Amazon gibt zu, dass Farb-Kindles nicht so gut für Bücherwürmer sind

Amazon warnt in seinen FAQ-Seiten offen vor den Nachteilen seiner neuen farbigen Kindle-Modelle und diese sind vor allem für Vielleser relevant: Die Colorsoft-Displays bieten schlechtere Textschärfe als herkömmliche Schwarz-Weiß-E-Reader, so Amazon.
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Amazon räumt Schwächen der Colorsoft-Displays ein

Amazon hat die FAQ-Seiten seiner neuen Kindle Colorsoft-Modelle aktualisiert und gibt erstmals offen zu, dass die farbigen E-Reader nicht die beste Leseerfahrung für Bücher bieten. Das Unternehmen warnt Nutzer, dass die Textur und Helligkeit der Colorsoft-Displays anders aussehen als bei herkömmlichen Paperwhite-Modellen - bedingt durch die Farbfilterschicht.

Wer eine schärfere Schwarz-Weiß-Darstellung bevorzuge, solle lieber zum Kindle Paperwhite greifen, der die schnellsten Seitenwechsel und das höchste Kontrastverhältnis aller 2024er Kindle-Geräte biete, schreibt Amazon in den aktualisierten Produktbeschreibungen. Das ist eine durchaus erstaunliche Ehrlichkeit für einen Hersteller, der normalerweise die Vorzüge seiner Produkte bewirbt.

Technische Hintergründe der Einschränkungen

Der Grund für die eingeschränkte Textqualität liegt in der verwendeten E Ink Kaleido 3-Technologie, schreibt Good e-Reader. Das System bietet zwar eine Farbauflösung von 150 ppi - eine Verbesserung gegenüber den 100 ppi der Vorgängergeneration - erreicht aber nur die Hälfte der 300 ppi, die Schwarz-Weiß-Displays schaffen.

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Das Kaleido 3-System funktioniert über ein Farbfilter-Array, das näher an der Tintenschicht platziert wurde, um die Farbgenauigkeit zu erhöhen. Gegenüber der Vorgängergeneration konnte die Farbsättigung um 30 Prozent gesteigert werden, doch das System reduziert Lichtstreuung und Farbverluste nicht vollständig - ein Problem, das bei emissiven LCD-Displays nicht auftritt.

Die Technologie führt dazu, dass Farb-E-Paper immer etwas ausgewaschen wirkt, wenn man es direkt neben einem Schwarz-Weiß-E-Reader betrachtet. Das liegt an der physikalischen Beschaffenheit der Farbfilter, die einen Teil des reflektierten Lichts absorbieren und somit den Kontrast reduzieren.

Amazon ist das einzige Unternehmen im E-Reader-Bereich, das die Nachteile von Farb-E-Paper für das Lesen digitaler Bücher klar kommuniziert. Konkurrenten wie Rakuten Kobo oder Tolino erwähnen diese Einschränkungen auf ihren Produktseiten überhaupt nicht, obwohl sie dieselbe Kaleido 3-Technologie verwenden.

Amazon zeigt ungewöhnliche Transparenz bei den Schwächen seiner neuen Farbdisplays. Was denkt ihr: Ist diese Ehrlichkeit hilfreich oder schadet sie dem Verkauf der Colorsoft-Modelle?
Zusammenfassung
  • Amazon warnt vor schlechterer Textschärfe bei farbigen Kindle-Modellen
  • Colorsoft-Displays bieten durch Farbfilterschicht andere Textur und Helligkeit
  • Für schärfere Schwarz-Weiß-Darstellung empfiehlt Amazon den Kindle Paperwhite
  • E Ink Kaleido 3-Technologie erreicht nur 150 statt 300 ppi bei Schwarz-Weiß
  • Farbfilter-Array reduziert Kontrast durch Absorption von reflektiertem Licht
  • Amazon zeigt ungewöhnliche Transparenz bei Produktnachteilen im Vergleich zur Konkurrenz
  • Farbsättigung konnte gegenüber Vorgängermodellen um 30 Prozent gesteigert werden

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