Live dabei, wie es Sterne zerreißt: Schlauer Supernova-Alarm entwickelt

Massive Sterne werden am Ende ihres Lebens in gewaltigen Explosionen auseinandergerissen. Wissenschaftler haben jetzt eine "Frühwarn-System" entwickelt, das es uns erstmals möglich machen wird, Supernovae zuverlässig in Echtzeit zu beobachten.

Da macht es Boom: In Echtzeit ist bei Lichtgeschwindigkeit natürlich relativ

Modernen Teleskopen und gezielten Bemühungen ist es zu verdanken, dass mittlerweile pro Jahr weit über 1000 Supernovae beobachtet werden können. Altenerdings gilt dabei bisher: Die gewaltigen Sternenexplosionen fallen Wissenschaftlern auf der Erde erst dann ins Auge, wenn sie sich bereits ereignet haben - außer in extremen Ausnahmefällen. Phys berichtet jetzt über ein Team an Astronomen der Liverpool John Moores University und der Universität Montpellier, die hier für eine kleine Revolution sorgen. Wie die Wissenschaftler in ihrem Beitrag im "Monthly Notices of the Royal Astronomical Society" beschreiben, haben sie ein Frühwarn-System entwickelt, das Alarm schlägt, wenn ein massereicher Stern kurz davor steht, seine Existenz in einer Supernova-Explosion zu beenden.


Grundlage ist hier eine interessante Beobachtung: massereiche Sterne (üblicherweise zwischen 8 und 20 Sonnenmassen) treten am Ende ihres Lebens in die sogenannte "Roten Überriesen"-Phase ein und blähen sich um ein Vielfaches ihrer vorherigen Größe auf. Wie die Wissenschaftler jetzt zeigen konnten, kommt es dann in den letzten Monaten vor der endgültigen Explosion zu einer extremen Abschwächung des sichtbaren Lichts. Der Grund: Um den Stern herum kommt es zu einer rasanten Ansammlung an Material, das das Licht schlicht nicht mehr durchdringen kann. Allerdings war bisher nicht bekannt, wie lange der Prozess der Ansammlung des Materials wirklich dauert. Hubble wird 30 Jahre altHubble-Aufnahme von Galaxien, die eine Supernova beherbergen

Rund ein Jahr Vorwarnzeit

Die Lösung dieses Problems gelang den Wissenschaftlern dann in einer Kombination aus aufwendigen Simulationen und klassischer Archivarbeit. Das Team errechnete zunächst, welche visuellen Eigenschaften die "Roten Überriesen" aufzeigen, die wie beschrieben in einen solchen "Präexplosions-Kokon" eingehüllt sind. Auf alten Archivaufnahmen konnte dann aufgezeigt werden, dass Sterne noch ein Jahr vor ihrer Explosion als Supernova keine Verdunkelung gezeigt hatten. Die Schlussfolgerung: Der Kokon muss sich in weniger als einem Jahr bilden.

Benjamin Davies von der Liverpool John Moores University und Hauptautor der Studie sagt: "Bisher konnten wir Supernovae nur Stunden nach ihrem Auftreten detailliert beobachten. Mit diesem Frühwarnsystem können wir uns darauf vorbereiten, sie in Echtzeit zu beobachten, die besten Teleskope der Welt auf die Vorläufersterne zu richten und zu beobachten, wie sie vor unseren Augen buchstäblich auseinandergerissen werden."

Siehe auch:
Infografik Hubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im DetailHubble-Nachfolger: Das James-Webb-Weltraumteleskop im Detail

Explosion, Stern, Supernova, Roter Riese Explosion, Stern, Supernova, Roter Riese European Southern Observatory
Diese Nachricht empfehlen


Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen
Jetzt als Amazon Blitzangebot
Ab 06:10 Uhr Hoto Laser Entfernungsmesser Bluetooth, Entfernungsmesser mit Oled Hintergrundbeleuchtung M/In/Ft, Messbereich: 30M, Type-C Aufladbar Lasermessgerät, 2 Messmodi, ± 2 mm GenauigkeitHoto Laser Entfernungsmesser Bluetooth, Entfernungsmesser mit Oled Hintergrundbeleuchtung M/In/Ft, Messbereich: 30M, Type-C Aufladbar Lasermessgerät, 2 Messmodi, ± 2 mm Genauigkeit
Original Amazon-Preis
69,98
Im Preisvergleich ab
?
Blitzangebot-Preis
46,57
Ersparnis zu Amazon 33% oder 23,41
Video-Empfehlungen
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!