Größte US-Elektronikkette stoppt Verkauf von Kaspersky Antivirus

Der größte Elektronikhändler der USA, die Kette Best Buy, hat nach eigenen Angaben den Vertrieb von Antivirus- und Online-Sicherheits-Produkten des russischen Anbieters Kaspersky Labs mit sofortiger Wirkung gestoppt. Hintergrund sind vermutlich Bedenken wegen möglicher Verbindungen des Software-Herstellers zur russischen Regierung.
Logo, Kaspersky, Sicherheitsexperten
Kaspersky
Wie Best Buy inzwischen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigte, trifft ein entsprechender Bericht der Zeitung Star Tribune zu, laut dem das Unternehmen den Verkauf der Kaspersky-Produkte über seine Website und in den zahlreichen Filialen im Einzelhandel kürzlich gestoppt hat. Konkrete Gründe für diese Entscheidung nannte der Konzern allerdings zunächst nicht.

Der russische Software-Hersteller bestätigte, dass man die Zusammenarbeit mit Best Buy vorerst suspendiert habe. Best Buy will Kunden, die über das Unternehmen eine Version der Sicherheitslösungen von Kaspersky erworben haben und dafür noch ein aktives, kostenpflichtiges Abonnement besitzen, in den nächsten 45 Tagen eine kostenlose Rückgabe und den Bezug eines alternativen Antivirus-Produktes eines anderen Herstellers ermöglichen, so der Bericht der Zeitung.

Best Buy-Kunden, die Kaspersky-Software nutzen, sollen die Produkte entweder selbst deinstallieren oder können dazu die Hilfe des Geek Squad Supports in den Filialen des Unternehmens in Anspruch nehmen, ohne dafür zahlen zu müssen. Laut dem Zeitungsbericht liegt der Entscheidung für das Vertriebsende bei Best Buy eine angebliche Unsicherheit wegen "zu vieler unbeantworteter Fragen" zugrunde, die sich auf die Kaspersky-Produkte beziehen.

Hintergrund sind wohl die jüngsten Anordnungen diverser US-Behörden, die Sicherheitslösungen von Kaspersky nicht mehr einzusetzen, weil es möglicherweise Verbindungen zwischen dem Software-Anbieter und der russischen Regierung gibt. Kaspersky hatte entsprechende Behauptungen verschiedener Medien und Spekulationen innerhalb der US-Regierung mehrfach zurückgewiesen und beteuert, dass es keinerlei Verbindungen zur russischen Regierung gibt, die den Nutzern der Software gefährlich werden könnten.
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