Echtes Phänomen: Tonga-Ausbruch wird Wettervorhersagen verbessern

Der Ausbruch des Tonga-Vulkans erlaubt Forschern einen einzigartigen Einblick in die Funktionsweise der Atmosphäre. Das Ereignis hatte ein Naturphänomen erzeugt, das in diesem Zusammenhang noch nie beobachtet worden war und wichtige Hinweise für die Klimaforschung liefert.

Hinschauen lohnt sich: Noch kein Ausbruch wurde so genau beobachtet

Der heftige Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha'apai am 15. Januar hatte im südpazifischen Inselstaat Tonga für Verwüstung gesorgt, aber auch auf globaler Ebene spürbare und vor allem messbare Auswirkungen. Für die Wissenschaft Glück im Unglück: Noch nie waren auf der Erde und im All so viele Kameras und Sensoren auf ein solches Ereignis gerichtet. Das Forschungszentrum Jülich hat Daten des Ausbruchs mit dem Supercomputer Juwels analysiert und dabei ein einzigartiges Naturphänomen aufgedeckt.
Ausbruch Hunga Tonga-Hunga Ha'apaiDer Tonga-Ausbruch schickt... Ausbruch Hunga Tonga-Hunga Ha'apai...Wellen durch die Atmosphäre
Wie Dr. Lars Hoffmann vom Jülich Supercomputing Centre in der Fachzeitschrift Nature erläutert, konnte die Analyse von Daten des NASA-Satelliten AQUA "außergewöhnliche Muster von Schwerewellen" sichtbar machen, die in dieser Form noch nie bei einem Vulkanausbruch beobachtet wurden. Das Instrument Atmospheric Infrared Sounder (AIRS) an Bord der Sonde hatte nach dem Ausbruch ein gigantisches konzentrisches Muster verfolgt, das sich über 10.000 Kilometer in der Stratosphäre ausgebreitet hatte.

Die Klimaforschung freut sich

Die einzigartige Beobachtung ist für die Klimaforschung ein echter Glücksfall und von direktem Wert. Schwerewellen sind ein bekanntes Phänomen, denen eine zentrale Rolle bei der Zusammensetzung und dem Verhalten der Atmosphäre zukommt. "Es ist wichtig, Schwerewellen korrekt in Wetter- oder Klimamodelle einzurechnen, sonst erhält man ungenaue Prognosen", so Hoffmann.

Wie der Forscher weiter ausführt, bekommt man mit den Tonga-Daten unverhofft ein Ereignis von der Natur präsentiert, das eine Überprüfung wichtiger Klima-Theorien möglich macht: "Wir prüfen damit, ob unsere Klima- und Wettermodelle die Bildung und Ausbreitung von Schwerewellen korrekt wiedergeben. Mit den Daten aus der Natur verbessern wir dann die Prognosekraft der Simulationsrechnungen für eine treffendere Vorhersage."


Tipp einsenden