Gewaltig: Größte Einschlagsnarbe in unserem Sonnensystem entdeckt

Alle festen Objekte im Sonnensystem sind von Einschlagkratern übersät. Wissenschaftler sind sich jetzt sicher, die größte Einschlagsnarbe in unse­rer unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft entdeckt zu haben. Der gigantische Krater findet sich auf dem Jupitermond Ganymed.

Einen größeren Einschlag findet man wohl nicht im Sonnensystem

Wo findet sich der größte Krater des Sonnensystems? Auf diese Frage wollen Wissenschaftler jetzt eine Antwort geben können: auf Ganymed, einem der vier größten Monde des Jupiter und selbst größer als Merkur. Wie Space in seinem Bericht schreibt, hatten sich Wissen­schaftler Aufnahmen des Trabanten von vergangenen NASA-Missionen vorgenommen und diese für eine Studie erneut untersucht. Das Augenmerk lag dabei auf ganz bestimmten Merkmalen: Furchen, die sich durch die ältesten Terrains des Mondes ziehen. Rekord-Krater auf Ganymed (Kobe University)Alle Hinweise verweisen auf einen einzigen Einschlag-Punkt Vorausgegangene Studien hatten nahegelegt, dass diese Furchen mit einem gigantischen Einschlag in Zusammenhang stehen, der so gewaltig war, dass sich die Merkmale auf der gesamten Seite von Ganymed finden. Nach der neuen Analyse der Strukturen sind sich die Forscher sicher: Die erste Analyse war sogar zu vorsichtig, der Einschlag hatte wohl eine Auswirkung auf den gesamten Himmelskörper. "Die Ergebnisse zeigten, dass fast alle dieser Furchen auf der Oberfläche von Ganymed in konzentrischen Ringen zu liegen scheinen, die an einem einzigen Punkt zentriert sind", schreiben die Forscher der Kobe University.

Kein Vergleich zum bisherigen Rekord

Wenn die Modelle der Forscher korrekt sind, ist damit die größte Einschlagsnarbe im Sonnen­system gefunden. Bisher galt der Walhalla-Krater auf dem Jupitermond Callisto mit einem Radius von 1900 Kilometern hier als Spitzen­reiter. Die Berechnungen ergeben für die Struktur auf Ganymed einen Radius von 7800 Kilometern. "Ein Asteroid mit einem Radius von 150 km, der mit einer Geschwindigkeit von 20 km/s auf Ganymed auftrifft, würde die beobachteten Strukturen auf der Oberfläche des Satelliten erklären", so die Forscher.
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