Staatstrojaner Pegasus: Hersteller beugt sich dem massiven Druck

Für die Hersteller von Staatstrojanern läuft es aktuell nicht besonders gut. Nicht nur, dass der deutsche Produzent FinFisher die Segel streichen musste - auch bei dessen Kollegen in Israel, die den bekannten Pegasus-Trojaner entwickeln, läuft es nicht rund.
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Die NSO Group steht seit einiger Zeit international im Fokus, weil bekannt wurde, dass sie ihre Staatstrojaner auch gern mal an Staaten verkaufen, die damit Journalisten und Oppositionelle ausspionieren. Inwieweit die große Aufmerksamkeit für ein solches Unternehmen ein Problem darstellt, lässt sich natürlich schwer sagen - klar ist allerdings, dass die Firma mit Problemen zu kämpfen hat.

So teilte das Unternehmen mit, dass der bisherige Chef Shalev Hulio, der auch zu den Gründern gehört, von seinem Posten zurücktritt. Im Rahmen einer derzeit stattfindenden Umstrukturierung verlasse dieser NSO. Der Manager Yaron Shohat, der bisher das Tagesgeschäft leitete, übernimmt den Angaben zufolge den Chefposten und wird auch den Umbau der Firma leiten, in dessen Zuge rund 100 Mitarbeiter gekündigt werden - das betrifft etwa 13 Prozent der Gesamtbelegschaft.


Neue Kunden-Ausrichtung

NSO stellt sich allerdings nicht nur hinsichtlich der Firmenstruktur neu auf. Das Unternehmen zieht offenbar auch aus den Kritiken, die es in die aktuelle Lage brachten, praktische Schlüsse. So will man sich zukünftig vor allem auf die NATO-Mitgliedsstaaten als Kunden konzentrieren. Das schließt allerdings weiterhin verschiedene autokratische Regierungen mit ein.

Der Sinneswandel dürfte allerdings nicht allein aus moralischer Einsicht resultieren. So haben große US-Tech-Konzerne wie Apple und Facebook die Firma beschuldigt, in ihre Produkte einzubrechen und Klage eingereicht. Und auch die US-Regierung belegte NSO mit einem Embargo, damit das Unternehmen nicht ohne Weiteres Zugang zu bestimmten Technologien erhält.

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