BSI warnt vor aktiven Angriffen auf iOS und MacOS - Updates verfügbar

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt vor kritischen Sicherheitslücken in Apple-Systemen. Eine davon ermög­lichte Spionage-Angriffe auf Journalisten - ohne dass die Opfer eine Chance hatten, die Attacke zu bemerken.
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Apple-Lücke ermöglichte Journalisten-Spionage

Eine schwerwiegende Sicherheitslücke in Apples Betriebssystemen ermöglichte es Angreifern, Geräte durch ein präpariertes Foto oder Video über iCloud zu kom­pro­mittieren. Die Opfer mussten die Datei nicht einmal öffnen - ein sogenann­ter Zero-Click-Angriff. Besonders brisant ist dabei, dass die Schwachstelle aktiv zur Journalisten-Überwachung genutzt wurde.

Die als CVE-2025-43200 registrierte Lücke betrifft iOS 18.3.1, iPadOS 18.3.1, macOS Sequoia 15.3.1, macOS Sonoma 14.7.4, macOS Ventura 13.7.4, watchOS 11.3.1 und visionOS 2.3.1. Diese Updates kamen schon im Frühjahr heraus. Das BSI stuft aber erst jetzt, da neue Informationen zu der Schwach­stelle bekannt wurden, die Bedrohung als hoch ein:

[WID-SEC-2025-1314] Apple Produkte: Schwachstelle ermöglicht Umgehen von Sicherheitsvorkehrungen. Ein Angreifer kann eine Schwachstelle in Apple iOS, Apple iPadOS und Apple macOS ausnutzen, um Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen.
BSI Warnung

Spionage-Software "Graphite" im Einsatz

Untersuchungen des Citizen Lab belegen aktive Angriffe, darunter auf den italienischen Journalisten Ciro Pellegrino und einen weiteren, nicht genannten europäischen Reporter. Die Opfer wurden mit der Spionage-Software "Graphite" infiziert.

Die Attacken erfolgten im Januar und Februar 2025 über iMessage auf Geräten mit iOS 18.2.1. Die Angreifer nutzten ein spezielles Konto, um präparierte Nachrichten zu versenden, die Fernzugriff ermöglichten - für die Betroffenen völlig unerkennbar. Zero-Click-Angriffe gelten als besonders gefährlich, da sie keine Nutzerinteraktion erfordern. Diese schwer zu entdeckende Methode wird häufig von staatlichen Akteuren und professionellen Cyberkriminellen verwendet.

Schutzmaßnahmen und Empfehlungen

Apple schloss die Lücke mit iOS 18.3.1 und späteren Versionen. Sicherheits­experten empfehlen automatische Updates und regelmäßige Versions­prüfungen. Besonders gefährdete Personen wie Journalisten, Aktivisten oder Politiker sollten separate Geräte für sensible Kommunikation verwenden.

Habt ihr bereits die neuesten Updates installiert? Welche (zusätzlichen) Schutzmaßnahmen nutzt ihr? Teilt eure Erfahrungen in den Kommentaren!

Welche Apple-Geräte sind betroffen?
Betroffen sind zahlreiche Apple-Geräte mit veralteten Versionen von iOS, iPadOS und macOS. Dazu zählen iPhones mit iOS unter 15.8.4, 16.7.11 und 18.3.1, iPads mit iPadOS unter den gleichen Versionen sowie Macs mit macOS Sonoma 14.7.4, Ventura 13.7.4 und Sequoia 15.3.1.

Auch watchOS und visionOS sind betroffen, wenn sie nicht auf Version 11.3.1 bzw. 2.3.1 aktualisiert wurden. Nutzer sollten daher umgehend prüfen, ob ihre Geräte auf dem aktuellen Stand sind, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen.
Wie funktioniert der Angriff genau?
Die Schwachstelle CVE-2025-43200 basiert auf einem Logikfehler bei der Verarbeitung bösartiger Fotos oder Videos, die über iCloud-Links geteilt werden. Die Lücke betrifft die Nachrichten-App iMessage und ermöglicht sogenannte Zero-Click-Angriffe.

