Zufallsfund: Alte Daten zeigen Entstehung eines Schwarzen Lochs

Astronomen haben den Kollaps einen Sterns zu einem Schwarzen Loch beobachten können. Das ist allerdings nicht das einzig Besondere an dem Fall. Es handelt sich auch um einen Zufallsfund in Daten, die schon einige Jahre alt sind.
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Längst ausgemustertes Teleskop

Entdeckt wurde das außergewöhnliche Ereignis in Archivdaten eines inzwischen stillgelegten NASA-Weltraumteleskops. Im Mittelpunkt steht der Stern M31-2014-DS1 in der Andromeda-Galaxie, der rund 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt liegt. Die Galaxie ist die nächstgelegene große Nachbargalaxie unserer Milchstraße.

Aufgespürt wurde das Phänomen mithilfe von Daten der früheren NASA-Mission Neowise, die ursprünglich zur Suche nach erdnahen Asteroiden und Kometen konzipiert war, berichtete die BBC. Das Infrarot-Weltraumteleskop ging 2024 außer Dienst und verglühte planmäßig in der Erdatmosphäre.


Ein Forschungsteam um Kishalay De von der Columbia University durchforstete die hinterlassenen Datensätze und stieß auf eine auffällige Infrarotquelle. Bereits 2014 hatte Neowise registriert, dass ein massereicher Stern in der Andromeda-Galaxie über mehrere Jahre hinweg immer heller im Infrarotbereich leuchtete. Nach etwa drei Jahren verblasste das Objekt jedoch und verschwand schließlich vollständig. Zurück blieb lediglich eine Hülle aus Gas und Staub.

Direkter Kollaps

Nach Einschätzung der Forschenden handelt es sich um einen sogenannten "direkten Kollaps": Der Stern verwandelte sich offenbar unmittelbar in ein Schwarzes Loch, ohne zuvor als Supernova zu explodieren. Theoretisch war ein solches Szenario seit Jahrzehnten vorhergesagt worden, doch eindeutige Beobachtungen fehlten bislang.

In jungen Jahren besaß M31-2014-DS1 etwa die 13-fache Masse unserer Sonne. Bis zu seinem Ende hatte er jedoch große Teile seiner äußeren Hülle abgestoßen und wog nur noch rund fünf Sonnenmassen. Üblicherweise gehen Astronomen davon aus, dass Sterne dieser Größenordnung als spektakuläre Supernova enden. Dass hier offenbar keine Explosion stattfand, stellt gängige Modelle infrage. Möglicherweise entscheiden komplexe Wechselwirkungen zwischen Gravitation, Gasdruck und Schockwellen im Inneren darüber, ob ein Stern explodiert oder lautlos kollabiert.

Ein ähnlicher, wenn auch deutlich schwächer dokumentierter Fall wurde 2010 in der Galaxie NGC 6946 beobachtet. Doch erst der nun analysierte Fund in der Andromeda-Galaxie liefert ausreichend Daten, um den Prozess genauer zu untersuchen.

Zusammenfassung
  • Zufallsfund in Archivdaten eines stillgelegten NASA-Weltraumteleskops
  • Stern M31-2014-DS1 in der Andromeda-Galaxie wurde immer heller
  • Nach drei Jahren verblasste der Stern und verschwand vollständig
  • Wissenschaftler beobachteten direkten Kollaps zu einem Schwarzen Loch
  • Der Stern explodierte nicht als Supernova wie bei Sternen dieser Größe üblich
  • Der Fund stellt bisherige astronomische Modelle zum Sternenende infrage
  • Ein ähnlicher Fall wurde 2010 in der Galaxie NGC 6946 beobachtet

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