Ersatz für OneDrive & Co.:
So wird ein NAS zur persönlichen Cloud

Fotos, Dokumente und andere wichtige Dateien liegen oft bei Diensten wie Dropbox, OneDrive oder Google Drive. Praktisch ist das allemal - allerdings wandern die Daten dabei auf fremde Server. Dass dies auch anders geht, zeigt beispielsweise ein Synology NAS.
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Wenn sich lokal wie Cloud anfühlt

Besitzer eines Synology-Speichersystems haben eine Alternative zu den begrenzten und teils kostenpflichtigen Cloud-Angeboten bereits zu Hause stehen. Mit Synology Drive lässt sich das NAS in eine persönliche Cloud verwandeln. Dateien können damit über den Browser verwaltet, automatisch zwischen mehreren Computern synchronisiert und über Smartphone oder Tablet abgerufen werden. Auch das Teilen von Dateien mit anderen Personen ist möglich.

Der Vorteil: Die Dateien liegen grundsätzlich auf dem eigenen NAS und der verfügbare Speicher richtet sich damit nach dessen Ausstattung. Gleichzeitig fühlt sich die Nutzung ähnlich an wie bei bekannten Cloud-Speichern. Wer möchte, kann sogar ältere Dateiversionen wiederherstellen.

Inhaltsverzeichnis:

Hinweis: Natürlich gibt es viele weitere NAS- und Cloud-Lösungen von anderen Herstellern. Synology dient uns hier aber als praktisches Beispiel.

Was wird benötigt?

Voraussetzung ist zunächst ein Synology-NAS, auf der eine aktuelle Version des DiskStation Managers (DSM) läuft. Für die aktuelle Drive-Version nennt Synology DSM 7.0 oder höher als Voraussetzung. Außerdem muss auf dem NAS natürlich genügend Speicherplatz für die Dateien vorhanden sein.

Für die Einrichtung benötigt man ein Benutzerkonto. Soll Synology Drive auch außerhalb des heimischen Netzwerks erreichbar sein, muss außerdem ein geeigneter Fernzugriff eingerichtet werden. Für Einsteiger bietet sich hier Synology QuickConnect an. Alternativ sind unter anderem eine eigene Domain beziehungsweise ein DynDNS-Dienst und eine entsprechend konfigurierte Verbindung möglich.

Synology Drive vorgestellt: Das kann der Cloudspeicher-Ersatz

Auf den Rechnern, die mit dem NAS synchronisiert werden sollen, kommt zusätzlich der kostenlose Synology Drive Client zum Einsatz. Unterstützt werden unter anderem Windows, MacOS und Linux. Für Smartphones und Tablets gibt es eine eigene Drive-App (iOS / Android).

Synology Drive auf dem NAS einrichten

Melden Sie sich zunächst mit einem Administratorkonto an der DSM-Oberfläche Ihres NAS an. Öffnen Sie anschließend das Paket-Zentrum und suchen Sie nach Synology Drive Server. Installieren Sie dann das Paket. Bei der Installation werden die benötigten Bestandteile eingerichtet, darunter das Drive-Webportal und die Drive-Administrationskonsole.

Anschließend öffnen Sie im Hauptmenü die Synology Drive Admin-Konsole. Hier legen Sie fest, welche Ordner über Drive verfügbar sein sollen. Für die persönlichen Dateien eines Benutzers steht dessen eigener Bereich zur Verfügung. Zusätzlich können freigegebene Ordner als Team-Ordner aktiviert werden. Diese eignen sich beispielsweise für Dokumente, auf die mehrere Benutzer zugreifen sollen. Dabei lassen sich die normalen Zugriffsrechte des NAS nutzen. Synology DriveEinrichtung von QuickConnect Damit ist die wichtigste Arbeit auf dem NAS erledigt. Synology Drive kann anschließend über das Hauptmenü von DSM oder direkt über die Drive-Adresse aufgerufen werden. Bei aktivierter QuickConnect-Funktion ist auch ein Fernzugriff über die entsprechende QuickConnect-Adresse möglich.

Dateien mit dem PC synchronisieren

Damit sich Synology Drive wie ein klassischer Cloud-Speicher auf dem Computer nutzen lässt, installieren Sie den Synology Drive Client auf dem PC oder Notebook. Die Installationsdatei ist im Download-Zentrum von Synology beziehungsweise direkt über das Drive-Webportal erhältlich.

Nach dem Start wählen Sie "Jetzt starten" und anschließend "Synchronisierungsaufgabe". Geben Sie die Adresse beziehungsweise QuickConnect-ID Ihres NAS sowie Benutzername und Kennwort ein.

