Amazon startet Schließungs-Orgie bei seinen Offline-Geschäften

Amazon wird die Zahl seiner Ladenfilialen außerhalb des Internets in der nächsten Zeit deutlich ausdünnen. Insgesamt 68 Geschäfte verschiedenster Art werden in der nächsten Zeit geschlossen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.
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Betroffen sind Offline-Niederlassungen Amazons in den USA und Großbritannien. Die Schließungen erfolgen sowohl bei Amazon Books-Filialen, in denen hauptsächlich Bücher und andere Medien vertrieben werden, so genannte 4-Star-Stores, in denen gezielt besonders hoch bewertete Produkte präsentiert worden sind, sowie verschiedenen Pop-up-Stores in größeren Märkten anderer Betreiber.

Für Amazon spielten diese Offline-Standorte nie eine primäre Rolle in der Firmenstrategie. Trotzdem haben sie durchaus ihren Wert. Denn sie sind nicht einfach nur Läden, in denen Nutzer Produkte bekommen, die es anderswo auch gibt. Vielmehr nutzte Amazon die Filialen auch, um beispielsweise die eigenen Hardware-Produkte wie den Kindle greifbarer zu machen. Außerdem nutzten viele Kunden die Möglichkeit, hier ihre Online-Bestellungen direkt abzuholen oder Retouren einfach abzugeben.

Wie das Unternehmen gegenüber Reuters ausführte, sollen die Kunden der für die Schließung vorgesehenen Filialen in der nächsten Zeit durch entsprechende Aushänge informiert werden. Für die Beschäftigten will man vor Ort jeweils neue Stellen im Unternehmen finden, wenn dies nicht möglich ist, werden sie mit einer Abfindung entlassen.

Die genauen Gründe der Schließungswelle wurden seitens des Unternehmens nicht näher erläutert. Allerdings dürften hier zwei Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen hat der Einzelhandel in den letzten zwei Jahren, die von der Corona-Pandemie geprägt waren, nicht gerade positive Entwicklungen durchgemacht. Andererseits wird das Management dies wohl auch als willkommenes Signal nutzen können, denn in den Lebensmittel-Filialen, die Amazon ebenfalls betreibt, haben sich die Angestellten in der letzten Zeit zunehmend gewerkschaftlich organisiert und fordern mehr Bezahlung, längere Pausen und andere Verbesserungen der Arbeitssituation.

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