Microsofts Calibri-Font bringt Politiker-Familie in Bedrängnis

Microsoft, Font, Schriftart, Calibri Bildquelle: Jesus Coronas (CC BY-SA 3.0)
Eine der Standard-Fonts in Microsoft-Produkten wird aktuell zu einem wichtigen Kettenglied in einem Korruptions-Verfahren. Wieder einmal drehen sich die Ermittlungen gegen die Familie des pakistanischen Premierministers Nawaz Sharif, der schon mehrfach auch selbst im Visier stand.
Die neuesten Korruptionsermittlungen liefen an, nachdem im Jahr 2015 die berühmten "Panama Papers" öffentlich wurden. Der damalige Leak umfasste 11,5 Millionen Dokumente, die mit rund 200.000 Offshore-Konten bei einer Bank in Panama in Verbindung standen. Grundsätzlich ist es natürlich nicht illegal, ein Konto bei dem Finanzinstitut zu haben, doch landen hier letztlich schlicht meist Gelder, die unrechtmäßig erlangt wurden oder am Fiskus vorbeigeschleust werden sollen.

Der Name von Nawaz Sharif, der nicht nur wieder einmal Premierminister Pakistans, sondern auch Chef des Industriekonzerns Ittefaq ist, tauchte selbst nicht in den Panama Papers auf. Wohl aber mehrere seiner Kinder. Die pakistanische Justiz bildete daher eine Ermittlergruppe, die die Transaktionen aufschlüsseln und auf ihre Rechtmäßigkeit hin untersuchen soll.

Entlastende Beweise stehen in Frage

Vordergründig zeigte sich die Familie kooperationsbereit. Maryam Nawaz, eine Tochter des Politikers, übergab den Behörden verschiedene Dokumente, aus denen klarer werden sollte, woher die in Panama deponierten Gelder stammten. Die Inhalte der Unterlagen entlasteten die Familie natürlich vom Verdacht illegaler Aktivitäten.

Das Problem besteht nun aber darin, dass die Dokumente wohl allesamt Fälschungen sind, berichtet das US-Magazin Neowin. Darauf haben Gutachter hingewiesen, die die Kopien technisch unter die Lupe genommen haben. Das verräterische Detail lag dabei in der eingesetzten Schriftart: Calibri von Microsoft.

Diese führt schlicht hinsichtlich der Datierung zu einem Problem für die Beschuldigten. Denn die fraglichen Unterlagen sind auf den 6. Februar 2006 terminiert. Calibri wurde zwar bereits im Jahr 2004 entwickelt, doch erst Ende Januar 2007 machte sie der Software-Konzern zu einem Standard-Bestandteil seiner Produkte. Insofern müssten die Verdächtigen nun schon sehr genau erklären, wie sie vorher an die Schriftart herangekommen sind und warum ausgerechnet diese dann für die Erstellung der Dokumente genutzt worden sein soll.

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