Starlink bei indigenen Stämmen:
Internet bringt Spaltung und Pornos
Vor zwei Jahren startete Elon Musk mit dem damaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro das Starlink-Projekt "Connecting the Amazon". Heute hängen viele junge Ureinwohner des Amazonas-Regenwaldes auf Pornoseiten und Social Networks ab.
Nicht alles ist aber negativ. Die Angehörigen des Marubo-Stammes, der entlang des Itui-Flusses weit im Westen Brasiliens lebt, wissen die Vorzüge der Internetverbindungen durchaus zu schätzen. Sie waren plötzlich in der Lage, in Notfällen Hilfe zu rufen und medizinische Hubschrauber konnten Kranke innerhalb von Stunden statt Tagen erreichen. Sie konnten auch schnell mit Verwandten oder Freunden Kontakt aufnehmen, die Dutzende von Kilometern flussabwärts leben.
Doch kurz nachdem die Marubo-Bewohner die Vorzüge des Internets kennengelernt hatten, zeigten sich auch schon die Gefahren. Jetzt berichten die indigenen Stammesführer, dass die Menschen stundenlang in den sozialen Medien scrollen, statt notwendige Arbeiten zu erledigen, während die Teenager nach Pornos süchtig sind.
Medien- und Pornosucht, Online-Betrug, Fehlinformationen und der Verlust sozialer Kompetenzen im realen Leben sind allesamt Nebenprodukte der ständigen Internetnutzung, die die Industrieländer schon lange plagen. Doch im Gegensatz zu deren Bewohnern, die sich im Laufe der Zeit mit dem Internet und Smartphones vertraut machten, änderte sich das Leben der Menschen in Marubo sofort, als sie über Nacht mit den Möglichkeiten der modernen Technologie konfrontiert wurden.
Siehe auch:
Wie in den großen Städten
"Als es ankam, waren alle glücklich. Aber jetzt ist alles noch schlimmer geworden", erklärte die 73-jährige Tsainama Marubo, gegenüber der New York Times. "Die jungen Leute sind durch das Internet faul geworden. Sie lernen die Sitten der Weißen." Letztlich sei es quasi zu einer Spaltung der kleinen Stammesgesellschaft gekommen.Nicht alles ist aber negativ. Die Angehörigen des Marubo-Stammes, der entlang des Itui-Flusses weit im Westen Brasiliens lebt, wissen die Vorzüge der Internetverbindungen durchaus zu schätzen. Sie waren plötzlich in der Lage, in Notfällen Hilfe zu rufen und medizinische Hubschrauber konnten Kranke innerhalb von Stunden statt Tagen erreichen. Sie konnten auch schnell mit Verwandten oder Freunden Kontakt aufnehmen, die Dutzende von Kilometern flussabwärts leben.
Doch kurz nachdem die Marubo-Bewohner die Vorzüge des Internets kennengelernt hatten, zeigten sich auch schon die Gefahren. Jetzt berichten die indigenen Stammesführer, dass die Menschen stundenlang in den sozialen Medien scrollen, statt notwendige Arbeiten zu erledigen, während die Teenager nach Pornos süchtig sind.
Zu plötzlich
Ein weiteres Problem ist, dass die plötzliche Konfrontation mit der Online-Welt auch mit der Unerfahrenheit der Neu-Nutzer kollidiert. Immerhin haben die Marubo bisher nur wenig Kontakte zur Welt außerhalb ihrer unmittelbaren Umgebung gehabt. Entsprechend leicht fallen einige daher auf Betrügereien durch andere Internetnutzer herein.Medien- und Pornosucht, Online-Betrug, Fehlinformationen und der Verlust sozialer Kompetenzen im realen Leben sind allesamt Nebenprodukte der ständigen Internetnutzung, die die Industrieländer schon lange plagen. Doch im Gegensatz zu deren Bewohnern, die sich im Laufe der Zeit mit dem Internet und Smartphones vertraut machten, änderte sich das Leben der Menschen in Marubo sofort, als sie über Nacht mit den Möglichkeiten der modernen Technologie konfrontiert wurden.
Gegenmaßnahmen getroffen
Daher haben die Verantwortlichen zu verzweifelten Maßnahmen gegriffen, um die Auswirkungen der revolutionären neuen Ausrüstung zu begrenzen: Die Starlink-Systeme sind nicht mehr rund um die Uhr online, sondern nur noch zwei Stunden am Morgen und fünf Stunden am Nachmittag - nur sonntags gibt es ganztägig Netz. Das soll zumindest so lange so sein, bis sich die Stammesgesellschaft besser an die neuen Probleme angepasst hat.
Zusammenfassung
- Vor zwei Jahren startete Elon Musk das Starlink-Projekt "Connecting the Amazon"
- Viele junge Ureinwohner des Amazonas verbringen Zeit auf Pornoseiten und Social Networks
- Die 73-jährige Tsainama Marubo berichtet von einer Spaltung der Stammesgesellschaft
- Internetverbindungen ermöglichen schnelle medizinische Hilfe und Kontaktaufnahme
- Stammesführer berichten von Medien- und Pornosucht sowie Vernachlässigung der Arbeit
- Unerfahrenheit der Neu-Nutzer führt zu Betrug und Fehlinformationen im Internet
- Starlink-Systeme sind nun nur noch begrenzt online, um die Auswirkungen zu kontrollieren
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