Googles KI-Tools nehmen journalistischen Inhalten wertvolle Leser weg

Die zunehmende Integration von KI-gestützten Features in die Google-Suchmaschine bringt journalistische Angebote im Netz in Bedrängnis. Die Zahl der Besucher, die zu Pressepublikationen durchgeleitet werden, geht drastisch zurück.
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Teils massive Einbrüche

Google und andere Suchmaschinenbetreiber setzen immer stärker darauf, dass die Fragen ihrer Nutzer immer direkter und umfassender beantwortet werden. Mit ihren KI-Systemen sammeln sie zwar ohne weitere Nachfragen Informationen im ganzen Internet zusammen, lassen es aber zunehmend an Gegenwert in Form von Besuchern, die zu den eigentlichen Quellen geleitet werden, missen.

Daten des Analyseunternehmens Similarweb für den US-Markt zeigen, dass vor allem journalistische Angebote einen massiven Einbruch hinnehmen müssen, berichtet das Wall Street Journal. Der organische Suchverkehr zu den Webseiten von HuffPost und der Washington Post hat sich innerhalb von drei Jahren mehr als halbiert. Beim Business Insider ging die Zahl der Zugriffe über Suchmaschinen um 55 Prozent zurück - kurz darauf folgte der Abbau von 21 Prozent der Belegschaft.


Grund für diesen Wandel sind unter anderem Googles neue Funktionen wie "AI Overviews" und der kürzlich eingeführte "AI Mode". Diese liefern Nutzern kompakte KI-generierte Antworten direkt auf der Ergebnisseite, was klassische Suchergebnisse weit nach unten verdrängt. Besonders betroffen sind Inhalte wie Reiseberichte, Gesundheitstipps oder Produktrezensionen.

"Google wird von der Such- zur Antwortmaschine", erklärte Nicholas Thompson, Chef des US-Magazins The Atlantic. Seine Prognose: Man müsse sich auf einen drastischen Rückgang der Google-Zugriffe einstellen. Auch die New York Times registrierte einen Rückgang des organischen Suchanteils von 44 Prozent auf 36,5 Prozent seit 2022.

Googles Argument fällt weg

Die Verlage versuchen bereits auf verschiedene Arten gegenzusteuern. Besonders renommierte Publikationen wie das Wall Street Journal versuchen, auf Stammleser und direkte Zugriffe zu setzen - was angesichts veränderter Nutzungsgewohnheiten der User aber nicht leicht ist. Andere wollen neue Erlösquellen erschließen: durch Veranstaltungen, Abonnements oder verstärkte App-Angebote.

Für Google könnte sich die Entwicklung aber auch zum Bumerang entwickeln. In der Debatte um das Leistungsschutzrecht für Presseverlage hatte das Unternehmen stets argumentiert, dass man die Inhalte zwar ohne Bezahlung auswerte, um den eigenen Dienst damit zu füttern - davon würden die Anbieter aber eben profitieren, weil viele Besucher auf ihre Webseiten geleitet werden. Wenn dies zunehmend weniger der Fall ist, entfällt für die Webseiten-Betreiber auch zunehmend der Grund, Google die eigenen Inhalte ohne konkrete Gegenleistung abgreifen zu lassen.

Zusammenfassung
  • Google integriert KI-Features, die Besucherzahlen zu Nachrichtenseiten sinken
  • Organischer Suchverkehr zu Medien wie Washington Post halbierte sich
  • KI-Überblicke und AI Mode verdrängen klassische Suchergebnisse nach unten
  • Suchmaschine entwickelt sich von Such- zu Antwortmaschine laut Experten
  • Verlage versuchen durch Direktzugriffe und neue Erlösquellen gegenzusteuern
  • Googles Argument des gegenseitigen Nutzens wird durch sinkende Zugriffe entkräftet

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