Senf dazu: Switch-2-Preise - Fans und Familien sind zum Melken da

Nintendo hat die letzten Details zur Switch 2 enthüllt, darunter Spezifikationen, Erscheinungstermin und Preise. Die Konsole selbst ist zwar mit 469,99 Euro teurer als erhofft, doch der wahre Schock betrifft einen anderen Punkt, nämlich die Spielepreise.
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Nintendo ist für alle da (vor allem alle Aktionäre)

Nintendo, das nette familienfreundliche Unternehmen, das alles für Kinder und auch Eltern macht, bloß keine Gewalt und schon gar keinen Sex, für uns ist Spielen ein buntes und nettes Vergnügen für alle - für Familien und für Fans von Fans. Das ist das Selbstverständnis und auch Marketing-Selbstverständnis von Nintendo.

Doch PR und Realität sind zwei völlig unterschiedliche Sachen. Denn in Wirklichkeit ist Nintendo nur einer Zielgruppe verpflichtet: den Aktionären. Fans und Familien sind nur eines: Kunden. Oder anders gesagt: Gelddruckmaschinen. Das ist kein Vorwurf, denn der japanische Hersteller ist natürlich keine karitative Vereinigung, sondern ein knallharter kapitalistischer Konzern. Es ist auch in Ordnung, dass man Geld verdient, schließlich bereiten die Spiele seit Jahren und Jahrzehnten Millionen Menschen auf der Erde sehr viel Spaß.

Nintendo stellt die Switch 2 im Übersichtstrailer ausführlich vor

Switch 2 teurer? Kein Problem!

An dieser Stelle wollen wir auch nicht beklagen, dass die Switch 2 mit 469,99 Euro kein Schnäppchen ist, das ist ein (einmaliger) Preis, den die meisten gerne zahlen werden - schließlich bekommen sie eine zeitgemäße und sicherlich ausgezeichnete Hybridkonsole.

Und dennoch: Als wir den Preis für ein einzelnes Spiel gesehen haben, nämlich Mario Kart World, konnten wir unseren Augen nicht trauen. Nintendo verlangt allen Ernstes 80 Euro für eine Download-Version und 90 Euro für eine physische Kopie (die Oma Erna in der Regel den Enkelkindern schenkt. Aber Oma Erna hat's ja, mit ihrer Rente!). Zur Einordnung: Derzeit verlangt Nintendo 60 Euro für ein neues Spiel und das ist sicherlich ein fairer Preis.

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Nun ist es auch klar, dass Spiele immer teurer wird, die Branche ohnehin knapp kalkuliert, Entwickler entlassen werden, die Inflation galoppiert, die Wirtschaft ständig an der Krise vorbeischrammt, der orange Mann in Washington die Welt brennen sehen will etc. pp.

Ja, es ist unvermeidbar, dass Preise für Spiele steigen. Das will zwar keiner wahrhaben, aber es hilft nichts. Ob wir wollen oder nicht: 70 Euro sind der neue Standard und das ist auch ok so. Doch 80 bzw. 90 Euro für ein Spiel? Nein, Nintendo, nein. Denn wir möchten euch daran erinnern, dass ihr zwar offenbar (selbst) gefühlt knapp vor dem Konkurs steht, aber im Jahr 2024 rund drei Milliarden Euro Gewinn gemacht habt.

Unverschämt und unmoralisch

Und da ist eine Erhöhung um 20 oder 30 Euro (zumindest im Fall von Mario Kart World) unverschämt und regelrecht unmoralisch. Wenn ihr Gaming wirklich liebt und die Familie über alles stellt, dann solltet ihr noch einmal ganz intensiv darüber nachdenken, ob das zumutbar ist.

Ja, Spielen ist ein Luxus und ein Privileg. Doch in Zeiten wie diesen, in denen viele Menschen Schwierigkeiten haben, durch den Monat zu kommen und für die ein Switch-Spiel eine seltene Flucht aus der grauen Realität in eine bunte, heile Welt der Virtualität darstellt, wäre ein zumutbarer Preis für ein Spiel ein Signal gewesen, dass Nintendo Spiele und Familien tatsächlich so wichtig sind. In diesem Sinne:

Nani mo shite kurete arigato, Nintendo - Danke für nichts, Nintendo.

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