Größte kosmische Explosion:
Daten liefern mehr Fragen als Antworten
Astronomen konnten inzwischen mit den besten Instrumenten - inklusive des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) - Daten über die bisher stärkste bekannte Explosion im Universum aufzeichnen. Man weiß nun zwar etwas mehr über die Quelle, hat aber mehr Fragen als zuvor.
Gammastrahlenausbrüche werden mit explodierenden Supernovas in Verbindung gebracht, aber dieser Ausbruch war so hell, dass er nicht einfach erklärt werden konnte. Wenn es sich um eine Supernova handeln würde, müsste sie nach der derzeitigen Theorie absolut riesig gewesen sein. Schnelle Untersuchungen waren nur bedingt möglich, da selbst das Nachleuchten die Instrumente des JWST überforderte.
Inzwischen liegen aber mehr Informationen vor und diese deuten darauf hin, dass die Explosion selbst zwar stark war, aber vor allem deshalb so heftig wirkte, weil der Gammaausbruch konzentriert in unsere Richtung abgestrahlt wurde. "Es könnte auch sein, dass diese Gammastrahlenausbrüche und Supernovaexplosionen nicht unbedingt direkt miteinander verbunden sind und dass es sich um separate Prozesse handelt", sagte der Astronom Peter Blanchard gegenüber der BBC.
In den Überresten der Explosion wurden aber beispielsweise keinerlei Hinweise auf das Vorhandensein von Gold oder Platin gefunden. "Die Theoretiker müssen zurückgehen und untersuchen, warum ein Ereignis wie der BOAT keine schweren Elemente produziert, obwohl Theorien und Simulationen dies vorhersagen", sagte Blanchard.
Die Astronomin Catherine Heymans verwies darauf, dass genau solche Fälle die Wissenschaft voranbringen. "Das Universum ist ein erstaunlicher, wundervoller und überraschender Ort, und ich liebe die Art und Weise, wie es uns mit diesen Rätseln konfrontiert! Die Tatsache, dass es uns nicht die Antworten gibt, die wir uns wünschen, ist großartig, denn dann können wir wieder an das Zeichenbrett gehen, neu denken und bessere Theorien aufstellen", sagte sie.
Siehe auch:
Webb anfangs überfordert
Der gigantische Lichtausbruch, der vor allem im Bereich der Gammastrahlung außergewöhnlich hell war, wurde im Jahr 2022 aufgezeichnet. Astronomen gaben ihm den Spitznamen "Brightest Of All Time" (BOAT). Die Explosion fand in einer 2,4 Milliarden Lichtjahre entfernten Galaxie statt und strahlte Licht in allen Frequenzen aus.Gammastrahlenausbrüche werden mit explodierenden Supernovas in Verbindung gebracht, aber dieser Ausbruch war so hell, dass er nicht einfach erklärt werden konnte. Wenn es sich um eine Supernova handeln würde, müsste sie nach der derzeitigen Theorie absolut riesig gewesen sein. Schnelle Untersuchungen waren nur bedingt möglich, da selbst das Nachleuchten die Instrumente des JWST überforderte.
Inzwischen liegen aber mehr Informationen vor und diese deuten darauf hin, dass die Explosion selbst zwar stark war, aber vor allem deshalb so heftig wirkte, weil der Gammaausbruch konzentriert in unsere Richtung abgestrahlt wurde. "Es könnte auch sein, dass diese Gammastrahlenausbrüche und Supernovaexplosionen nicht unbedingt direkt miteinander verbunden sind und dass es sich um separate Prozesse handelt", sagte der Astronom Peter Blanchard gegenüber der BBC.
Astronomen suchen Gold
Besonders stutzig wurden die Forscher aber, als sie die Spektral-Aufnahmen aus dem JWST auswerteten. Denn diese stehen nicht im Einklang mit einer als sicher angenommenen Theorie. Nach dieser sind solche großen Supernova-Explosionen dafür verantwortlich, dass letztlich schwere Elemente entstehen, deren Atomkerne sich im Zuge der normalen Kernfusion im Inneren von Sternen bislang nicht erzeugen lassen.In den Überresten der Explosion wurden aber beispielsweise keinerlei Hinweise auf das Vorhandensein von Gold oder Platin gefunden. "Die Theoretiker müssen zurückgehen und untersuchen, warum ein Ereignis wie der BOAT keine schweren Elemente produziert, obwohl Theorien und Simulationen dies vorhersagen", sagte Blanchard.
Die Astronomin Catherine Heymans verwies darauf, dass genau solche Fälle die Wissenschaft voranbringen. "Das Universum ist ein erstaunlicher, wundervoller und überraschender Ort, und ich liebe die Art und Weise, wie es uns mit diesen Rätseln konfrontiert! Die Tatsache, dass es uns nicht die Antworten gibt, die wir uns wünschen, ist großartig, denn dann können wir wieder an das Zeichenbrett gehen, neu denken und bessere Theorien aufstellen", sagte sie.
Zusammenfassung
- Stärkste bekannte Explosion im Universum von Astronomen untersucht
- James-Webb-Weltraumteleskop liefert Daten über Gammastrahlung
- Explosion in 2,4 Milliarden Lichtjahre entfernter Galaxie
- Könnte durch Supernova verursacht worden sein, aber Theorie unsicher
- Gammastrahlenausbruch eventuell nicht direkt mit Supernova verbunden
- Spektral-Aufnahmen zeigen keine schweren Elemente wie Gold oder Platin
- Wissenschaftler müssen Theorien über Supernova und Elementbildung überdenken
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