Vorwürfe vor dem US-Senat:
Zuckerberg ist nur ein Fähnchen im Wind

Die ehemalige Meta-Mitarbeiterin und Buchautorin Sarah Wynn-Wil­liams hat nun auch vor dem US-Senat schwere Vorwürfe gegen ih­ren früheren Arbeitgeber erhoben. Das soll vor allem auch an Mark Zuckerbergs Persönlichkeit liegen.
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Politischer Opportunist

In einer Anhörung des Justizausschusses des Senats zum Thema Kriminalität und Terrorismus kritisierte sie nicht nur das Unternehmen, sondern insbesondere Konzernchef Zuckerberg. Sie warf ihm vor, sich opportunistisch je nach politischer Lage zu inszenieren - mal als Verteidiger der freien Meinungsäußerung, mal als Befürworter autoritärer Zensurmaßnahmen.

Wynn-Williams, deren Buch "Careless People" unter anderem Metas mutmaßliche Kooperation mit der chinesischen Regierung sowie interne Fälle sexueller Belästigung thematisiert, berichtete, dass sie auf rechtlichem Wege zum Schweigen gebracht werden soll. Meta habe laut ihrer Aussage erfolgreich erwirkt, dass sie keine weiteren Aussagen zur Thematik öffentlich tätigen dürfe. Dennoch sagte sie bei der Anhörung: "Wenn Herr Zuckerberg wirklich so ein Verfechter der Meinungsfreiheit ist - warum versucht er dann, mich zum Schweigen zu bringen?"


Senator Josh Hawley (Republikaner aus Missouri) griff diesen Punkt auf und kritisierte die "Verwandlung" Zuckerbergs vom angeblichen Zensurfreund zum Freiheitskämpfer. Zuckerberg inszeniere sich aktuell als Unterstützer rechter Stimmen und gebe sich als Verfechter von Redefreiheit - ein Imagewechsel, der laut Hawley rein taktischer Natur sei. Wynn-Williams stimmte dem zu und erklärte, Zuckerberg trage stets eine "neue Maske", je nachdem, was ihm gerade politischen Einfluss verschaffe.

Meta reagiert

Besonders brisant: Die Whistleblowerin warf Meta vor, zwischen 2011 und 2017 aktiv an der Entwicklung von Zensurwerkzeugen mitgewirkt zu haben, die der chinesischen Regierung zur Unterdrückung von Redefreiheit hätten dienen können. Zudem habe Meta amerikanische Nutzerdaten an die Kommunistische Partei Chinas weitergegeben.

Meta wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Sprecher Ryan Daniels bezeichnete die Aussagen Wynn-Williams' als "realitätsfern" und "voller Falschaussagen". Zwar habe es Bemühungen gegeben, in China aktiv zu werden, doch Meta betreibe dort heute keine Dienste. Senatoren wie Amy Klobuchar und Richard Blumenthal zeigten sich alarmiert. Sie forderten Zuckerberg auf, sich persönlich den Fragen des Kongresses zu stellen. Blumenthal sagte: "Wenn er die Wahrheit sagen will, dann soll er hier erscheinen - wenn er den Mut dazu hat."

Zusammenfassung
  • Ex-Meta-Mitarbeiterin erhebt schwere Vorwürfe vor US-Senat
  • Zuckerberg wird opportunistisches Verhalten vorgeworfen
  • Meta soll Zensurwerkzeuge für chinesische Regierung entwickelt haben
  • Whistleblowerin behauptet, zum Schweigen gebracht zu werden
  • Senatoren fordern persönliche Stellungnahme von Zuckerberg
  • Meta weist Vorwürfe als realitätsfern und falsch zurück
  • Kritik an Zuckerbergs wechselnder Haltung zur Meinungsfreiheit

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