Wikipedia: Traffic bricht dank KI ein, gefährdet freie Web-Enzyklopädie
Die Wikimedia-Stiftung warnt vor einer langfristigen Gefährdung des Betriebs der kostenlosen und freien Online-Enzyklopädie Wikipedia durch die wachsende Verwendung von Künstlicher Intelligenz und den von Google generierten KI-Zusammenfassungen. Immer weniger Nutzer würden die Wikipedia selbst aufrufen.
Man begrüße neue Wege, auf denen Menschen sich Wissen aneignen können. Allerdings würden KI-Chatbots, Suchmaschinen und soziale Netzwerke, die Wikipedia-Inhalte verwenden auch Sorge tragen, dass sie ihre Nutzer dazu bewegen, die Wikipedia selbst zu besuchen. Nur so könne der Fluss des freien Wissens, auf das sich so viele Menschen und Plattformen verlassen, auch weiterhin sichergestellt werden, erklärte Marshall Miller, der als Senior Director of Product für die Wikimedia-Stiftung arbeitet.
Miller bat die Nutzer von Wikipedia-Inhalten nun, verstärkt auf die Quellen-Links zuzugreifen, um so den Betrieb der eigentlichen Informationsquellen zu unterstützen. Wer Informationen online abrufe, müsse auch deren Quellen fördern helfen. Das gleiche Bild zeigt sich seit geraumer Zeit auch bei anderen Online-Publishern.
So hatten Studien erst vor einigen Monaten gezeigt, dass nur etwa ein Prozent der Google-Nutzer auch die Links zu den in KI-Zusammenfassungen bei der Online-Suche angezeigten Quellen aufruft. Unterdessen klagen viele Website-Betreiber seit geraumer Zeit über stark sinkende Zugriffszahlen, weil der Traffic der Online-User schlicht nicht mehr "bei ihnen ankommt".
Siehe auch:
Fortbestand der Wikipedia in Gefahr
Bei der Wikimedia Foundation, der gemeinnützigen Organisation, welche die Wikipedia betreibt, sieht man die Zukunft der Online-Enzyklopädie in Gefahr, weil immer weniger Menschen direkt auf das Wissensportal zugreifen. Weil sie so weniger Kontakt mit der Wikipedia selbst haben, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich für den Fortbestand einsetzen, deutlich geringer und damit die Zukunft der Plattform in Gefahr, weil die nötigen Spenden ausbleiben dürften.Man begrüße neue Wege, auf denen Menschen sich Wissen aneignen können. Allerdings würden KI-Chatbots, Suchmaschinen und soziale Netzwerke, die Wikipedia-Inhalte verwenden auch Sorge tragen, dass sie ihre Nutzer dazu bewegen, die Wikipedia selbst zu besuchen. Nur so könne der Fluss des freien Wissens, auf das sich so viele Menschen und Plattformen verlassen, auch weiterhin sichergestellt werden, erklärte Marshall Miller, der als Senior Director of Product für die Wikimedia-Stiftung arbeitet.
KI nutzt Wikipedia, gibt nichts zurück
Durch weniger direkte Besuche sinke die Wahrscheinlichkeit, dass sich Menschen freiwillig daran beteiligen, die Wikipedia auszubauen und mit neuen Inhalten zu bereichern. Außerdem würden weniger eigenständige Spendengeber die Arbeit hinter der Wikipedia unterstützen. Die Suchmaschinenbetreiber und Anbieter von KI-Diensten würden sich zwar in extrem großem Ausmaß darauf verlassen, ihre Angebote mit dem bei Wikipedia kostenlos verfügbaren Wissen zu füttern, aber gleichzeitig auch die Zugriffszahlen des Portals schmälern, so Miller weiter.Quellen werden nicht mehr direkt aufgerufen
Innerhalb eines Jahres sei die Zahl der von Zugriffe auf Wikipedia durch menschliche Nutzer um etwa acht Prozent gesunken. Man gehe davon aus, dass dies auf die steigende Nutzung von generativer Künstlicher Intelligenz und Social-Media-Diensten zurückzuführen ist, die von immer mehr Menschen genutzt würden, um Wissen abzurufen, das eigentlich aus der Wikipedia stammt. Gerade Suchmaschinen würden Anfragen von Nutzern meist direkt beantworten und sich dabei auf Wikipedia-Inhalte stützen - ohne diese auf die Quelle weiterzuleiten.Miller bat die Nutzer von Wikipedia-Inhalten nun, verstärkt auf die Quellen-Links zuzugreifen, um so den Betrieb der eigentlichen Informationsquellen zu unterstützen. Wer Informationen online abrufe, müsse auch deren Quellen fördern helfen. Das gleiche Bild zeigt sich seit geraumer Zeit auch bei anderen Online-Publishern.
So hatten Studien erst vor einigen Monaten gezeigt, dass nur etwa ein Prozent der Google-Nutzer auch die Links zu den in KI-Zusammenfassungen bei der Online-Suche angezeigten Quellen aufruft. Unterdessen klagen viele Website-Betreiber seit geraumer Zeit über stark sinkende Zugriffszahlen, weil der Traffic der Online-User schlicht nicht mehr "bei ihnen ankommt".
Zusammenfassung
- Wikipedia verzeichnet etwa acht Prozent weniger menschliche Zugriffe
- KI-Zusammenfassungen und Chatbots nutzen Wikipedia-Inhalte ohne Verweis
- Sinkende Besucherzahlen gefährden Spenden und freiwillige Mitarbeit
- Nur ein Prozent der Google-Nutzer klicken auf Quellen in KI-Ergebnissen
- Website-Betreiber beklagen generell stark rückläufigen Traffic
- Wikimedia Foundation fordert stärkere Unterstützung der Informationsquellen
- Überleben der freien Enzyklopädie ist durch diese Entwicklung bedroht
Siehe auch:
- Elon Musk kündigt Wikipedia-Alternative an - 'Grokipedia' kurz vor Start
- Killt ChatGPT & Co. Wikipedia? Studie macht Hoffnung, aber warnt auch
- Wikipedia stoppt KI-Zusammenfassungen nach Revolte von Autoren
- "Humans first": Wikipedia setzt mit neuer Strategie auf Mensch statt KI
- US-Staatsanwalt stellt Gemeinnützigkeit der Wikipedia infrage
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