Amazon macht Läden dicht:
Amazon Go und Fresh werden abgeschafft
Offline bekommt es Amazon einfach nicht hin. Das Unternehmen kündigte jetzt an, sämtliche physische Filialen seiner Marken Amazon Go und Amazon Fresh zu schließen. Die Whole-Foods-Supermärkte sollen hingegen bestehen bleiben.
Laut einer Amazon-Sprecherin erzielten die eigenen Läden aber letztlich nicht das gewünschte Kundenerlebnis, und das wirtschaftliche Modell sei auch nicht in großem Maßstab tragfähig, berichtete das Wall Street Journal. Von den Schließungen sind 57 Fresh-Filialen und 15 Amazon-Go-Standorte betroffen. Einige der ehemaligen Amazon-Filialen sollen künftig zu Whole-Foods-Filialen umgebaut werden, denn die Bio-Supermärkte, die Amazon 2017 übernommen hatte, boomen ordentlich. Daher plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren mehr als 100 neue Whole-Foods-Märkte zu eröffnen.
Die Entscheidung markiert den neuesten Richtungswechsel in Amazons über zehnjähriger Strategie, im stationären Einzelhandel Fuß zu fassen. Amazon Fresh, das ein breiteres, eher massenmarktorientiertes Sortiment anbietet als das höherpreisige Whole Foods, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach überarbeitet. Trotz neuer Technologien wie Hightech-Einkaufswagen und günstigeren Preisen konnte Fresh jedoch nicht genügend Kunden gewinnen.
Auch die Convenience-Stores von Amazon Go, bei denen Kunden ohne Warteschlangen elektronisch bezahlen können, fanden auf breiter Basis keinen Anklang. Seit 2023 hat Amazon die Anzahl seiner Go-Filialen mehr als halbiert. Die zugrunde liegende "Just-Walk-Out"-Technologie lizenziert das Unternehmen jedoch weiterhin an über 360 Standorten in fünf Ländern, darunter Hochschulen, Sportarenen, Krankenhäuser und Flughäfen.
Trotz der Schließungen will Amazon das Experimentieren im stationären Handel fortsetzen. In Orland Park, Illinois, hat das Unternehmen kürzlich die Genehmigung für sein bisher größtes Geschäft erhalten. Auf etwa 21.000 Quadratmetern sollen dort Lebensmittel, Alltagswaren und Fertiggerichte angeboten werden - einer Fläche, die fast zwei Target-Märkten entspricht. Integriert werden dabei sowohl digitale als auch klassische Einkaufserlebnisse, hieß es.
Siehe auch:
Nicht wirtschaftlich tragfähig
Unter den genannten Marken wurden kleinere Läden betrieben, die vor allem durch ihr kassenloses System für einige Aufmerksamkeit sorgten. Kunden konnten hier einfach Waren aus dem Regal nehmen und das Geschäft verlassen. Kameras mit KI-Unterstützung erkannten, was mitgenommen wurde, und rechneten dies automatisch über das Amazon-Konto ab. Die Filialen dienten so in erster Linie auch der Erprobung und Vermarktung dieser Technologie.Laut einer Amazon-Sprecherin erzielten die eigenen Läden aber letztlich nicht das gewünschte Kundenerlebnis, und das wirtschaftliche Modell sei auch nicht in großem Maßstab tragfähig, berichtete das Wall Street Journal. Von den Schließungen sind 57 Fresh-Filialen und 15 Amazon-Go-Standorte betroffen. Einige der ehemaligen Amazon-Filialen sollen künftig zu Whole-Foods-Filialen umgebaut werden, denn die Bio-Supermärkte, die Amazon 2017 übernommen hatte, boomen ordentlich. Daher plant das Unternehmen, in den kommenden Jahren mehr als 100 neue Whole-Foods-Märkte zu eröffnen.
Die Entscheidung markiert den neuesten Richtungswechsel in Amazons über zehnjähriger Strategie, im stationären Einzelhandel Fuß zu fassen. Amazon Fresh, das ein breiteres, eher massenmarktorientiertes Sortiment anbietet als das höherpreisige Whole Foods, wurde in den vergangenen Jahren mehrfach überarbeitet. Trotz neuer Technologien wie Hightech-Einkaufswagen und günstigeren Preisen konnte Fresh jedoch nicht genügend Kunden gewinnen.
Auch die Convenience-Stores von Amazon Go, bei denen Kunden ohne Warteschlangen elektronisch bezahlen können, fanden auf breiter Basis keinen Anklang. Seit 2023 hat Amazon die Anzahl seiner Go-Filialen mehr als halbiert. Die zugrunde liegende "Just-Walk-Out"-Technologie lizenziert das Unternehmen jedoch weiterhin an über 360 Standorten in fünf Ländern, darunter Hochschulen, Sportarenen, Krankenhäuser und Flughäfen.
Mehr Lieferservice
Parallel dazu expandiert Amazon seinen Lieferservice für Lebensmittel: Dieser ist derzeit in mehr als 2300 US-Städten verfügbar, mit Lieferungen in rund 5000 Regionen. Kunden schätzen besonders die Möglichkeit, in einer Bestellung sowohl Batterien als auch Bananen zu kaufen. Amazon kündigte an, den Service 2026 auf weitere Gemeinden auszudehnen, ohne konkrete Orte zu nennen.Trotz der Schließungen will Amazon das Experimentieren im stationären Handel fortsetzen. In Orland Park, Illinois, hat das Unternehmen kürzlich die Genehmigung für sein bisher größtes Geschäft erhalten. Auf etwa 21.000 Quadratmetern sollen dort Lebensmittel, Alltagswaren und Fertiggerichte angeboten werden - einer Fläche, die fast zwei Target-Märkten entspricht. Integriert werden dabei sowohl digitale als auch klassische Einkaufserlebnisse, hieß es.
Zusammenfassung
- Amazon schließt alle Filialen der Marken Amazon Go und Amazon Fresh
- Kassenlose Technologie mit KI-Kameras konnte Kunden nicht überzeugen
- Von den Schließungen sind insgesamt 72 Standorte in den USA betroffen
- Bio-Supermarktkette Whole Foods bleibt bestehen und soll weiter ausgebaut werden
- Trotz mehrfacher Überarbeitungen scheiterte Amazons stationäre Handelsstrategie
- Just-Walk-Out-Technologie wird weiterhin an über 360 Standorte lizenziert
- Amazon plant für 2026 die Ausweitung seines Lebensmittel-Lieferservices
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Thema:
Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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