Logitech: Zertifikatspanne stört Mäuse und Tastaturen auf MacOS

Nutzer von Logitech-Peripherie am Mac stehen vor einem Problem: Die Software-Suiten Logi Options+ und G HUB verweigern den Dienst. Ursache ist ein versäumtes Zertifikatsupdate seitens des Herstellers. Doch es gibt glücklicherweise Übergangslösungen.
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Softwareausfall durch Signaturfehler

Wer seit ein oder zwei Tagen versucht, seine Logitech-Maus oder -Tastatur unter MacOS zu konfigurieren, blickt häufig nur auf einen endlosen Ladebildschirm. Betroffen sind die zentralen Anwendungen Logi Options+ sowie die Gaming-Software G HUB. Der Grund für den Ausfall ist banal, aber wirkungsvoll: Ein für die Codesignierung notwendiges Apple-Entwicklerzertifikat ist abgelaufen. Das Betriebssystem MacOS stuft die Anwendungen daher als nicht vertrauenswürdig ein und blockiert deren Ausführung durch den internen Schutzmechanismus Gatekeeper, um die Systemintegrität zu schützen.

Das Problem trifft vor allem Power-User hart: Zwar funktionieren die Grundfunktionen der Hardware - wie einfaches Klicken und Tippen - weiterhin über die generischen HID-Treiber des Betriebssystems, sämtliche individuellen Anpassungen fallen aber weg. Besonders bei Premium-Geräten wie der MX Master 4 oder der MX Keys-Reihe sind Funktionen wie "Logitech Flow" zur steuerungsübergreifenden Arbeit an mehreren Rechnern, spezifische Tastenbelegungen für Apps wie Photoshop oder komplexe Gestensteuerungen essenziell für den Workflow.

Da viele Office-Geräte von Logitech im Gegensatz zu Gaming-Mäusen wie der G502 über keinen oder nur begrenzten Onboard-Speicher verfügen, sind sie zwingend auf die im Hintergrund laufende Software angewiesen, um mehr als nur Standard-Peripherie zu sein.

Hintergründe und Ursachenforschung

In den Systemprotokollen der Konsole äußert sich der Fehler mit dem kryptischen Hinweis "[leaf TemporalValidity]". Das bestätigt technisch versierten Anwendern, dass der Zeitstempel der digitalen Signatur das zulässige Fenster überschritten hat. Reddit-Nutzer lieferten hierzu Details: Sie identifizierten in den Logs, dass das Zertifikat exakt am Wochenende seine Gültigkeit verlor, was erklärt, warum der Fehler weltweit fast zeitgleich auftrat.

Das betrifft ausschließlich Nutzer von Apple-Computern, da Windows-Systeme eine andere Signierungs-Infrastruktur nutzen. Auch Linux-Anwender bleiben verschont, da Logi Options+ dort ohnehin nicht offiziell verfügbar ist und die Community auf Open-Source-Alternativen wie Solaar setzt.


Der Unmut ist groß, doch der Absturz hat noch unangenehme Nebenwirkungen. Neben dem Funktionsausfall berichten Anwender von einer massiv erhöhten CPU-Last. Hintergrundprozesse wie der `logi_options_plus_agent` versuchen in einer Endlosschleife, die verweigerte Verbindung herzustellen, werden vom System beendet und starten sofort neu. Das führt bei MacBooks zu einem spürbar schnelleren Entleeren des Akkus und teils erhöhten Temperaturen. Das Phänomen betrifft sämtliche Apple-Silicon-Chips von M1 bis M4 gleichermaßen.

Provisorische Lösungen

Logitech hat das Problem mittlerweile bestätigt und arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung. Das Unternehmen betont, dass für den Fix voraussichtlich kein komplettes Versions-Update mit neuen Features nötig sei; stattdessen werde die bestehende Applikation mit einem gültigen Zertifikat neu signiert und verteilt. Benutzerprofile und mühsam angelegte Makros sollen dabei erhalten bleiben. Bis der offizielle Patch über die Update-Server verteilt wird, greifen Nutzer zu diversen Lösungsansätzen:

  • Datum zurücksetzen: Das Umstellen des Systemdatums auf den 4. Januar 2026 oder früher ermöglicht oft den Start der App, da das Zertifikat für das System dann noch gültig erscheint. Warnung: Das bricht temporär HTTPS-Verbindungen im Browser und kann Probleme mit iCloud-Synchronisationen verursachen.
  • Offline-Start: Das Starten der App ohne aktive Internetverbindung kann in manchen Fällen die Online-Validierung des Zertifikats (OCSP) umgehen, woraufhin die Software auch nach Wiederherstellen der Verbindung oft stabil weiterläuft.

Es ist ratsam, auf den offiziellen Hotfix zu warten, da Eingriffe in das Systemdatum Sicherheitsrisiken bergen und andere Dienste stören können. Sobald Logitech die signierte Version bereitstellt, sollte das Update automatisch erfolgen oder manuell über die Webseite angestoßen werden.

Seid ihr von dem Ausfall betroffen und funktionieren eure Makros noch? Welche Übergangslösung nutzt ihr, bis Logitech das Update liefert? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare!

Zusammenfassung
  • Logitechs Mac-Software verweigert Dienst wegen abgelaufenem Zertifikat
  • Grundfunktionen der Hardware funktionieren, aber individuelle Anpassungen fehlen
  • Betroffene Software: Logi Options+ und G HUB für Tastaturen und Mäuse
  • Problem verursacht erhöhte CPU-Last und schnelleren Akkuverbrauch bei MacBooks
  • Logitech arbeitet an einer Lösung ohne komplettes Versions-Update
  • Temporäre Lösungen: Systemdatum ändern oder App offline starten
  • Nutzerprofile und angelegte Makros sollen bei offizieller Lösung erhalten bleiben

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