Iran-Krieg beschert China nun doch Rekorde bei Energiewende-Technik

Kürzlich schien es noch, als könnte Chinas Industrie nicht besonders vom Iran-Krieg profitieren. Das hat sich inzwischen aber geändert. Die Exporte von Solartechnologie, Batterien und Elektrofahrzeugen erreichten zuletzt Rekordwerte.
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68 Gigawatt PV in einem Monat

Auslöser der Entwicklung ist die Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus, nachdem die USA und Israel Luftangriffe auf iranische Ziele geflogen hatten. Die Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Gasangebots transportiert wird, ist seitdem nur stark eingeschränkt passierbar. Die Folge sind stark schwankende Ölpreise und wachsende Unsicherheit auf den globalen Energiemärkten.

Vor allem asiatische Staaten, die stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig sind, reagieren mit Sparmaßnahmen und investieren gleichzeitig verstärkt in alternative Energiequellen. Laut des Think Tanks Ember exportierte China allein im März Solartechnik mit einer Leistung von 68 Gigawatt. Das ist ein Plus von 50 Prozent gegenüber dem bisherigen Höchstwert, wie CNN berichtet. Insgesamt verzeichneten 50 Länder Rekordimporte chinesischer Solartechnik, besonders in Asien und Afrika.


Auch Batterien und Elektrofahrzeuge aus China sind stark gefragt. Die Ausfuhren dieser sogenannten "neuen drei" Industrien stiegen im Jahresvergleich um 70 Prozent. Batterieexporte erreichten dabei ein Volumen von rund zehn Milliarden Dollar, mit besonders hoher Nachfrage in Europa, Australien und Indien. Gleichzeitig legten die Exporte von Elektroautos und Hybridfahrzeugen um 140 Prozent zu.

Wiederholte Fossil-Krise

Experten sehen darin einen beschleunigten Strukturwandel. Die wiederholten Krisen auf den fossilen Energiemärkten - erst vor wenigen Jahren löste der russische Angriff auf die Ukraine ähnliche Effekte aus - verstärken den Druck, unabhängiger von Öl und Gas zu werden. Auch politisch gewinnt die Energiewende an Bedeutung: Staaten setzen zunehmend auf Versorgungssicherheit durch erneuerbare Energien.

China nimmt dabei eine Schlüsselrolle ein. Durch massive staatliche Investitionen hat das Land seine eigene Abhängigkeit von Energieimporten reduziert und sich zugleich als weltweit führender Anbieter grüner Technologien etabliert. Länder wie Pakistan, die früher nahezu komplett vom Import fossiler Energieträger abhängig waren, profitieren bereits davon, indem sie günstige Solarmodule importieren und so ihre Energiekosten deutlich senken.
Zusammenfassung
  • Iran-Krieg blockiert Straße von Hormus und beeinflusst globale Energiemärkte
  • China exportierte im März Rekordmenge Solarenergietechnik mit 68 Gigawatt
  • Chinesische Solarexporte steigen um 50 Prozent über dem vorherigen Höchstwert
  • Fünfzig Länder importieren so viele chinesische Solarmodule wie nie zuvor
  • Batterieexporte erreichen ein Volumen von rund zehn Milliarden US-Dollar
  • Exporte von E-Autos und Hybriden steigen um 140 Prozent im Jahresvergleich
  • Experten sehen im Iran-Krieg einen beschleunigten Strukturwandel zu Erneuerbaren
  • China hat sich durch massive Investitionen als führender Anbieter grüner Tech etabliert

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