Sonnensturm: Störung von Satelliten und Handys
Nach einer gewaltigen Explosion auf der Sonne prasselt seit dem heutigen Mittwochmorgen ein großer Strom elektrisch geladener Teilchen auf die Erde. Keine Gefahr stellt die Strahlung für Menschen dar, sagte Markus Landgraf vom ESA-Kontrollzentrum. Sorgen machen sich auch Satelliten-Betreiber wegen möglicher Schäden an ihren Geräten. So wird bei der Weltraum-Organisation ESA überlegt, den Computer der im Erdorbit befindlichen Mondsonde "Smart-1" vorübergehend in einen Standby-Modus zu versetzen.
Nach Angaben des GeoForschungsZentrums Potsdam (GFZ) handelt es sich um den stärksten "Sonnensturm" seit 14 Jahren. Obwohl der magnetische Sturm seit Tagen erwartet wurde, zeigten sich die Wissenschaftler von der Stärke überrascht. Nicht erwartet hatten die Experten den riesigen Sonnenfleck, dessen Ausdehnung mehr als zehn Erd-Durchmesser umfasst. Außergewöhnlich ist dieser, weil die periodisch verlaufende Sonnen-Aktivität bereits vor drei Jahren ihren Höhepunkt überschritten hat. Materiewolke größer als die Sonne Der ESA zufolge war die am gestrigen Dienstag ins All geschleuderte Materiewolke größer als die Sonne selbst. Es habe sich um eine der größten Ausbrüche gehandelt, der je beobachtet worden sei, hieß es. Die Teilchen wurden mit einer Geschwindigkeit von 7,5 Millionen Stundenkilometern Richtung Erde geschleudert. Zeitgleich registrierte das von ESA und NASA betriebene Sonnen-Observatorium die zweitgrößte Eruption von Röntgenstrahlung seit Beginn der Messungen in den 70er Jahren. Vorläufig dauerhafte Gefahr für die Technik
Bei der Flugsicherung beeinträchtigt der "Sonnensturm" Radar- und
Sprechfunkanlagen. Deshalb werde die Zahl der Flüge "auf eine Menge begrenzt,
die sicher durch den Luftraum geführt werden kann", sagte ein DFS-Sprecher. Für
die nächsten Tage werde noch mit einer Verstärkung des kosmischen Phänomens
gerechnet. Bei früheren starken Materie-Ausbrüchen auf der Sonne konnten auch in
Deutschland Nordlichter beobachtet werden. Dieses Mal wird dies jedoch nicht
möglich sein, da der Himmel in der kommenden Nacht voraussichtlich bedeckt sein
wird.
News-Submiter: edragon
Weiter im Artikel und News-Quelle: www.chip.de
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