Denuvo: Zum Krieg gegen Piraterie gehören auch verlorene Schlachten

Drm, Digital Rights Management, DefectiveByDesign Bildquelle: DefectiveByDesign
Bisher galt im Gaming-Geschäft die Regel, dass kein Spiel "unknackbar" ist. Trotz aller Versuche der Anbieter lässt sich früher oder später jeder Kopierschutz aushebeln. Und obwohl sich an der Denuvo-Lösung die Cracker erstaunlich lange die Zähne ausgebissen haben, gelang es im Sommer, erste Löcher in Denuvo zu schlagen. Denuvo glaubt aber dennoch, den "Krieg" auf lange Sicht gewinnen zu können.
Der österreichische Kopierschutzanbieter Denuvo war sicherlich die bisher schwierigste Aufgabe für die Cracker-Szene, vor einer Weile brachten erste Cracker die Salzburger DRM-Lösung ins Wanken. Zunächst schaffte es ein Cracker namens Voksi, eine Steam-Hintertür zu finden, mit der man Denuvo-geschützte Spiele kostenlos nutzen konnte.

Das war zwar kein voller Crack, doch wenig später folgte auch dieser, eine Szenegruppe namens CPY lieferte einen vollwertigen Crack für Rise of the Tomb Raider. Es dauerte nicht lange und weitere aktuelle Games wurden nachgereicht, darunter Doom und Mirror's Edge Catalyst.

"Realistisch bleiben"

Bei Denuvo ist man aber dennoch zufrieden mit dem, was man erreicht hat: Marketing-Chef Thomas Goebl sagte im Interview mit dem Fachmedium MCV, dass man in diesem Geschäft "realistisch bleiben" müsse: "Es gibt keinen unknackbaren Schutz. Das sagen wir auch stets unseren Kunden, um ihre Erwartungen zu managen." Vielmehr gehe es um einen Zeitgewinn, man will vor allem frühe Cracks verhindern.

Ein Spiel soll ein ausreichend großes Zeitfenster bekommen, damit es sich in dieser Zeit verkaufen kann. Als "kritisch" werden hier vor allem die ersten sechs Wochen gesehen. Gelingt es, diese zu überstehen, dann sind die meisten Entwickler finanziell im sprichwörtlichen Trockenen.

Denuvo-Chef Reinhard Blaukovitsch räumt auch ein, dass es ein legitimer Weg sei, gar kein DRM zu verwenden, so wie es die Macher von The Witcher, CD Projekt Red, tun. Wer aber auf DRM setzt, dem könne man helfen. Das "Katz-und-Maus-Spiel" mit den Crackern sei jede Mal dasselbe, so der CEO: "Wir analysieren, wie der Crack gelungen ist und aktualisieren dann unseren Schutz." Und die Salzburger zeigen sich optimistisch, dass man auf lange Sicht den Krieg gewinnen kann - auch wenn man einzelne Schlachten verliert. Drm, Digital Rights Management, DefectiveByDesign Drm, Digital Rights Management, DefectiveByDesign DefectiveByDesign
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