Google Pixel Watch 2 im Test:
Eine erfreulich konsequente Verbesserung

Im Zusammenhang der Batterie muss man natürlich auch anmerken, dass die Pixel Watch 2 verbesserte bzw. erweiterte Sensoren hat. Die bestehenden Sensoren wurden verbessert, die Herzfrequenz wird beispielsweise um bis 40 Prozent genauer gemessen. Das sagt jedenfalls Google und so etwas lässt sich auch nur schwer überprüfen. Gefühlt war die Erfassung aber genau und hatte auch keine Sprünge bzw. fehlerhaften Erfassungen.

Auch GPS-Erfassung ist genauer

Bei der GPS-Erfassung konnten wir dieses Mal keine Auffälligkeiten oder Probleme feststellen - das war beim Erstling noch ganz anders. Aber zugegeben: Die Bebauung in Berlin-Pankow ist nicht ganz so eine Herausforderung wie jene von Manhattan, wo wir für den Test der ersten Pixel Watch unterwegs waren. Die gemessenen Distanzen waren für den Hobbysportler mehr als ausreichend genau. Auch hier erweisen sich Spezialisten wie Sportuhren von Garmin als genauer, für einen Allrounder erfüllt die Pixel Watch 2 ihren Job aber mehr als ausreichend und sogar gut.

Wenn wir schon beim Thema Sport sind: Die automatische Erfassung der Aktivitäten funktioniert dieses Mal wesentlich besser, auch hier merzt Google ein bekanntes und auch nerviges Problem der ersten Google-Smartwatch aus. Diese werden nicht nur nachträglich in der (nun ebenfalls wesentlich besseren) Fitbit-App erfasst, sondern auch bereits beim Tragen.

Stressmessung: Wer daran glaubt

Ganz neu ist übrigens ein Sensor namens cEDA. Das ist die (englische) Abkürzung von kontinuierliche elektrodermale Aktivität und dient zum Messen des Stresslevels. Der Sensor arbeitet mit der Erfassung des elektrischen Leitungswiderstandes der Haut, der Sensor bzw. die Messung liefert dabei einen objektiven Wert, der sich vor allem für Langzeitbeobachtungen des psychischen Zustands eignet. Darauf kann man im konkreten Fall auch - mit einer bewussten Verzögerung - reagieren und den Grund für den Stresszustand eingeben.
Google Pixel Watch 2Pixel Watch 2 im Vordergrund ... Google Pixel Watch 2... der Erstling ist hinten
Das funktioniert auch relativ gut, aber ganz ehrlich: Mehr als eine nette Spielerei ist das nicht. Denn echte Rückschlüsse sind damit kaum möglich, (absolut wichtige) Aspekte der geistigen Gesundheit sollte man auch nicht der Smartwatch überlassen, sondern der eigenen Erfahrung oder seinem Therapeuten.

Ähnliches gilt übrigens für das Schlaftracking. Man muss schon daran glauben, um einen Mehrwert zu erkennen. Fairerweise muss der Autor zugeben, dass er diese Funktion nur mäßig ausführlich getestet hat - weil er extrem irritiert ist, im Schlaf eine Uhr zu tragen.

Wear OS 4

Im Zuge der Watch 2 hat Google auch die Software verbessert und Wear OS 4 veröffentlicht. Davon profitieren zwar auch alle anderen Uhren, die auf dieses mobile Smartwatch-Betriebssystem setzen, aber es hat auch durchaus spezifische Folgen für die Pixel Watch 2. Denn bekanntlich ist das Display der zweiten Google-Uhr nicht das größte, doch hier wurden einige Anpassungen vorgenommen, dass sich alles auf dem Display besser ablesen lässt.

Ein anschauliches Beispiel ist die Anzeige der für Sporttreibende zentralen Fitbit-App, etwa bei Laufaktivitäten: Durch farbliche Markierungen lassen sich Elemente wie gelaufene Strecke von Puls und Durchschnittstempo besser auseinanderhalten bzw. ablesen. Alles ist übersichtlicher und besser für den schnellen Blick geeignet.

Google Pixel Watch 2Google Pixel Watch 2Google Pixel Watch 2Google Pixel Watch 2
Google Pixel Watch 2Google Pixel Watch 2Google Pixel Watch 2Google Pixel Watch 2

Google hat auch an anderen Stellen Anpassungen vorgenommen, fundamental ändert sich dabei allerdings auch nichts. Hier steht und fällt vieles mit der Verfügbarkeit an Drittanbieter-Apps. Dabei kann und muss man sich wünschen, dass die jeweiligen Unternehmen einen besseren Job machen. Denn die Anzahl der Apps und auch der sinnvoll umgesetzten "Ansichten" - also dem Smartwatch-Äquivalent von Widgets - ist immer noch klein. Es ist immer noch rätselhaft, warum es Spotify nicht schafft, eine vernünftige Mediensteuerung umzusetzen.

Fazit

Man kann bei der Pixel Watch 2 nur von einem Riesenfortschritt sprechen. Das ist aber auch nicht schwer. Denn bereits im Test zur ersten Uhr haben wir geschrieben, dass das ein solider erster Versuch sei, der Hersteller aber viel Luft nach oben habe. Doch glücklicherweise hat Google das berücksichtigt und die Smartwatch in fast jeder Hinsicht verbessert.

Google stellt die Pixel Watch 2 und ihre wichtigsten Features vor

Denn mit Ausnahme des Downgrades beim Gehäusematerial von Stahl auf Aluminium fällt uns kein Punkt ein, den die Pixel Watch 2 schlechter macht. Im Gegenteil: Die Uhr wurde in den entscheidenden Disziplinen signifikant verbessert, die wichtigste ist natürlich der Akku.

Das bedeutet nicht, dass sie perfekt ist, denn es gibt immer noch so manches, das Google verbessern kann und muss. Das kann man aber durchaus als B-Note bezeichnen, allen voran wünscht man sich eine Version mit größerem Bildschirm. Doch wenn man den Gerüchten Glauben schenken darf, wird genau das bei der Pixel Watch 3 passieren. Und wenn Google dann auch noch eine Idee hat, wie man Design und Widerstandsfähigkeit verbinden kann, dann könnte dem Suchmaschinenriesen etwas Ähnliches gelingen wie bei den Pixel-Smartphones: sich an die Spitze einer bzw. dieser Geräteklasse zu setzen.

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Zusammenfassung
  • Google Pixel Watch 2 optisch fast identisch zum Vorgänger
  • Verbesserte Akkulaufzeit und schnellere Ladung
  • Sensoren für Herzfrequenz und GPS optimiert
  • Neue cEDA-Sensoren zur Stressmessung integriert
  • Anpassungen für bessere Lesbarkeit auf Display
  • Trotz großen Fortschritten bleibt Verbesserungspotenzial

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