Highlight

Sojus-5: Russland will endlich von Ukraine unabhängig werden

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos plant, ihre neue Träger­rakete Sojus-5 noch in diesem Jahr zum ersten Mal zu starten. Wich­tigs­te Neuerung ist dabei erstmals ein kompletter Verzicht auf Bauteile, die in der Ukraine gefertigt werden.
Weltraum, Raumfahrt, Nasa, Weltall, Rakete, Sterne, Space, Raketenstart, Testflug, Startrampe, Raketenantrieb, Trägerrakete

Jungfernflug im Dezember

Wie der Roskosmos-Chef Dmitri Bakanow der staatlichen Nachrichtenagentur TASS erklärte, sei der Jungfernflug für Dezember vorgesehen. "Alles ist vorbereitet", sagte er. Der Start soll vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan erfolgen und markiert den Beginn mehrerer Demonstrationsflüge. Ein regulärer Einsatz im Weltraumbetrieb ist jedoch erst ab 2028 vorgesehen.

Die Entwicklung der Sojus-5, die auch den Namen "Irtysch" trägt, läuft bereits seit 2016. Technologisch stellt sie keine große Neuerung dar, da sie weitgehend auf bestehende sowjetische und russische Konzepte zurückgreift. Dennoch hat das Projekt für Moskau besondere Bedeutung: Mit der neuen Rakete will Russland die Abhängigkeit von in der Ukraine hergestellten Bauteilen endgültig beenden.


Die Sojus-5 ist im Kern eine vergrößerte Version der ukrainischen Zenit-2-Rakete, die seit den 1980er-Jahren im Einsatz war. Nach dem Zerfall der Sowjetunion blieb die Zusammenarbeit zwischen russischen und ukrainischen Herstellern zunächst bestehen, endete jedoch endgültig nach der russischen Invasion in die Ukraine im Jahr 2022. Seither produziert Russland die entscheidenden Komponenten eigenständig.

Zu viel Konkurrenz

Die Trägerrakete soll langfristig sowohl die Zenit-Familie als auch die alternde Proton-M ersetzen. Mit einer Nutzlastkapazität von rund 17 Tonnen für niedrige Erdumlaufbahnen reiht sich die Sojus-5 in die Klasse der mittleren Träger ein. Herzstück ist das Triebwerk RD-171MV, eine modernisierte Version eines Motors, der bereits für das sowjetische System "Energija" und später für Zenit verwendet wurde. Es gilt als das leistungsstärkste flüssigtreibstoffbetriebene Raketenaggregat der Welt.

Offen bleibt, ob die Sojus-5 auch international Abnehmer findet. Russland konkurriert in einem Markt, der zunehmend von wiederverwendbaren Systemen wie denen von SpaceX geprägt ist. Während die Sojus-2 für bemannte Flüge weiter im Einsatz bleibt, setzt Roskosmos parallel große Hoffnungen auf ein weiteres Projekt: die Sojus-7, auch Amur genannt. Diese Rakete soll mit Methan-Triebwerken ausgestattet und teilweise wiederverwendbar sein. Ihr Erstflug wurde jedoch bereits mehrfach verschoben - aktuell ist nicht vor 2030 damit zu rechnen.

Zusammenfassung
  • Roskosmos plant ersten Start der neuen Trägerrakete Sojus-5 für Dezember
  • Hauptziel ist vollständige Unabhängigkeit von ukrainischen Bauteilen
  • Regulärer Einsatz der auch als Irtysch bekannten Rakete erst ab 2028
  • Mit 17 Tonnen Nutzlastkapazität soll sie ältere Raketensysteme ersetzen
  • RD-171MV ist weltweit stärkstes flüssigtreibstoffbetriebenes Triebwerk
  • Russland steht im Wettbewerb mit wiederverwendbaren Systemen wie SpaceX
  • Parallel wird an teilweise wiederverwendbarer Sojus-7 mit Methan-Antrieb gearbeitet

Siehe auch:
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!