Danach bestimmen Sie, welcher lokale Ordner mit welchem Ordner auf dem NAS synchronisiert werden soll. Für den typischen Cloud-Einsatz empfiehlt sich eine Zwei-Wege-Synchronisierung: Änderungen auf dem Computer werden auf den NAS übertragen und umgekehrt. Synology DriveSchema der Drive-Infrastruktur Die Dateien erscheinen anschließend im gewählten Ordner auf dem PC und können dort wie gewohnt mit dem Windows-Explorer oder MacOS-Finder geöffnet und bearbeitet werden. Änderungen werden automatisch mit dem NAS abgeglichen. Wer nicht sämtliche Dateien lokal speichern möchte, kann je nach System auch die On-Demand-Synchronisierung verwenden.

Zugriff über Smartphone und Browser

Wer unterwegs auf seine Dateien zugreifen möchte, benötigt nicht zwingend einen Computer. Die Synology-Drive-App steht für Android und iOS zur Verfügung. Nach der Installation melden Sie sich mit der Adresse beziehungsweise QuickConnect-ID des NAS und den Zugangsdaten des NAS-Benutzers an. Anschließend können Dateien und Ordner durchsucht und je nach Dateityp genutzt werden. Synology DriveSynology Drive auf dem Smartphone Alternativ funktioniert der Zugriff über einen normalen Webbrowser. Das ist insbesondere praktisch, wenn man an einem fremden Computer sitzt und keine zusätzliche Software installieren möchte. Auch hier kommt man sowohl mit einer direkten Adresse zum eigenen Internetanschluss als auch mit QuickConnect weiter - in letzterem Fall loggt man sich mit der QuickConnect-ID über das von Synology angebotene Online-Portal ein.

Dateien mit anderen teilen

Synology Drive kann auch einzelne Dateien oder Ordner für andere Personen freigeben. Dazu wählen Sie die gewünschte Datei im Drive-Webportal aus und verwenden die Freigabefunktion. Dabei lässt sich ein Link erzeugen, über den andere Personen auf die freigegebenen Inhalte zugreifen können.

Wer Drive über das Internet erreichbar machen möchte, sollte diesen Punkt allerdings besonders sorgfältig konfigurieren. Synology unterstützt mehrere Möglichkeiten für den externen Zugriff, darunter QuickConnect, DDNS und eigene Domains. Für einen öffentlich erreichbaren NAS sind sichere HTTPS-Verbindungen und starke Benutzerkennwörter wichtig.


Nicht nur Cloud-Speicher, sondern auch Backup

Ein interessanter Nebeneffekt von Synology Drive: Der Desktop-Client kann nicht nur synchronisieren, sondern auch Dateien vom Computer auf den NAS sichern. Dafür wird im Assistenten statt einer Synchronisierungsaufgabe eine Datensicherungsaufgabe ausgewählt.

Das macht Drive zu mehr als einem Dropbox-Klon. Während eine Synchronisierung vor allem dafür sorgt, dass Dateien auf mehreren Geräten verfügbar sind, kann der NAS gleichzeitig als zentrale Sicherung dienen. Hinzu kommt die Versionsverwaltung: Wird eine Datei versehentlich verändert oder überschrieben, können ältere Versionen über den Verlauf aufgerufen und wiederhergestellt werden.

Wer regelmäßig mit Dokumenten arbeitet, kann außerdem Synology Office installieren. Damit lassen sich Dokumente, Tabellen und Präsentationen direkt im Browser bearbeiten und gemeinsam mit anderen Benutzern verwenden.

Das sollten Sie beachten

Eine persönliche Cloud auf Basis von Synology Drive ist vor allem dann interessant, wenn bereits eine Synology-NAS vorhanden ist oder man sich ohnehin ein solches Gerät zulegen will. Die Vorzüge einer solchen Lösung bringen es aber auch mit sich, dass man sich selbst um den NAS kümmern muss - insbesondere um Backups, Updates, Benutzerrechte und die Absicherung des externen Zugriffs.

Wichtig ist außerdem: Synchronisierung ist kein vollständiger Ersatz für ein Backup. Wird eine Datei gelöscht, kann die Löschung unter Umständen ebenfalls auf andere Geräte übertragen werden. Die Versionsverwaltung von Drive kann hier helfen, ersetzt aber keine unabhängige Sicherung des NAS.
Zusammenfassung
  • Mit Synology Drive wird das eigene NAS zur privaten Cloud-Alternative
  • Für die Nutzung wird mindestens das Betriebssystem DSM 7.0 benötigt
  • Der Zugriff erfolgt über Webbrowser, mobile Apps oder Desktop-Clients
  • Eine integrierte Versionsverwaltung schützt effektiv vor Datenverlust
  • Dateien und Ordner lassen sich über Freigabelinks mit anderen teilen
  • Nutzer müssen sich selbst um Backups und die Systemsicherheit kümmern
Weitere Fragen:


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