Thorium-229-Kernuhr: Neue Technologie fordert Atomuhren heraus

Forschern ist ein echter Durchbruch bei der Entwicklung einer Kernuhr gelungen. Statt Elektronen gibt nun der Atomkern von Thorium-229 den Takt an. Die neue Technik verspricht kompaktere Bauweisen und hilft bei der Suche nach Dunkler Materie.
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Erster Erfolg für die Kernuhr

Zwei unabhängigen Forschungsteams ist es erstmals gelungen, einen Atomkern als Taktgeber für eine Uhr zu nutzen. Die Wissenschaftler verwendeten dafür das Isotop Thorium-229. Im Gegensatz zu herkömmlichen Atomuhren, bei denen Elektronen den Takt vorgeben, nutzt die neue Technologie den Kern selbst. Neu ist die Idee nicht, im Gegenteil: Sie existiert bereits seit den 1970ern, scheiterte aber bisher an der technischen Umsetzung.

Für den Betrieb binden die Forscher Thorium-Kerne in einen Calciumfluorid-Kristall ein. Der Kristall ist für die benötigte Wellenlänge transparent und fixiert die Kerne sicher. Ein präziser Ultraviolett-Laser regt sie an, wobei der Wechsel zwischen zwei Energiezuständen das Ticken erzeugt. Die Laserwellen fungieren dabei wie das Pendel einer Standuhr. Da der Atomkern kleiner als die Elektronenhülle ist, reagiert er weniger empfindlich auf externe Störfelder.


Kompaktes Design und neue Hürden

Wie das Magazin Science News berichtet, bringt das Konzept handfeste Vorteile mit sich. Während klassische Atomuhren aufwendige Vakuumkammern benötigen, lassen sich Kernuhren aus festen Materialien fertigen. Das ermöglicht kompaktere und robustere Bauweisen für den mobilen Einsatz. Ein Nachteil ist aktuell noch die geringe Genauigkeit. Die Prototypen erreichen noch nicht die Präzision der besten optischen Atomuhren. Die Architektur gilt durch die Implementierung der Laser-Justierung nun aber als bewiesen.

Neben der Zeitmessung eröffnet die Technologie neue Wege für die Physik. Da im Atomkern die starke Kernkraft wirkt, reagiert die Uhr anders auf physikalische Phänomene als elektronenbasierte Systeme. Ein Team nutzte die Kernuhr bereits zur Suche nach Dunkler Materie. Bestimmte Theorien besagen, dass sie periodische Schwankungen in Naturkonstanten verursachen könnte. Zwar fanden sich keine Beweise, doch die Empfindlichkeit der Messung übertreffe laut den Forschern bisherige Methoden.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich die Präzision durch bessere Laser und reinere Kristalle bald steigern lässt. Durch den kontinuierlichen Vergleich von Kernuhren und regulären Atomuhren wollen Physiker künftig überprüfen, ob sich fundamentale Naturkonstanten über kosmologische Zeiträume verändern. Eine solche Abweichung könnte weitreichende Folgen für Theorien zur Dunklen Energie haben. Ob das den Wissensstand über den Kosmos messbar erweitert, bleibt aber abzuwarten.

Wie beurteilt ihr das Potenzial der neuen Kernuhr für den Alltag und die Wissenschaft? Teilt eure Gedanken und Meinungen gerne unten in den Kommentaren mit uns!

Zusammenfassung
  • Erstmals gelang es Forscherteams, Thorium-229 als Taktgeber für Uhren zu nutzen
  • Im Gegensatz zu Atomuhren dient hier der Atomkern statt der Hülle als Basis
  • Die Thorium-Kerne werden in Kristallen fixiert und per Laserlicht angeregt
  • Durch den Verzicht auf Vakuumkammern sind kompaktere Bauweisen nun möglich
  • Diese Technologie erlaubt präzisere Suchen nach Spuren von Dunkler Materie
  • Wissenschaftler wollen damit prüfen, ob Naturkonstanten dauerhaft variieren

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