Das bedeutet: Der Nutzer muss nichts anklicken oder öffnen - allein der Empfang der Nachricht reicht aus, um das Gerät zu kompromittieren. Laut Citizen Lab wurde dies gezielt gegen Journalisten eingesetzt.
Was ist eine Zero-Click-Lücke?
Eine Zero-Click-Lücke erlaubt es Angreifern, ein Gerät zu infiltrieren, ohne dass der Nutzer aktiv etwas tun muss. Es reicht, dass das Gerät eine manipulierte Nachricht empfängt - etwa über iMessage.

Solche Lücken sind besonders gefährlich, da sie unbemerkt bleiben und selbst vorsichtige Nutzer kaum Schutzmaßnahmen dagegen ergreifen können. In diesem Fall wurde die Lücke zur Verbreitung von Spyware genutzt.
Wie kann ich mich schützen?
Der wichtigste Schutz ist das zeitnahe Einspielen der von Apple bereitgestellten Updates. Die Lücke wurde bereits im Februar 2025 mit iOS/iPadOS 18.3.1 und macOS Sonoma 14.7.4 geschlossen.

Nutzer sollten regelmäßig prüfen, ob ihre Geräte auf dem neuesten Stand sind. Zusätzlich empfiehlt sich das Deaktivieren von iMessage oder iCloud-Links in besonders sensiblen Umgebungen - etwa bei Journalisten oder Aktivisten.
Warum wurde die Lücke erst spät bekannt?
Obwohl Apple den Patch bereits im Februar 2025 veröffentlichte, wurde die Schwachstelle CVE-2025-43200 erst im Juni öffentlich dokumentiert. Apple nannte keine konkreten Gründe für die Verzögerung.

Es wird vermutet, dass Apple zunächst weitere Untersuchungen abwarten wollte oder gezielt zurückhielt, um laufende Ermittlungen nicht zu gefährden. Für Nutzer bedeutet das: Auch unscheinbare Updates können kritische Fixes enthalten.
Wurde die Lücke aktiv ausgenutzt?
Ja. Laut Citizen Lab wurde die Schwachstelle gezielt gegen mindestens zwei europäische Journalisten eingesetzt. Die Angriffe lassen sich auf die Spyware "Graphite" des israelischen Herstellers Paragon zurückführen.

Apple bestätigte, dass es Berichte über "extrem ausgeklügelte Angriffe" auf bestimmte Zielpersonen gibt. Die US-Behörde CISA hat die Lücke in ihren Katalog aktiv ausgenutzter Schwachstellen aufgenommen.
Welche Spyware wurde eingesetzt?
Die Angriffe nutzten die Spyware Graphite des israelischen Unternehmens Paragon. Diese Software ist dafür bekannt, gezielt zur Überwachung von Personen in sensiblen Positionen eingesetzt zu werden.

Laut Citizen Lab wurden beide betroffenen Journalisten über denselben iMessage-Account angegriffen. Hinweise deuten auf eine IP-Adresse, die bereits früher mit Paragon in Verbindung gebracht wurde.
Zusammenfassung
  • BSI warnt vor kritischer Sicherheitslücke in Apple-Betriebssystemen
  • Zero-Click-Angriffe durch präparierte Fotos oder Videos über iCloud möglich
  • Journalisten wurden mit der Spionage-Software 'Graphite' angegriffen
  • Angriffe erfolgten im Januar und Februar 2025 über iMessage-Nachrichten
  • Sicherheitslücke CVE-2025-43200 betrifft mehrere Apple-Betriebssysteme
  • Apple hat die Sicherheitslücke mit iOS 18.3.1 und späteren Versionen behoben
  • Sicherheitsexperten empfehlen automatische Updates für alle Nutzer

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