"Geofencing" bei iOS:
So hindert Apple andere Browser aktiv am Erfolg

Seit Kurzem muss Apple Drittanbieter-Browser auf iOS zulassen. Das Unternehmen behindert jedoch die Entwickler von Opera, Firefox und Co. mit "eindeutig absurden" Vorgaben, die es für manche Teams unmöglich macht, an ihren Browsern zu arbeiten oder sie zu testen.
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Apple muss andere Browser zulassen

Die neuen EU-Gesetze im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) schreiben vor, dass Plattformbetreiber wie Apple ihre Systeme für Drittanbieter öffnen müssen. Das Unternehmen aus Cupertino muss in Zukunft, zusätzlich zum eigenen, auch andere App-Stores auf iOS-Geräten zulassen oder die Installation und Nutzung von Drittanbieter-Browsern möglich machen. Wie The Register nun berichtet, scheint es Apple Entwicklern anderer Browser wie Opera oder Firefox dabei jedoch so schwer wie möglich zu machen.

Arbeit von Entwicklern wird behindert

Denn das Unternehmen hinter den iPhones schreibt vor, dass sich alle Geräte, auf denen die Browser entwickelt und getestet werden, innerhalb eines der 27 EU-Mitgliedsländer befinden müssen. Im Prinzip handelt es sich bei dieser Vorgabe also um eine Art "Geofencing". Entwicklerteams, die sich in den USA oder in anderen nicht EU-Staaten befinden, haben so praktisch keine Möglichkeit, einen Browser für iOS zu entwickeln. Auch wenn einige Tests in einem Simulator durchgeführt werden können, gibt es keinen Ersatz für Tests an echten Geräten.


Andere Unternehmen wie Mozilla beklagen schon länger, Apple mache es "so schmerzhaft wie möglich für andere, wettbewerbsfähige Alternativen zu Safari anzubieten". So gibt es eine lange Liste an Regularien und Bestimmungen, die Entwickler einhalten müssen.

Vor iOS 17.4 mussten alle Webbrowser auf iOS oder iPadOS Apples WebKit-Rendering-Engine verwenden. Alternativen wie Gecko (Mozilla Firefox) oder Blink (Google) waren nicht erlaubt. Egal, welchen Browser man bisher auf dem iPhone oder iPads zu verwenden glaubte, unter der Haube war es im Grunde Safari.

"Indem Apple Browser-Entwickler auf der ganzen Welt daran hindert, an ihren echten Browsern zu arbeiten, es sei denn, sie befinden sich physisch in der EU, sorgt Apple dafür, dass andere Entwickler weder konkurrieren noch [ihre Apps] überhaupt auf iOS veröffentlichen können", erklärte Alex Moore, Executive Director von Open Web Advocacy. "Dies ist eindeutig absurd, hat keine vernünftige Rechtfertigung und kann nur als böswillig bezeichnet werden", ergänzte er.

Einschränkungen zeigen Wirkung

Und so gibt es auch zwei Monate nach Inkrafttreten der neuen Regelungen noch keine wirklichen Browser-Alternativen zu Safari auf iOS-Geräten. Keiner der großen Hersteller hat bisher eine entsprechende Variante seiner App veröffentlicht. Bleibt abzuwarten, ob die EU noch einmal aktiv wird und gegen das "Geofencing" von Apple vorgeht.

Zusammenfassung
  • Neue EU-Gesetze verlangen Öffnung von Plattformen für Drittanbieter
  • Apple muss andere App-Stores und Drittanbieter-Browser zulassen
  • Apple erschwert Entwicklern von Browsern wie Opera oder Firefox die Arbeit
  • Browser-Entwicklung und -Tests dürfen nur in EU-Mitgliedsländern stattfinden
  • Entwickler außerhalb der EU können praktisch keine Browser für iOS entwickeln
  • Mozilla und andere beklagen Apples strenge Regularien und Bestimmungen
  • Bislang sind keine wirklichen Alternativ-Browser erschienen

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