Kunst gegen Kommerz: Berliner Apple Store am Samstag lahm gelegt
Im Berliner Apple Store am Ku'damm herrschte gestern kurzfristig Ausnahmezustand. Polizei und Feuerwehr sperrten den Zutritt zum Store, wobei die Polizei einen Aktionskünstler festsetzte, der im Rahmen der Berliner Festspiele eine unangemeldete Performance im Store abhielt.
Der Performance-Künstler Johannes Paul Raether hatte gestern Mittag dazu einige Freiwillige gesucht und war dann gegen 14 Uhr im Apple Store am Kurfürstendamm aufgetaucht. Im Store verteilte Raether an die Teilnehmer der Performnce kleine Ringe aus Gallium, einem Metall, das bei 29,76 Grad Celsius schmilzt. Für die nicht eingeweihten Zuschauer sah das schmelzende Metall nach Quecksilber aus, wodurch ein Notfallplan in Gang gesetzt wurde.
"Die Leitung des Festivals Foreign Affairs, in dessen Rahmen die Veranstaltung stattfand, ging von Abläufen aus, die keinerlei Form von Rechtsverstößen darstellen oder in anderer Hinsicht zum öffentlichen Ärgernis führen würden. Die sich durch den Verlauf der Performance entwickelnde Besorgnis der Geschäftsführung des Stores setzte eine Kette von Sicherheitsmaßnahmen in Gang, welche mit dem Eintreffen der Polizei durch keine Erklärung der anwesenden, die Kunstaktion begleitenden Festivalverantwortlichen, mehr aufzuhalten war.
Wir bitten alle von der dramatischen Entwicklung dieser Kunstaktion Betroffenen ausdrücklich um Entschuldigung."
Laut der Polizei wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Heute findet im übrigen schon die nächste Aktion von Raether statt - wo und was ist noch nicht bekannt.
Sachbeschädigung und verletzte Personen?
Von den anschließenden Ereignissen gibt es verschiedene Meldungen. Mal heißt es, die Gruppe habe das schmelzende Metall auf die ausgestellten Geräte verteilt, mal heißt es, es gab Hautreizungen. Einige Medien berichteten von Festnahmen, andere nur von einer stundenlangen Festsetzung der Beteiligten zur Aufnahme ihrer Personalien. Dadurch war der Laden bis zum frühen Abend gesperrt. Die Festivalleitung hat mittlerweile die Kunstaktion im Detail erläutert und auch ihre eigene Unkenntnis über das Vorhaben von Raether bekräftigt. In einer Stellungnahme heißt es:"Die Leitung des Festivals Foreign Affairs, in dessen Rahmen die Veranstaltung stattfand, ging von Abläufen aus, die keinerlei Form von Rechtsverstößen darstellen oder in anderer Hinsicht zum öffentlichen Ärgernis führen würden. Die sich durch den Verlauf der Performance entwickelnde Besorgnis der Geschäftsführung des Stores setzte eine Kette von Sicherheitsmaßnahmen in Gang, welche mit dem Eintreffen der Polizei durch keine Erklärung der anwesenden, die Kunstaktion begleitenden Festivalverantwortlichen, mehr aufzuhalten war.
Wir bitten alle von der dramatischen Entwicklung dieser Kunstaktion Betroffenen ausdrücklich um Entschuldigung."
Laut der Polizei wurde ein Strafverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet. Heute findet im übrigen schon die nächste Aktion von Raether statt - wo und was ist noch nicht bekannt.
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