ZombieTV: Große TV-Netzwerke schaffen kaum noch Eigenproduktionen

Nutzer des klassischen Fernsehens müssen sich noch weitaus stärker als zuvor damit abfinden, bestenfalls nur noch in zweiter Hand mit Inhalten versorgt zu werden. Selbst bei den starken US-Pay-TV-Kanälen werden die Eigenproduktionen inzwischen zur Seltenheit.
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Inhalte schmelzen zusammen

Den vielen zahlenden Abonnenten der US-Netzwerke, die zeitweise bis zu 100 Millionen Haushalte als Vertragspartner hatten, verdanken wir insbesondere viele der besten Serien der letzten Jahrzehnte. So hat etwa der Sender USA Network zahlreiche, auch international erfolgreiche Produktionen wie "Suits", "Mr. Robot" und "Royal Pains" verantwortet.

Inzwischen sieht die Sache aber deutlich anders aus, berichtet die New York Times. Die Einschaltquoten sind eingebrochen und das Netzwerk hat sogar seine Abteilung für Eigenproduktionen weitgehend eingestampft. In diesem Jahr wurde nur noch eine einzige Serie exklusiv für den Anbieter produziert.


Ähnlich sieht es bei vielen Pay-TV-Diensten aus. Die Sender, die einst ein reichhaltiges Angebot an Eigenproduktionen hatten, sind heute Gefäße für endlose Marathons mit Wiederholungen, gelegentlichen Reality-Shows und Live-Sport. Sie werden inzwischen bereits als ZombieTV bezeichnet, weil keine neuen, lebendigen Inhalte mehr ausgestrahlt werden.

Ein Teufelskreis

Im Jahr 2015 gab es laut den von der New York Times ausgewerteten Programmaufzeichnungen mindestens 214 Original-Skriptsendungen im Premium- und Basic-Kabel der USA. Im letzten Jahr war diese Zahl um 39 Prozent gesunken, und in diesem Jahr ist sie sogar noch stärker zurückgegangen - teilweise aber auch wegen der monatelangen Streiks der Autoren und Schauspieler.

Daraus entwickelt sich ein Teufelskreis. Denn die Werbetreibenden haben immer weniger Interesse, viel Geld dafür auszugeben, in einem solchen Umfeld vertreten zu sein. Entsprechend sinken die Einnahmen und die Mittel für eventuell doch noch kommende Eigenproduktionen werden knapper.

Das Problem dabei: Inzwischen sind zwar die großen Streaming-Plattformen dabei, immer mehr exklusiven Content zu produzieren. Diese haben aber längst nicht die wirtschaftliche Macht der großen Kabel-Kanäle, die trotz umfangreicher Werbeplatzierungen immer noch hohe Abogebühren verlangen konnten. Ein Anbieter wie Netflix kann beispielsweise nur einen Bruchteil dessen verlangen, was Pay-TV-Anbieter bekamen - und Werbung ist bei den Nutzern nicht gern gesehen.

Diese Woche neu Neustarts bei Disney+, Netflix und Amazon
Zusammenfassung
  • Klassisches Fernsehen bietet Inhalte oft nur noch nachrangig an
  • Pay-TV-Kanäle produzieren kaum noch eigene Serien
  • USA Network verantwortete Hits wie "Suits" und "Mr Robot"
  • Einschaltquoten sinken, USA Network drosselt Eigenproduktionen
  • Pay-TV-Sender zeigen mehr Wiederholungen und weniger Neues
  • Original-Skriptsendungen im Kabel-TV seit 2015 stark rückläufig
  • Werbeeinnahmen sinken, weniger Geld für neue Eigenproduktionen
  • Streaming-Dienste produzieren mehr, haben aber weniger Einnahmen

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