EU vergibt 10-Mrd.-Euro-Auftrag für Starlink-Konkurrenten Iris2

Die Europäische Union hat den Start eines ehrgeizigen Raumfahrt­programms in Angriff genommen: Mit Iris2 soll eine Alternative zum Starlink-System des US-Konzerns SpaceX aufgebaut werden. Die Verträge dazu wurden nun unterzeichnet.
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Weniger Satelliten, gleiche Leistung

Das Budget für den Aufbau des Satellitennetzwerks mit vorerst 290 Satelliten liegt bei rund 10 Milliarden Euro. Das Projekt zielt nicht nur darauf ab, schlecht versorgte Regionen mit Breitband-Internet zu versorgen. Es soll vor allem auch die Sicherheitsbedürfnisse europäischer Regierungen und Armeen zu erfüllen und die digitale Souveränität der EU zu stärken.

"Dies ist ein bedeutender Schritt für Europas Unabhängigkeit und sichere Konnektivität", erklärte die EU. Das Netzwerk soll durch technologische Innovationen die Leistung einer sogenannten "Megakonstellation" mit etwa 1000 Satelliten erreichen und Kommunikationsdienste für staatliche und kommerzielle Nutzer bieten.


Iris2 wird nicht nur für die zivile Nutzung, sondern auch für militärische und sicherheitsrelevante Zwecke entwickelt. Gemäß den EU-Regeln können Drittstaaten durch kommerzielle Vereinbarungen mit einem der drei Betreiber des Netzwerks an Iris2 teilnehmen. Diese sind Eutelsat, SES aus Luxemburg und Hispasat aus Spanien. Alternativ können Drittstaaten auch "vollwertige Mitglieder" werden und finanzielle Beiträge zum Programm leisten.

Bei letzterer Regelung dürfte es vor allem um Großbritannien gehen. Die Briten sind seit dem Brexit nicht mehr Teil der EU-Weltraumprogramme. Während die britischen Streitkräfte ursprünglich vollen Zugang zum Galileo-Satellitennetzwerk der EU erhalten sollten, hat die britische Regierung inzwischen entschieden, eigene Projekte zu entwickeln. Auf die Frage, ob Großbritannien am Iris2-Programm teilnehmen wird, erklärte ein EU-Vertreter, es habe bislang keine Anfrage oder Interesse seitens der britischen Regierung gegeben.

Start bis 2030

Nach den erfolgreichen Programmen Galileo und Copernicus ist Iris2 das dritte große Satellitenprojekt der EU. Es soll langfristige Herausforderungen wie Cybersicherheit und geopolitische Spannungen angehen, die insbesondere durch Russlands Invasion in der Ukraine und mutmaßliche Cyberangriffe auf EU-Staaten in den Fokus gerückt sind.

Die ersten Kommunikationsdienste von Iris2 sollen bis 2030 bereitgestellt werden. Beteiligt sind führende europäische Unternehmen wie Airbus Defence and Space, Deutsche Telekom und Thales Alenia Space.

Zusammenfassung
  • EU startet 10-Milliarden-Euro-Projekt Iris2 als Starlink-Alternative
  • Iris2 soll mit 290 Satelliten Breitband-Internet und Sicherheit bieten
  • Das Projekt zielt auf EU-Unabhängigkeit und sichere Konnektivität ab
  • Netzwerk für zivile, militärische und sicherheitsrelevante Zwecke
  • Eutelsat, SES und Hispasat sind die Betreiber des Iris2-Netzwerks
  • Drittstaaten können durch Vereinbarungen oder Mitgliedschaft teilnehmen
  • Erste Kommunikationsdienste von Iris2 sollen bis 2030 verfügbar sein

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