Strom für smarte Kontaktlinsen:
Mikro-Akku mit Tränen-Aufladung

Statt auffälliger Datenbrillen hat so mancher dann doch lieber smarte Kontaktlinsen im Sinn, um sich unterwegs mit Informationen versorgen zu lassen. Forscher haben nun eine Möglichkeit gefunden, die Stromversorgung eines solchen Systems zu ermöglichen.
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Bruchteile von Millimetern

Das Projekt-Team um Lee Seok Woo von der Technischen Universität im chinesischen Nanyang hat eine extrem dünne Batterie entwickelt, die in einer Kontaktlinse verbaut werden könnte. "Die Dicke unserer Batterie beträgt 0,2 mm, das ist etwa doppelt so dick wie ein menschliches Haar", erklärte Lee gegenüber dem US-Sender CNBC. Damit würde sie problemlos in eine nur 0,5 Millimeter dicke Kontaktlinse integriert werden können.

Die kleine Batterie kann eine Spannung von 0,3 bis 0,6 Volt aufbauen. Die Kapazität ist noch ziemlich gering. In der aktuellen Form wäre der Stromspeicher somit kaum in der Lage, eine smarte Kontaktlinse mit ausreichend Energie zu versorgen. Insbesondere wenn auch noch drahtlose Datenverbindungen nach Außen aufgebaut werden müssen, wird letztlich einiges an Strom benötigt.


Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass noch Luft nach oben ist, da sie sich erst einmal auf einige Grundfunktionen des Akkus konzentriert haben. Und hier kommt neben der Speicherkapazität auch die Frage zum Tragen, wie sich die Mini-Batterie aufladen lässt. Denn es wäre nicht gerade hilfreich, wenn der Nutzer sich in kurzen Abständen immer wieder die Kontaktlinsen aus den Augen holen müsste, um sie wieder aufzuladen.

Energie aus Tränen

Die herkömmlichen Ladevorgänge über einen Kontakt im Aufbewahrungsbehälter ist daher nur eine Option, wie die Versorgung vonstattengehen kann. Die Forscher haben die Hülle der Batterie auch mit Glukose-Molekülen ausgestattet. Diese reagieren mit den Natrium- und Chloridionen einer Kochsalzlösung und können daraus neue Ladung schöpfen, so die Forscher. Oder um es verständlicher zu sagen: Die Batterie wird schlicht von der Tränenflüssigkeit des Auges mit neuer Energie versorgt.

Nach acht Stunden chemischer Aufladung kann die Batterie 80 Prozent ihrer vollen Kapazität erreichen. Dann kann sie tagsüber ein paar Stunden lang verwendet werden. Ein leerer Stromspeicher wäre also wieder gefüllt, wenn der Nutzer sie während des Schlafes im Auge behält - obwohl dies nicht gerade die empfehlenswerteste Option wäre. Besser wäre es, die Tränen-Aufladung tagsüber als kontinuierlichen Energiezufluss zu nutzen und die noch fehlende Kapazität dann eben nachts über die Case-Aufladung zu erhalten.

Zusammenfassung
  • Forscher entwickeln extrem dünne Batterie für smarte Kontaktlinsen
  • Batterie ist nur 0,2 mm dick, etwa doppelt so dick wie ein menschliches Haar
  • Spannung der Batterie liegt zwischen 0,3 und 0,6 Volt
  • Aktuelle Kapazität reicht bisher nicht für smarte Kontaktlinsen aus
  • Batterie kann durch Tränenflüssigkeit des Auges aufgeladen werden
  • Nach acht Stunden Aufladung erreicht Batterie 80 Prozent Kapazität
  • Kontinuierliche Aufladung tagsüber durch Tränenflüssigkeit empfohlen

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