Mondlandungsmoment: Geologen dringen erstmals in den Erdmantel vor
Die Geologie erlebt gerade so etwas wie ihren eigenen Mondlandungsmoment: Nachdem die Forscher seit Jahrzehnten davon geträumt hatten, gelang es nun erstmals eine Bohrung vorzunehmen, mit der Gesteinsproben aus dem Erdmantel entnommen werden konnten.
Die Erde besteht aus geologischer Sicht im Groben aus drei Schichten: Im Inneren befindet sich der Erdkern, darüber der Mantel, auf dem die relativ dünne Kruste mit ihren tektonischen Platten und der gesamten Erdoberfläche angeordnet ist. Einblicke in die Region unter der Erdkruste gab es bisher aber nur indirekt, etwa über Vulkanausbrüche, oder bestenfalls in kleinen Bruchstücken. Denn selbst die tiefsten Bohrungen - man kam hier bisher beim Rekord auf der russischen Halbinsel Kola bis in eine Tiefe von etwas über 12 Kilometern - drangen nicht durch die Kruste hindurch.
Jetzt ist das Meisterwerk aber gelungen. Die Forscher mussten dafür noch nicht einmal eine neue Rekord-Tiefe erreichen. Sie begaben sich stattdessen an einen Ort, an dem der Mantel relativ dicht unter der Oberfläche liegt, aber dafür andere Herausforderungen mit sich bringt: Mit dem Meeresbohrschiff Joides Resolution fuhr man an einen Unterwasserberg mitten im Atlantik, wo man zwar in einer instabilen Umgebung arbeitete, dafür aber "nur" einige tausend Meter in den Meeresboden vordringen musste, um an das Mantelgestein zu kommen.
"Es ging einfach immer tiefer, tiefer und tiefer. Dann sagte jeder in der wissenschaftlichen Gruppe: 'Hey, das ist es, was wir immerzu wollten. Seit 1960 wollten wir ein so tiefes Loch im Mantelgestein bohren", erklärte Andrew McCaig, der leitende Wissenschaftler der Expedition. Die Geologen wollen durch die Analyse der geförderten Proben nun unter anderem Rückschlüsse auf die chemischen Vorgänge vor langer Zeit gewinnen - insbesondere auch hinsichtlich der Frage, inwieweit chemische Wechselwirkungen zwischen dem Mantelgestein und der damaligen Atmosphäre die Entstehung des Lebens begünstigt haben könnten.
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Jetzt ist das Meisterwerk aber gelungen. Die Forscher mussten dafür noch nicht einmal eine neue Rekord-Tiefe erreichen. Sie begaben sich stattdessen an einen Ort, an dem der Mantel relativ dicht unter der Oberfläche liegt, aber dafür andere Herausforderungen mit sich bringt: Mit dem Meeresbohrschiff Joides Resolution fuhr man an einen Unterwasserberg mitten im Atlantik, wo man zwar in einer instabilen Umgebung arbeitete, dafür aber "nur" einige tausend Meter in den Meeresboden vordringen musste, um an das Mantelgestein zu kommen.
Alles klappte
Am 1. Mai begannen die Forscher mit der Bohrung des Lochs, das als U1601C bezeichnet wird. Meeresbohrungen sind ein unsicheres Unterfangen - die Bohrer bleiben oft stecken, oder die langen Gesteinskerne, die geborgen werden, sind möglicherweise nur Teilproben. Dieses Mal jedoch förderte der Bohrer ein Rohr nach dem anderen aus dunklem Gestein zutage, viele davon überraschend vollständig."Es ging einfach immer tiefer, tiefer und tiefer. Dann sagte jeder in der wissenschaftlichen Gruppe: 'Hey, das ist es, was wir immerzu wollten. Seit 1960 wollten wir ein so tiefes Loch im Mantelgestein bohren", erklärte Andrew McCaig, der leitende Wissenschaftler der Expedition. Die Geologen wollen durch die Analyse der geförderten Proben nun unter anderem Rückschlüsse auf die chemischen Vorgänge vor langer Zeit gewinnen - insbesondere auch hinsichtlich der Frage, inwieweit chemische Wechselwirkungen zwischen dem Mantelgestein und der damaligen Atmosphäre die Entstehung des Lebens begünstigt haben könnten.
Zusammenfassung
- Geologie erlebt Mondlandungsmoment: Gesteinsproben aus Erdmantel entnommen
- Erde besteht aus drei Schichten: Kern, Mantel, Kruste
- Tiefste Bohrungen bisher blieben in der Kruste
- Forscher bohren Unterwasserberg im Atlantik an
- Gesteinskerne aus dunklem Gestein vollständig geborgen
- Analyse soll Rückschlüsse auf Vorgänge vor langer Zeit gewähren
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