelnen Aufgaben und ganzen Berufen unterschieden werden müsse. Viele kleinere Tätigkeiten im Büro würden künftig stärker digitalisiert und automatisiert, sagte er. Dies sei eine Folge der zunehmenden Menge digitaler Inhalte, die Unternehmen und Beschäftigte täglich erzeugten. KI solle dabei vor allem als Unterstützung dienen und nicht als direkter Ersatz für Arbeitnehmer.


Der 41-Jährige zählt zu den bekanntesten Persönlichkeiten der KI-Branche. Gemeinsam mit Demis Hassabis und Shane Legg gründete er 2010 das Forschungsunternehmen DeepMind, das später von Google übernommen wurde. Nach seinem Ausscheiden bei DeepMind im Jahr 2022 rief er das Start-up Inflection AI ins Leben, das an einem besonders nutzerfreundlichen digitalen Assistenten arbeitete. Microsoft holte Suleyman schließlich 2024 an die Spitze der neu geschaffenen Abteilung "Microsoft AI", die unter anderem für Copilot, Bing und den Browser Edge verantwortlich ist.

Auch Altman ist zurückhaltender

Bereits im Februar hatte Suleyman außerdem die Vision geäußert, dass die Entwicklung individueller KI-Modelle künftig so einfach werden könne wie das Erstellen eines Podcasts oder das Verfassen eines Blogs. Unternehmen und Organisationen könnten dadurch maßgeschneiderte KI-Systeme für ihre jeweiligen Anforderungen entwickeln.

Suleyman ist nicht der einzige Technologiechef, der zuletzt zurückhaltendere Töne anschlägt. Auch OpenAI-Chef Sam Altman betonte jüngst, sein Unternehmen entwickle Werkzeuge zur Unterstützung von Menschen und keine Systeme, die diese ersetzen sollen. Damit reagierte auch er auf Sorgen über mögliche Folgen der rasanten KI-Entwicklung für den Arbeitsmarkt.

Zusammenfassung
  • Microsoft-KI-Chef Suleyman relativiert frühere Aussagen zu Jobverlusten durch Künstliche Intelligenz
  • Er betonte im Podcast Decoder, sich auf einzelne Tätigkeiten und nicht auf ganze Stellen bezogen zu haben
  • Seit März 2024 leitet Suleyman die Microsoft-Abteilung Microsoft AI mit Copilot, Bing und Edge
  • Suleyman gründete 2010 gemeinsam mit Hassabis und Legg das KI-Unternehmen DeepMind, das Google übernahm
  • Er verließ DeepMind 2022 und gründete das Start-up Inflection AI für nutzerfreundliche digitale Assistenten
  • Auch OpenAI-Chef Altman betonte kürzlich, KI-Systeme sollten Menschen unterstützen statt ersetzen

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